
     <<< Aus dem Nhkstchen geplaudert, oder: >>>

     Einige, hoffentlich ntzliche Bemerkungen zu den Druckertreibern,
     die mit CDTG erzeugt werden knnen:

     - Viele Anwender des CDTG benutzen nach wie vor ihre alten 1.09N-
       Treiber. Warum?
       Dazu Herr S. aus P.:
       "Ich habe den Treiber EPSON_LQ.CDT geladen und wollte eigentlich nur
       einen schnellen Ausdruck haben. Ging nicht! Im Gegensatz zu meinem
       1.09N-Treiber lie sich die Auflsung nicht umschalten. Dmliche
       Angelegenheit! Bin schnurstracks auf meinen alten Treiber umge-
       stiegen."
       Was kann gegen den drohenden Kreislaufkollaps von Herrn S. getan
       werden??
       Das Druckertreiberkonzept in Calamus S/SL sttzt sich auf CDTG, den
       Druckertreibergenerator. Dieser ist jedoch nur in der Lage, pro
       Treiber einen Prototyp mit einer Drucklogik bei der Ausgabe zu ver-
       wenden. Das heit im Klartext: Es sind nur dann mehrer Auflsungen
       pro Treiber mglich, wenn sich dadurch die Drucklogik bei der Aus-
       gabe verndert. Nicht der Fall ist dies zum Beispiel beim HP-Laserjet
       II/III, und hier knnen tatschlich mehrere Auflsungen eingestellt
       werden!
       Im obigen Beispiel wird Herr S. Opfer seiner (aufgrund mangelnder per-
       snlicher Bereitschaft zum Lesen dieser Datei heraufbeschwrter) Un-
       kenntnis, und versumt es aus eben diesem Grunde, 180DPI.CDT zu laden
       und zu benutzen (womit er die gewnschten 180 dpi sowie den
       schnelleren Ausdruck erreicht htte).
       Aus diesen Grnden (wobei die scheinbar grere und unntige Kom-
       plexitt des CDTG-Konzepts durch eine hhere Flexibilitt recht-
       fertigt wird) sollte Herr S. wie alle un- oder mittelbar Betroffenen
       sich bei der Einarbeitung in sein Calamus-System erst seine bentigten
       Treiber zurechtstutzen. Man kann sich bei der sonst von der hohen
       Qualitt des Calamus-WYSIWYG geprgten Arbeit so auf eine genauere
       und flexiblere Ausgabe sttzen, ohne auf die festeingestellten
       1.09N-Treiber zurckgreifen zu mssen.
       Und wenn bei Calamus schon alles einstellbar ist, warum nicht auch
       bei den Druckertreibern?

     - Wenn Ihr persnlicher Drucker nicht namentlich als CDD-Datei
       existiert, KEINE PANIK!
       Fast alle Drucker sind zu irgendwelchen Standards kompatibel,
       und diese Kompatibilitt steht normalerweise gro und fettgedruckt
       im Handbuch, weil dies mit ein wichtiger Kaufgrund ist (z.B.
       EPSON LQ - EMULATION oder hnliches). Verwenden Sie dann einen
       Treiber fr diesen Standard, im Normalfall brauchen Sie dann nur
       noch Ihre individuellen Rnder einzustellen. Manchmal ist es ntig,
       den Drucker erst in diesen Emulationsmodus umzuschalten, lesen Sie
       sich also bitte die Beschreibung der DIP-Schalter (die sind normaler-
       weise an der Gerterckseite) durch, und stellen Sie sie entsprechend
       ein. Vermeiden Sie sonst zu viele Abweichungen von den Standard-
       einstellungen, die vom Hersteller vorgenommen wurden, denn dabei kann
       sich das Verhalten des Druckers auch innerhalb der Emulation ver-
       ndern! (Einstellungen, die mit Schrifttypen des Druckers o.. zu tun
       haben, knnen dagegen bis zur Unkenntlichkeit verstellt werden).
       Das Einschalten eines Emulationsmodus heit nicht automatisch, da
       der Drucker nun langsamer wird, sondern das UMSCHALTEN in eine Emu-
       lation ist eher wie ein BetriebssystemWECHSEL.

     - Ganz wichtig: Calamus druckt auf Druckern AUSSCHLIESSLICH Raster-
       grafiken!!! Ihre Dokumentseite wird vom SoftRIP von Calamus in eine
       Rastergrafik umgerechnet und zum Drucker gesandt. Anzahl und Art der
       internen Schrifttypen des Druckers kommen hier berhaupt nicht zum
       Einsatz, sie sind nur fr den Ausdruck von ASCII-Texten bzw. von
       ASCII-orientierten Textverarbeitungsprogrammen da! Falls Ihr Drucker
       also von Hause aus Tausende von Schrifttypen beherrscht, ntzt Ihnen
       das mit Calamus herzlich wenig. Auch (Laser-) Drucker, die Postscript
       oder sonstige Seitenbeschreibungssprachen beherrschen (z.B. Epson GQ),
       geben unter Calamus ausschlielich Rastergrafiken aus.
       Solche Drucker knnen manchmal Seiten in ihrer Sprache sehr schnell
       aufbauen, sind aber nur unzureichend auf die Ausgabe von Raster-
       grafiken ausgelegt oder beherrschen dies gar nicht. Also Vorsicht!

     - Wenn Ihr Drucker Papierformate untersttzt, die sich im Drucker-
       formular von Calamus NICHT einstellen lassen, bitte nicht schreien!
       Der Vorteil vom CDTG ist nmlich, da man JEDES Papierformat defi-
       nieren kann, also A3, A2 oder auch Taschentchergre oder CD-Hllen,
       und das GANZ EINFACH!
       Laden Sie einfach den CDTG und die von Ihnen benutzte CDD-Datei,
       whlen Sie die Seite 'Papierformate' an und klicken Sie einen der
       'Undefin.'-Eintrge an. Whlen Sie nun das gewnschte Papierformat an
       und klicken Sie auf den Wei auf Schwarz dargestellten Eintrag
       'Undefin.', und Sie erhalten ein neues Papierformat! Dies ist deshalb
       flexibler als in den 1.09N-Treibern, weil hier mehrere und beliebige
       Papierformate definiert werden knnen!

     - Auch Papiervorschbe, die Ihr Drucker hat, der Treiber aber nicht
       untersttzt, knnen auf der Seite 'Vorschbe' hinzudefiniert werden.

     - Der Ausgabeport 'Parallel' ist generell mit einer internen, direkten
       Druckbyteausgabe gekoppelt. Diese hat den Vorteil, da sie um ein
       Vielfaches schneller ist als die Ausgabe unter TOS. Um aber z.B.
       im Netzbetrieb die Druckdaten auf eine Datei oder einen anderen
       Rechner umzuleiten, mu die TOS-Ausgabe eingeschaltet werden, da sonst
       ein Abfangen der Ausgabe nicht mglich ist! Hierzu mu 'Sonstige'
       angewhlt werden. Bei Druck ber RS-232 wird generell ber TOS
       gedruckt (furchtbar langsam). Nach Erscheinen des TT erwies sich die
       direkte Ausgabe als in der Regel zu schnell und das TOS (oder liegt's
       einfach am 68030?) als schnell genug, ergo: auf dem TT am besten nur
       mit 'Sonstige' drucken.

     - RNDER!!!!!!!!!!!!!!!!
       Viel Gesthne, Jammerei und - bei einigen Cholerikern - Angriffe mit
       dem Baseballschlger erzeugte das Rnderkonzept des CDTG, warum nur?

       WARUM Rnder selber einstellen?
       WEIL jeder Drucker (JEDER Drucker) andere Rnder hat. Sie variiren
       von Modell zu Modell, von Drucker zu Drucker desselben Modells, von
       Papiereinzug zu Papiereinzug (!!!) und bei noch ungenauerer Mechanik
       sogar von Blatt zu Blatt. Und damit nicht genug: bei einem Orts-
       wechsel kann auch ein Samtkissen nicht verhindern, da die Rnder im
       Zweifelsfall vollkommen anders sind als vorher. Also bitte nicht
       alles auf Calamus schieben!

       PHYSIKALISCHE PAPIERGRSSE...
       ...sind diejenigen Dimensionen, die das verwendete nun einmal hat
       (A4, B5 etc.). Alle Rnder werden als Abstnde hierzu gemessen - und
       zwar nach innen! Negative Rnder sind demnach zwar denkbar, aber
       nicht sinnvoll. Die kleinsten denkbaren Rnder sind demnach
       0, 0, 0, 0 (Abstand von links, rechts, oben, unten).

       ADRESSIERBARE RNDER...
       ...sind diejenigen Rnder, die der Drucker theoretisch bedrucken
       knnte, wenn sein Druckwerk dazu in der Lage wre. Ist es das nicht
       (sind also adressierbare und druckbare Rnder voneinander ver-
       schieden), so werden Sie das, was zwischen den Rndern liegt, nie zu
       sehen bekommen. Typisches Beispiel ist die Hewlett Packard Laserjet
       Serie. Man kann hier den oberen Rand in 1/2 Zoll-Schritten einstellen;
       setzt man den oberen Rand ganz nach oben, kann zwar dort etwas hin-
       zeichnen oder -schreiben, wird es aber beim Ausdruck nicht sehen, weil
       es nicht auf die Druckwalze pat. Der Drucker kann also innerhalb
       dieser Rnder ADRESSIEREN (also Daten dorthin schreiben), aber nicht
       DRUCKEN. Bei der berwiegenden Zahl der Drucker sind adressierbare
       und bedruckbare Rnder identisch.

       BEDRUCKBARE RNDER...
       ...sind diejenigen Rnder, innerhalb derer der Drucker Daten aus
       seinem Speicher auch auf Papier ausgibt. Im Falle eines seiten-
       orientierten Druckers (z.B. Laser) ist dies ein Seitenspeicher,
       sonst ein Zeilenspeicher bzw. ein zur Verfgung stehender Zwischen-
       puffer fr mehrere Zeilen. Der Drucker kann nun entweder alle
       (im Falle bedruckbare Rnder sind adressierbare Rnder) oder nicht
       alle (im Falle Rnder verschieden) Druckbytes zu Papier bringen.
       An diesen Stellen liegen auch die Hilfslinien im Calamus-Dokument-
       fenster, sie kennzeichnen also bedruckbare Rnder.

       AUFBAUEN UND ABSCHNEIDEN
       Wenn Sie nun einen linken Rand von bspw. 5 cm angeben, so wird die
       linke Druckerhilfslinie im Calamus (sofern Sie sie eingeschaltet
       haben) auf 5 cm vom linken Seitenrand (physikalische Papiergre !)
       gezeichnet; beim Drucken wird alles was links von ihr ist, ABGE-
       SCHNITTEN und NICHT AUFGEBAUT! Am einfachsten ist dies an Hand eines
       Nadel- oder Tintenstrahldruckers zu erklren: Das erste Druckbyte der
       errechneten Seite wird einfach linksbndig am Druckkopfanschlag aus-
       gegeben. Ist dieser Anschlag 5 cm vom linken Papierende entfernt,
       so wird demnach alles, was aufgebaut worden ist, um 5 cm nach rechts
       verschoben! Einzige Abhilfe ist es also, die ersten 5 cm gar nicht
       aufzubauen, und genau das macht Calamus, wenn Sie im CDTG einen
       linken Papierrand von 5 cm einstellen.

       NACH DER THEORIE...
       ...oder wenn Sie vom Obenstehenden nur Bahnhof verstanden haben, nun
       zur Praxis; um die Rnder Ihres Druckers einzustellen, gehen Sie
       wie folgt vor:
       1.) (im CDTG:)
           Laden einer CDD-Datei fr den vorhandenen Drucker oder einen
           Kompatiblen.
       2.) Erzeugen eines Treibers mit allen bentigten Papierformaten.
           Stellen Sie jedoch zuvor ALLE Rnder auf 0.
       3.) (im Calamus:)
           Anlegen eines Dokumentes der gewnschten Papiergre mit einer
           Rasterflche, die mindestens so gro ist wie die gesamte physi-
           kalische Druckflche.
       4.) Ausdrucken der Seite mit dem in 2.) erzeugten Treibers unter
           Anwahl des entsprechenden Papierformates.
       5.) Wiederholen der Schritte 3.) und 4.) fr jedes gewnschte 
           Papierformat.
       6.) (im CDTG:)
           Messen und Eintragen aller entstandenen Rnder, alle Rnder,
           alle Papierformate.
       7.) Abspeichern als CDD-Datei
       8.) Treiber erzeigen

     - ZEITMESSUNG
       Alle Treiber sind mit der Mglichkeit zur Zeitmessung ausgestattet.
       Was wird dabei gemessen?
       1.) Seitenaufbau von Calamus
           Also der Zeitaufwand, der bentigt wird, whrend Calamus 'Seite
           X wird aufgebaut/gedreht/invertiert' ausgibt.
       2.) Berechnung der Druckdaten
           Umrechnung von Farben, Drehen von Druckbytes, Errechnen von
           Optimierungen, Komprimierung, Aufbau von Zwischenpuffern, Aufbau
           von Kontrollstrings fr den Drucker, also eigentlich alles, was
           normalerweise auch getan wird, bis auf die Versendung der Bytes
           zum Drucker!

     - TROUBLE-SHOOTING (hasta la vista, baby!)
       DIAGNOSE:
            Drucker lt sich trotz Wutausbrchen und Futritten nicht
            dazu bewegen, auch nur ein Byte zu verkosten! (Und das nicht nur
            im Calamus!)
       GRUND:
            Wahrscheinlich zu niedrige Centronics-Ausgabepegel (liegt am
            Soundchip, der ist fr Centronics-Ausgabe zustndig).
       THERAPIE:
            Druckerpegelverstrker zwischen Computer und Drucker schalten!
            (Am besten mit externer Stromversorgung)

       DIAGNOSE:
            Drucker druckt wirre Zeichenfolgen, Zeilenvorschbe, piept un-
            aufhrlich, luft in die Kche oder springt aus dem Kfig!
       GRUND:
            Das war die falsche Steuersequenz, um den Drucker auf Raster-
            grafikdaten einstzustimmen!
       THERAPIE:
            - andere CDD-Datei versuchen (falsche Emulation angesteuert)
            - DIP-Schalter falsch eingestellt (falsche Emulation des
              Druckers)
            - Im Handbuch nach 'Start Raster Graphics' oder hnlichem nach-
              schlagen und bei NEWLINE unter Druckcodes im CDTG eintragen.

       DIAGNOSE:
            Drucker druckt bei Dateiausgabe im Desktop oder in anderen
            Programmen, aber nicht mit Calamus!
       GRUND:
            Entweder zu schnelle Ausgabe (vor allem TT), oder falsche Steuer-
            codes.
       THERAPIE:
            - bei zu schneller Ausgabe auf die Schnittstelle 'Sonstige' im
              Calamus-Druckerformular umschalten.
            - bei falschen Druckcodes am besten andere CDD-Datei benutzen
              (falsche Emulation)

       DIAGNOSE:
            Drucker spuckt ein Blatt aus und druckt auf dem nchsten den
            Rest oder zieht ein weiteres Blatt zu weit ein!
       GRUND:
            Zu lange Blattlnge beim Drucker eingestellt, zu kleiner unterer
            Rand.
       THERAPIE:
            - Blattlnge beim Drucker kleiner einstellen in den PRINIT-Codes
              (Im Handbuch unter SET FORM LENGTH o.. nachschlagen)
            - Unteren Rand grer einstellen, dann wird weniger aufgebaut
              und dementsprechend gedruckt.

       DIAGNOSE:
            Drucker entwickelt Eigenleben und schneidet z.B. auf einer
            A3-Seite alles weg, was nicht zu A4 (ja, A vier!) gehrt!
            Dabei ist im CDTG A3 als Papierformat definiert!
            (Herr S. aus P.: "Schande, sowas! Unglaublich! Verdammte
             Computer! Nichts funktioniert! ICH WERD' MAURER!")
       GRUND:
            Der Drucker ist nicht auf die Papiergre vorbereitet, sondern
            denkt sich mit einer kleineren Papiergre gefttert.
       THERAPIE:
            - Wenn der Drucker nur nach unten hin abschneidet:
              Stellen Sie eine grere Blattlnge ein (PRINIT-Codes),
              normalerweise mit SET FORM LENGTH in inches (im Handbuch nach-
              schlagen)
            - Wenn der Drucker rechts und unten abschneidet:
              Suchen Sie im Handbuch nach einer Codesequenz, die die Blatt-
              gre bestimmt (z.B. SET FORM SIZE/SET PAGE SIZE/SET PAGE
              DIMENSIONS o..) und tragen Sie diese in die PRINIT-Codes ein.

     - WENN DAS ALLES NICHTS HILFT...
       ...hilft DMC. Bitte, bitte beschreiben Sie Ihr Drucker- oder Treiber-
       problem so detailliert wie mglich, denn Beschwerdebriefe im Stile
       von "MEIN DRUCKER DRUCKT NICHT" sind unkonstruktiv und bringen Sie
       und uns nicht weiter. Beschreiben Sie:
       - Ihre Calamus-Version (auch Ser.-Nr.)
       - Ihre Dokumentseitengre
       - Ihr Druckermodell mit evt. eingestellten Emulationen
       - den benutzten Druckertreiber
       - den aufgetretenen Fehler mglichst genau
       - Vernderungen an der mitgelieferten CDD-Datei
       Legen Sie, falls es sich um ein im Ausdruck sichtbares Problem han-
       delt, einen Ausdruck bei, auf dem Sie den Fehler markiert oder be-
       schriftet haben.

     wb Axel-M.C. Wagner (HDD), 03.08.92

     EPILOG
     Herr S. aus P.: "Was, Herr Wagner, heit eigentlich HDD?"
     AW aus DMC: "Ist doch klar:
                  Heftig Deplazierter Drucker(treiberbe)treiberquler!"
     Herr S. aus P.: "Wir danken Ihnen fr dieses Gebrll, Herr Wagner!"
     AW aus DMC: "Dann mu ich aber auch noch erzhlen, wie ich 1960 mit
                  meiner Tante aus..."
     (Hektisches Handgemenge mit dem Mikrofon)
     AW aus DMC: "... und berhaupt ..."
     [wegen berlnge gekrzt, die Red.]

*** End Of File ***
