    MagiC 3.0x auf dem Falcon030, erster Anlauf - Stand: 22.06.1995
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    1. Vorwort
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    Die Version dieses "Hacks" fr MagiC 2 drfte ja inzwischen einigen
    bekannt sein, da jedoch mittlerweile viele nur noch ein Interesse an 
    der Benutzung von MagiC 3 auf dem Falcon haben, habe ich den Hack jetzt 
    auch daran angepat. Die Vorgehensweise ist dabei fast identisch, 
    ebenso wie dieser Text. Ich habe mich jedoch entschlossen, ein 
    separates Archiv zu nehmen, um umstndliche Satzkonstruktionen wie 
    "Wenn man MagiC 2 hat, mu man jetzt... Aber nicht mit MagiC 3, da mu 
    man..." zu vermeiden und Verwechslungen vorzubeugen.

    Gleich vorweg: ich kann keinerlei Garantie fr die korrekte Funktion 
    dieses "Hacks" geben, deshalb sollte jedem klar sein, da er dies alles 
    auf *eigene Gefahr* durchfhrt (dies gilt insbesondere fr die 
    beschriebenen Patches fr MAGIC.RAM). Ich bernehme also auch keine 
    Haftung fr Schden, die direkt oder indirekt durch die Ausfhrung des 
    hier Beschriebenen oder die Benutzung der im Archiv enthaltenen 
    Programme entstanden sind ("indirekt" schliet hier ausdrcklich auch 
    Auswirkungen ein, die durch sptere Benutzung des "gehackten" MagiC 
    aufgetreten sind).

    Die Verffentlichung dieses Hacks fr MagiC 3 ist nicht direkt mit ASH 
    abgesprochen, aber da man nichts gegen die Verffentlichung der Version 
    fr MagiC 2 einzuwenden hat, gehe ich davon aus, da auch hier keine 
    Einwnde bestehen. Letzlich gbe es auch nichts, weswegen man es mir 
    verbieten knnte, da alle in diesem Archiv enthaltenen Programme mein 
    Copyright tragen...

    Bevor man sich in bergroer Erwartung auf den Durchfhrungsteil 
    strzt, sollte man sich zunchst Abschnitt 5 ber die Einschrnkungen 
    durchlesen und danach gut berlegen, ob man es trotzdem versuchen will.

    Ach ja, falls es jemand noch nicht gemerkt haben sollte: Dieser Hack 
    ist fr MagiC _3.0x_ gedacht, fr MagiC 2 existiert ein separates 
    Archiv mit dem Namen MGX2FCR3.LZH.

    Auerdem bitte ich darum, meine Mhe durch Geld- oder Sachspenden zu 
    honorieren (Details in Abschnitt 8). Fr die Arbeit, die in diesem Hack 
    fr MagiC 3 steckt (es ist natrlich in weiten Teilen die Arbeit, die 
    fr den Hack fr MagiC 2 ntig war), htte ein professioneller 
    Programmierer sicherlich gut kassiert, und deswegen wre es nur fair, 
    mir wenigstens eine kleine Anerkennung zukommen zu lassen, zumal ich 
    von ASH sicherlich nichts zu erwarten habe...


    2. Unterschiede zum Hack fr MagiC 2
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    Fr den Interessierten hier eine kurze Beschreibung, was die Version 
    fr MagiC 3 von der fr MagiC 2 unterscheidet:

    - In MGFPATCH.PRG mute die zu ndernde MagiC-interne Systemvariable, 
      die die Erkennung von DD-Disketten ermglicht, angepat werden
    - Ein weiterer Patch an MAGIC.RAM ist ntig geworden, da der Kernel, 
      wenn sich nach dem Ausfhren des Bootsektors der Vektor hdv_rw 
      gendert hat (und genau das ist ja beim FixMe-Bootsektor der Fall, da 
      er den Plattentreiber startet), eine Routine _nicht_ ausfhrt, die, 
      soweit ich das beim ersten berfliegen gemerkt habe, wichtig fr das 
      weitere Speichermanagement ist. Das fhrt leider dazu, da MagiC 3 
      nach dem Bootsektor sofort abstrzt. Der neue Patch verhindert das.
    - MagiC 3 stellt zwar den GEMDOS-Call Srealloc zur Verfgung, den 
      BlowUP bzw. Screenblaster bentigen, um Speicher fr den Bildschirm 
      anzufordern, aber leider hat sich gezeigt, da dies zumindest mit 
      BlowUP irgendwie nicht klappt (Srealloc liefert 0 zurck, obwohl 
      eigentlich genug Speicher frei ist). Daher habe ich MGFVIDEO.PRG 
      unverndert gelassen, was zwar unter Umstnden zu einem gewissen 
      Speicherverlust fhrt, der sich aber in der Regel verkraften lassen 
      sollte.


    3. Was ist zu tun?
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    Ich erklre hier das Vorgehen schrittweise: Die Installation von MagiC 
    und der Zusatzprogramme auf Festplatte, die ntigen Patches fr 
    MAGIC.RAM, Vorbereitungen fr hhere Auflsungen, Erzeugen des FixMe-
    Bootsektors und eventuelle zustzliche Schritte.


    3.1. Installation von MagiC und den Zusatzprogrammen
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    Der erste Schritt ist es, den Falcon in ST-Mittel booten zu lassen, was 
    sich leicht mit einem der vielen NV-Ram-Konfigurationstools erreichen 
    lt. Dabei darauf achten, da man wirklich den Kompatibilittsmodus 
    mit 640x200 in 4 Farben gewhlt hat und nicht versehentlich 640x240 in 
    4 Farben. Wer den Falcon nur am SM124 betreibt, braucht sich hierber 
    natrlich keine Sorgen zu machen... Wer das nicht mchte, weil ST-
    Mittel auf einem VGA-Monitor einfach nur grausam aussieht, kann 
    alternativ dazu das Miniprogramm STMED.PRG in den Auto-Ordner kopieren, 
    dazu gleich.

    Man installiert MagiC ganz einfach mit dem Installationsprogramm auf 
    der Bootpartition (also in der Regel C:), wobei als Bootauflsung 
    "Default" zu whlen ist. Anschlieend sollte man MAGXBOOT.PRG mit einem 
    geeigneten Utility (z.B. XBoot oder DirSort) mglichst weit an den 
    physikalischen Anfang des Auto-Ordners verschieben (am besten direkt 
    hinter den eventuell vorhandenen Bootwhler). Wer, wie oben 
    beschrieben, STMED.PRG statt der Umkonfiguration des Falcons benutzen 
    mchte, mu es jetzt direkt vor MAGXBOOT.PRG schieben, sonst wird beim 
    Booten von MagiC in einen unsinnigen (u.U. sogar fr den Monitor 
    gefhrlichen) Videomodus geschaltet.

    Als nchstes wird das Programm MGFPATCH.PRG aus diesem Archiv in den 
    Auto-Ordner der Bootpartition kopiert, und zwar mglichst direkt 
    hinter MAGXBOOT.PRG.

    Wer nicht nur in ST-Mittel arbeiten mchte, mu als nchsten Schritt 
    das Programm MGFVIDEO.PRG in den Auto-Ordner kopieren, und zwar 
    physikalisch _vor_ ein vorhandenes NVDI. Weitere Ausfhrungen dazu 
    unter Abschnitt 3.3.

    Als letztes Zusatzprogramm mu noch MGFSNDFX.PRG in den Auto-Ordner 
    kopiert werden, wobei hier die Position innerhalb des Ordners 
    unerheblich ist.


    3.2. Ntige Patches fr MAGIC.RAM
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    Fr den Betrieb am Falcon sind ein paar nderungen an der Datei 
    MAGIC.RAM ntig. Da es verschiedene Versionen dieser Datei gibt, mu 
    die nderung ber Suchen und Ersetzen von Bytefolgen geschehen, da die 
    Offsets von Version zu Version unterschiedlich sind. Sollte eine der 
    Bytefolgen nicht zu finden sein (unwahrscheinlich), lt sich der 
    jeweilige Patch nicht durchfhren, was leider dazu fhrt, da dieses 
    MagiC nicht oder nur eingeschrnkt auf dem Falcon benutzt werden kann.

    Ebenso gilt: Ist die angegebene zu suchende Bytefolge in MAGIC.RAM mehr 
    als einmal vorhanden, kann nicht eindeutig gepatcht werden, womit ein 
    Betrieb am Falcon auch unmglich oder zumindest stark eingeschrnkt 
    wird. Allerdings ist dies ebenfalls sehr unwahrscheinlich, sei aber 
    sicherheitshalber erwhnt.

    Zum Patchen nimmt man am besten ein Disktool, das in einer Datei nach 
    Bytefolgen suchen kann und dann auch nderungen zult, oder einen 
    Debugger. Als Disktool sei Diskus genannt, als Debugger eignen sich 
    Peacebug oder Bugaboo (wobei man MAGIC.RAM per LOAD und nicht mit 
    LEXECUTE laden mu!)

    Die prinzipielle Vorgehensweise ist einfach: Es mu eine gegebene Byte- 
    bzw. Wortfolge gesucht und danach ganz oder teilweise gendert werden. 
    Beim Patch aus 3.2.2. mu dabei aufgepat werden, denn es mu nach 4 
    Worten gesucht, ab der Fundstelle aber 24 Worte ersetzt werden. In 
    diesem Fall mssen also nicht nur die 4 gefundenen, sondern auch die 20 
    nach der gesuchten Folge stehenden Wrter durch neue ersetzt werden.

    Bevor man munter drauflospatcht sollte man erstmal eine Kopie der Datei 
    MAGIC.RAM anlegen, damit man, falls etwas schiefluft, nicht gleich neu 
    installieren mu.

    Selbstverstndlich darf die so gepatchte MAGIC.RAM auch nur noch am 
    Falcon betrieben werden!


    3.2.1. Vorbereitung hherer Auflsungen und des Betriebs am SM124
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    Diese beiden Patches werden nur dann bentigt, wenn man MagiC mit dem 
    SM124 oder, bei den anderen Monitortypen, nicht nur in ST-Mittel 
    benutzen will. Es gibt dafr zwei verschiedene Mglichkeiten, man mu 
    sich fr eine entscheiden, da beide zusammen unsinnig sind (Variante 2 
    beinhaltet praktisch Variante 1).

    Variante 1:
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    Dieser einfache Patch sorgt dafr, da beim Erkennen eines 
    Auflsungswechsels kein Reset mehr durchgefhrt wird. Am SM124 werden 
    wegen eines Unterschieds in einem Hardwareregister stndig 
    Auflsungswechsel erkannt, bei den restlichen Monitortypen dann, wenn 
    auf eine andere Auflsung als ST-Niedrig oder ST-Mittel umgeschaltet 
    wird. Nachteil: STE-DMA-Sound kann mit diesem Patch nur am SM124 
    benutzt werden (auch hier wegen eines Unterschieds in einem 
    Hardwareregister), da sonst beim ersten gespielten Samplewert direkt 
    auf ST-Hoch (und zwar mit den echten ST-Synchronisationswerten!) 
    umgeschaltet wird.

    In MAGIC.RAM die Bytefolge 0x6010, 0x4a01, 0x6a1a suchen und 0x6a1a 
    durch 0x601a ersetzen.

    Variante 2:
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    Dieser etwas umfangreichere (und auch riskantere) Patch entfernt die 
    komplette Auflsungserkennung aus der VBL-Routine von MagiC und sorgt 
    so dafr, da kein Reset mehr durchgefhrt wird _und_ DMA-Sounds mit 
    allen Monitortypen gespielt werden knnen. Nachteil: Es wird ein 
    Sprungbefehl neu erzeugt, und es ist nicht garantiert, da dieser bei 
    allen Versionen von MAGIC.RAM auch das richtige Ziel trifft.

    In MAGIC.RAM die Bytefolge 0x4a38, 0x0d2c, 0x676a suchen und die ersten 
    beiden Werte durch 0x6000, 0x00a6 ersetzen.


    3.2.2. Anpassung der Disk-Schreibroutinen
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    Die Steuerung des Diskettenlaufwerks erfolgt beim Falcon geringfgig 
    anders als beim TT, daher strzen Programme, die direkt die Hardware 
    ansprechen, beim Schreiben mit zwei Bomben ab, also auch der MagiC-
    Kernel. Der folgende Patch quetscht die beim Falcon ntige Bittest-
    Schleife in die MagiC-Diskroutinen, wobei eine Abfrage auf >= 68030 
    herausfllt, was beim Falcon aber nicht von Bedeutung ist. Vielen Dank 
    an dieser Stelle an Uwe Seimet, der mir den genannten Unterschied 
    zwischen TT und Falcon erklrt hat.

    Fr diesen Patch folgende Bytefolge suchen: 0x611e, 0x31c6, 0x8604, 
    0x4e75. Ab der Fundposition (inklusive!) folgende Werte einsetzen 
    (nicht einfgen, auch wenn es mehr Bytes sind, nur berschreiben!):
    0x6126, 0x31c6, 0x8604, 0x6018, 0x611e, 0x31c7, 0x8604, 0x6010,
    0x6116, 0x3e38, 0x8604, 0x4e75, 0x610e, 0x3038, 0x8604, 0x4e75,
    0x0838, 0x0003, 0x860f, 0x66f8, 0x48e7, 0xc000, 0x4e7a, 0x0002.


    3.2.3. Vorbereitung fr Warmstarts per Tastatur
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    Normalerweise strzt MagiC beim Versuch, mit CTRL-ALT-DEL einen 
    Warmstart auszulsen, wunderschn ab. Gleiches gilt fr 
    Auflsungswechsel aus Thing oder Ease heraus. Da sich das Problem nicht 
    alleine durch eine zustzlich eingehngte Resetroutine lsen lt (was 
    von MGFPATCH.PRG gemacht wird, dazu spter), mu die Warmstartroutine 
    von MagiC durch einen Aufruf der "echten" Warmstartroutine des TOS 
    ersetzt werden (MagiC geht dabei nicht verloren, weil es sich ja im 
    Resetvektor eingenistet hat).

    In MAGIC.RAM die Bytefolge 0x4238, 0x0426, 0x46fc, 0x2700, 0x0c78 
    suchen und die letzten drei Werte durch 0x2078, 0x0004, 0x4ed0 ersetzen.


    3.2.4. Ermglichen des Bootens von Festplatte
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    Wie ich schon ich Abschnitt 2 beschrieben habe, ist bei MagiC 3 neben 
    dem FixMe-Bootsektor noch ein Patch an MAGIC.RAM ntig, um von 
    Festplatte booten zu knnen. Dazu die Bytefolge 0x6100, 0x10b6, 0x205f, 
    0xb1f8, 0x0476, 0x660a suchen und 0x660a durch 0x6604 ersetzen.


    3.3. Benutzung hherer Auflsungen
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    Wer MagiC 3 am Falcon nicht nur in ST-Mittel betreiben will, mu 
    weitere Vorbereitungen treffen. Eines ist dabei ganz wichtig: Die 
    beschriebene Datei MGFVIDEO.INF mu immer mit einem CR/LF oder LF 
    beendet werden, darf also nicht direkt mit einer Zahl enden!

    Darberhinaus ist zu beachten, da man immer XControl mit Farb-CPX 
    geladen haben sollte, da sonst die Standardfarben nicht stimmen.

    3.3.1. Ohne NVDI
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    Wer kein NVDI hat, kann leider nur 640x400x2 (ST-Hoch) realisieren, 
    aber das ist ja auch besser als nichts... Hierzu im Wurzelverzeichnis 
    des Bootlaufwerks oder im Auto-Ordner die Datei MGFVIDEO.INF anlegen 
    und ihr folgenden Inhalt geben:

    1:32768

    Mehr ist nicht zu tun.


    3.3.2. Mit NVDI und Screenblaster/BlowUP
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    Mit dem Screenblaster I/II lassen sich in den Farbtiefen 2, 4 und 16 
    hhere Auflsungen benutzen, mit BlowUP nur in 2 und 16 Farben. Die 
    Benutzung der Screenblaster-III-Software ist leider nicht mglich. 
    Vielleicht geht es, wenn man in der MAGX.INF #_DEV 5 eintrgt, das 
    konnte ich aber bisher nicht testen. Zur Not einfach mal ausprobieren...

    Zunchst mu berechnet werden, wieviel Speicher der Bildschirm in der 
    maximal genutzten Auflsung und Farbtiefe bentigt (MagiC 3 kennt 
    Srealloc zwar, aber zumindest mit BlowUP klappt es irgendwie nicht, 
    deswegen mu MGFVideo den Speicher statisch im Voraus reservieren und 
    Srealloc dann simulieren). Die Formel lautet:

    (X-Auflsung * Y-Auflsung) / Farbfaktor + 512

    Farbfaktor ist dabei fr 16 Farben 2, fr 4 Farben 4 und fr 2 Farben 
    8. Mchte man also hchstens 800x608x16 verwenden, ergibt sich der Wert 
    243712.

    Als nchstes mu man im Wurzelverzeichnis des Bootlaufwerks oder im 
    Auto-Ordner die Datei MGFVIDEO.INF anlegen und ihr folgenden Inhalt 
    geben:

    Fr BlowUP mit 2 Farben:
    1:<Berechneter Wert>

    Fr BlowUP mit 16 Farben:
    2:<Berechneter Wert>

    Fr Screenblaster:
    0:<Berechneter Wert>

    Selbstverstndlich mu fr <Berechneter Wert> die Zahl eingetragen 
    werden, die vorhin fr die maximal gewnschte Auflsung bestimmt 
    wurde, also 243712 fr 800x608x16.

    Fr Screenblaster I/II mu noch in der Datei MAGX.INF im 
    Wurzelverzeichnis des Bootlaufwerks die 1 der Zeile #_DEV 1 durch den 
    Wert fr die gewnschte Default-Farbtiefe ersetzt werden: 2 fr 16 
    Farben, 3 fr 4 Farben und 4 fr 2 Farben. Eventuell klappt es mit 
    Screenblaster III, wenn hier eine 5 eingetragen ist, aber das ist nur 
    spekulativ. Wichtig: Dies gilt wirklich nur fr Screenblaster! Bei 
    BlowUP und ohne Auflsungserweiterung mu hier die 1 stehenbleiben!

    Es kann brigens passieren, da der Screenblaster-Screen zur 
    Auflsungswahl etwas eigenartig aussieht, aber das sollte niemanden 
    ernsthaft stren...


    3.3.3. Mit NVDI ohne Auflsungserweiterung
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    Auch das ist mglich, allerdings ist man dann auf 640x400x2 (ST-Hoch) 
    oder 640x480x16 (TT-Mittel) beschrnkt. Fr ersteres mu die Datei 
    MGFVIDEO.INF im Wurzelverzeichnis des Bootlaufwerks oder im Auto-
    Ordner folgenden Inhalt haben:

    1:32768

    Fr TT-Mittel mu sie wie folgt aussehen:

    2:154112


    3.4. Erzeugung des FixMe-Bootsektors
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    Damit MagiC richtig booten kann mu eine HD-Diskette mit einem 
    speziellen Bootsektor prpariert werden, der folgende Dinge erledigt 
    (natrlich nur, wenn MagiC bereits aktiv ist):

    - Auslesen der Echtzeituhr und bertragung in die GEMDOS/XBIOS-Uhr
    - Korrektur der System-Cookies (dabei wird _SND auf 3 gesetzt, weil ja 
      die neuen XBIOS-Aufrufe fr das Soundsubsystem nicht vorhanden sind)
    - Reset am SCSI-Bus (dies kann nicht in der von MGFPatch installierten 
      Reset-Routine geschehen, weil hier die Systemtimer noch nicht aktiv 
      sind)
    - Bootversuch von dem/den gewnschten Device(s)

    Zur Installation des Bootsektors dient FIXINST.PRG. Nach dem Start wird 
    man zunchst gefragt, welchen Typ von Bootsektor man haben mchte. 
    Dabei bedeutet:

    IDE: Der Bootversuch erfolgt zunchst von IDE-Einheit 0, dann von den 
    SCSI-Gerten 0 bis 7.

    SCSI: Der Bootversuch erfolgt zunchst von den SCSI-Gerten 0 bis 7, 
    dann von IDE-Einheit 0 (dies ist besonders fr die Leute gedacht, die 
    keine interne Platte haben, um so den Timeout umgehen zu knnen).

    Disk: Es wird kein Bootversuch vorgenommen, stattdessen wird von 
    Diskette gebootet. Fr diesen Fall ist auf der gleichen Diskette ein 
    Auto-Ordner anzulegen, in den zuerst der Harddisk-Treiber und danach 
    das Programm AUTOX.PRG (aus dem Ordner AUTOX dieses Archivs) kopiert 
    werden mu. Das X von AUTOX.PRG ist dabei durch den Buchstaben der 
    Bootpartition zu ersetzen, also in den meisten Fllen durch C. Dadurch 
    wird auch der Auto-Ordner der Festplatte ausgefhrt.

    Als nchstes mu gewhlt werden, ob der _VDO-Cookie eine STE- oder eine 
    Falcon-Videohardware anzeigen soll. STE ist dabei nur zu whlen, wenn 
    man kein NVDI hat oder NVDI ohne MGFVideo betreiben will.

    Jetzt wird der Bootsektor, nach einer Abfrage, auf die Diskette 
    geschrieben. Dabei wird auch eine Datei mit dem Namen FIXME.OVL im 
    Wurzelverzeichnis der Diskette angelegt, sie darf _auf keinen Fall_ 
    gelscht werden, weil sonst nicht richtig gebootet wird!


    3.5. Restliche Schritte
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    Die Vorbereitung von MagiC 3 fr den Falcon ist damit abgeschlossen, 
    eine wichtige Sache ist noch zu beachten: Benutzt man XBOOT, sollte man 
    STMED.PRG physikalisch zwischen XBOOT und MAGXBOOT plazieren, auch wenn 
    man den Falcon in ST-Mittel booten lt (sonst wird nach dem Verlassen 
    von XBOOT nicht auf ST-Mittel zurckschaltet). Auerdem darf XBOOT 
    unter MagiC selbst nicht aufgerufen werden, weil es nmlich versucht, 
    eine hhere Auflsung einzustellen, was zu dem frhen Zeitpunkt aber 
    noch nicht mglich ist.

    Hat man alles fertig, kann man jetzt einen Reset auslsen und schauen, 
    ob alles so funktioniert, wie es soll (die Diskette mit dem FixMe-
    Bootsektor mu selbstverstndlich eingelegt sein). Dabei sollte man 
    zunchst mglichst wenig zustzliche Auto-Ordner-Programme (auer 
    natrlich den fr MagiC zwingend ntigen) oder Accessories aktiv haben, 
    weil einige nicht richtig mit MagiC laufen. Vor allem darf man keine 
    Falcon-spezifischen Sachen aktiv haben, sonst gibt's Mll...

    Sollte nach dem Reset MagiC nicht wie gewnscht booten oder laufen, 
    sollte man sich Abschnitt 7 ansehen und, wenn das nichts hilft, mit mir 
    Kontakt aufnehmen.


    4. Kurzbeschreibung der Auto-Ordner-Programme
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    MGFPATCH.PRG:
    Dieses residente Programm installiert eine Reset-Routine, die dafr 
    sorgt, da die Video- und die Soundhardware zurckgesetzt wird, da 
    sonst der Warmstart hngenbleibt. Darberhinaus klinkt es sich in den 
    BIOS- und den XBIOS-Trap ein und sorgt dort durch kurzzeitiges ndern 
    einer MagiC-internen Systemvariablen dafr, da DD-Disketten korrekt 
    erkannt werden.

    MGFVIDEO.PRG:
    Dieses ebenfalls residente Programm klinkt sich in GEMDOS und XBIOS ein 
    und fingiert dort, dem Inhalt von MGFVIDEO.INF entsprechend, den GEMDOS-
    Call Srealloc sowie einige XBIOS-Calls des Falcons. Sie sind dadurch 
    aber nicht korrekt vorhanden, sondern lediglich so implementiert, da 
    NVDI und Screenblaster/BlowUP darauf hereinfallen.

    MGFSNDFX.PRG:
    Setzt das Soundsubsystem in den STE-kompatiblen Modus. Da es nicht 
    resident ist, kann es auch nachtrglich erneut gestartet werden, was 
    unter Umstnden ntig ist, wenn ein Programm mit STE-DMA-Sound 0xff8900 
    berschreibt und somit die Frame-Ende-Interrupts abschaltet.

    STMED.PRG:
    Miniprogramm, das auf ST-Mittel umschaltet.

    AUTOX.PRG:
    Programm zum Abarbeiten eines Auto-Ordners auf einem beliebigen anderen 
    GEMDOS-Laufwerk, siehe separate Anleitung im Ordner AUTOX dieses 
    Archivs.


    5. Einschrnkungen von MagiC 3 auf dem Falcon
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    - Die Ansteuerung der seriellen Schnittstelle scheint nicht zu 
      funktionieren (kann ich nicht selbst testen). Ach ja, mit HSMODEM 
      klappt es jedenfalls einwandfrei.
    - Es sind nur bedingt hhere Auflsungen mglich (siehe Abschnitt 3.3)
    - Hintergrund-DMA drfte weder mit Platten am IDE- noch mit solchen am 
      SCSI-Bus funktionieren, daher sollte man diese Option abschalten und 
      nur das Programm FLOCK_OK.PRG aus der MagiC-3-Distribution benutzen, 
      um den Floppy-Hintergrundbetrieb nutzen zu knnen (habe ich aber 
      selbst nicht probiert!)
    - Natrlich hat auch MagiC 3.0x keine der neuen Systemfunktionen des 
      Falcon, daher knnen Sound-Subsystem, DSP und VIDEL nur per direktem 
      Hardware-Zugriff angesteuert werden. Aus diesem Grund wird auch der 
      _SND-Cookie vom FixMe-Bootsektor nur auf 3 gesetzt (also Yamaha- und 
      STE-DMA-Sound). MGFSNDFX.PRG sorgt dann dafr, da das Soundsubsystem 
      in den STE-kompatiblen Modus geschaltet wird.
    - Es gibt einen guten Grund, warum SndFix nicht in den FixMe-Bootsektor 
      integriert ist: manche Programme mit STE-DMA-Sound berschreiben 
      0xff8900, so da alle Frame-Ende-Interrupts abgeschaltet sind. In 
      diesem Fall mu MGSNDFX.PRG einfach nochmals gestartet werden, dann 
      sollte das Abspielen von Samples wieder mglich sein.
    - Man sollte Programme mit STE-DMA-Sound nur dann benutzen, wenn man 
      MagiC am SM124 betreibt oder den zweiten Video-Patch vorgenommen hat, 
      da an allen anderen Monitoren sonst versucht wird, auf ST-Hoch 
      umzuschalten (mit 71Hz, und das geht nie gut...)
    - Beim Booten von MagiC *mu* die Diskette mit dem FixMe-Bootsektor 
      eingelegt sein, sonst klappt's nicht!
    - Wenn man alle diese Einschrnkungen bercksichtigt, ist ein Betrieb 
      von MagiC 3.0x auf dem Falcon mglich. Allerdings funktioniert nicht 
      alles so, wie es soll, daher ist es besser, auf die offizielle Falcon-
      Version zu warten, wenn man MagiC im Dauerbetrieb nutzen will. 
      Allerdings ist es in meinen Augen durchaus sinnvoll einsetzbar, 
      solange man auf Falcon-spezifische Software verzichten kann.


    6. Darf der Hack weitergegeben werden?
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    Klar doch. Aber nur kostenlos (PD-Versender drfen es auch, solange der 
    Diskettenpreis <= 10 DM ist) und nur das Originalarchiv, auch nicht 
    ausgepackt. Das soll keine Schikane sein, es soll nur (halbwegs) 
    sicherstellen, da keine Datei fehlt und dieser Text unverndert 
    vorhanden ist.

    AutoX (im entsprechenden Ordner des Archivs) darf brigens separat 
    weitergegeben werden, nheres dazu findet sich in der dazugehrigen 
    Beschreibung.


    7. Wenn's nicht klappt
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    Leider kann ich, wie bereits gesagt, nicht garantieren, da das hier 
    Beschriebene bei jedem klappt. Ich zumindest habe bisher auf zwei 
    Falcons mit TOS 4.01 und TOS 4.04 (wobei die TOS-Version eigentlich 
    keine Rolle spielen drfte) den Hack erfolgreich getestet. Sollte es 
    dennoch nicht klappen, hier eine kleine Liste mit Problemen und ihren 
    mglichen Lsungen.

    Problem:
    Beim Ausfhren von MAGXBOOT.PRG schaltet der Falcon in einen unsinnigen 
    Videomodus (sprich: es flimmert wie der Weltmeister) und nix weiter 
    passiert.

    Mgliche Lsungen:
    Es wurde vergessen, den Falcon so zu konfigurieren, da er in ST-Mittel 
    bootet, oder STMED.PRG direkt vor MAGXBOOT.PRG zu plazieren. Im ersten 
    Fall die Konfiguration ndern (und zwar wirklich auf den 
    _Kompatibilittsmodus_ mit 640x200x4!), im zweiten das Miniprogramm 
    STMED.PRG aus diesem Archiv physikalisch direkt vor MAGXBOOT.PRG 
    plazieren.

    Problem:
    Der Festplattentreiber erkennt, von Festplatte gebootet, keine oder 
    nicht alle Platten.

    Mgliche Lsung:
    Testweise den FixMe-Bootsektor fr Diskettenbetrieb benutzen (dabei den 
    Auto-Ordner auf der Diskette nicht vergessen, siehe 3.4.) oder einen 
    anderen Treiber versuchen (beispielsweise AHDI).

    Problem:
    Der Festplattentreiber erkennt, von Diskette geladen, die Platten nicht.

    Mgliche Lsung:
    Leider nur die: Anderen Treiber, beispielsweise HDDriver oder AHDI, 
    benutzen, da der momentane Treiber wohl auch beim Booten von Diskette 
    per DMAread auf die Platten zuzugreifen versucht.

    Problem:
    Nach dem Starten von MagiC oder nach einem Reset wird nicht von 
    Festplatte gebootet und es erscheint sofort der Desktop mit einem 
    Fileselector, der nach einer auszufhrenden Datei fragt.

    Mgliche Lsung:
    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde vergessen, die 
    Diskette mit dem FixMe-Bootsektor einzulegen, denn dann kann MagiC 
    nicht richtig booten und findet natrlich auch den Desktop nicht. 
    Dummerweise ist jetzt aber die Resetroutine von MGFPatch nicht mehr 
    aktiv, also mu man einen Kaltstart durchfhren.

    Problem:
    Die hhere Auflsung erscheint wie gewnscht, aber die Farben sind 
    vllig falsch eingestellt.

    Mgliche Lsung:
    Es wurde vergessen, XControl mit Farb-CPX zu aktivieren, da nur so 
    gewhrleistet ist, da die Standardfarben korrekt gesetzt werden.

    So, das waren die wichtigsten Sachen, die mir so auf Anhieb einfallen. 
    Wer ein Problem hat, MagiC auf seinem Falcon wie beschrieben zum Laufen 
    zu bringen, das nicht in der obigen Liste auftaucht oder mit den 
    genannten mglichen Lsungen nicht zu beheben ist, sollte sich an mich 
    wenden; ich versuche dann zu helfen, soweit das mglich ist. 


    8. Meine Adresse und Bankverbindung
    -----------------------------------

    Zu erreichen bin ich unter folgender Adresse:

    Thomas Binder
    Johann-Valentin-May-Strae 7
    64665 Alsbach-Hhnlein
    Deutschland

    Telefon: 0 62 57 / 6 43 04

    InterNet: binder@rbg.informatik.th-darmstadt.de
    IRC: Gryf

    Meine Bankverbindung:
    Dresdner Bank AG Frankfurt am Main
    Konto-Nr. 9 024 050 00
    BLZ 500 800 00

    Ich wre wirklich froh, wenn jemand bereit wre, mir meine Mhe zu 
    honorieren. Es mu wirklich nicht viel sein, ich freue mich auch ber 
    Disketten, CD-ROMs, Briefe, Postkarten, etc. Auch eine bersetzung 
    dieses Textes in andere Sprachen (vorrangig Englisch) wre eine prima 
    Sache!


    9. Das "Bonbon" ;)
    ------------------

    Nicht jeder will dauerhaft mit MagiC arbeiten, und unter Umstnden ist 
    es dann nervig oder unerwnscht, einen Kaltstart durchzufhren bzw. den 
    Rechner auszuschalten. Das Miniprogramm KILLMAGX.PRG lst dieses 
    Problem: Einfach aufrufen, und schon bootet der Rechner ohne MagiC. Das 
    Programm ist brigens so geschrieben, da es auf allen Rechnertypen, 
    auf denen MagiC benutzt werden kann, laufen sollte.


    10. Schluworte
    ---------------

    Ich hoffe, da mit dem vorliegenden Hacks fr MagiC 3 viele etwas 
    anfangen und von den neuen Mglichkeiten profitieren knnen.

    Kleiner Tip noch: Wer auf MOD-Files im Hintergrund steht, sollte mal 
    FalcPlay 1.6 im VT52-Fenster probieren, luft einwandfrei, weil es nur 
    mit direkten Hardwarezugriffen arbeitet. Das ist zwar eigentlich nicht 
    so fein, hier aber natrlich sehr von Nutzen...

    Ich wnsche allen viel Erfolg mit MagiC 3 auf dem Falcon!

