Anleitung zur 16 MHz Platine
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Fr die 16 MHz Platine brauchen wir einen 68000'er, der 16 MHz verkraftet,
denn der normale 68000'er hlt nur 8 MHz aus. Der 68000/16 kostet ungefhr
60,- (Ich hab damals knapp 90,- hinblttern mssen, er drfte aber billiger
geworden sein).

Der alte 68000'er Prozessor muss ausgeltet werden. Dann bastelt man sich
ein kleines Platinchen (Lochraster oder 3-Loch-Streifen), bei dem bis
auf die Taktleitung (Pin 15), alle Pin's durchverbunden werden.
Die 'alte' Taktleitung, an der ja 8 MHz anliegen, wird auf die Schaltung
gegeben.
(Man kann den neuen Prozessor auch nur sockeln und den 'Taktpin' umbiegen)

Zustzlich braucht die Schaltung 16 MHz. Die greift man am besten an der
MMU ab (Pin 5). Dann braucht die Schaltung noch die Prozessorsignale:
- BG  (Pin 11)
- LDS (Pin 8)
- UDS (Pin 7)

Die drei IC's fr die Schaltung mssen HC (oder HCT oder ALS) Typen sein!
Andere Typen sind nmlich zu trge, d.h. die Signale haben eine zu grosse
Verzgerungszeit.
Es empfiehlt sich, die drei IC's mit 100 nF abzublocken.

Tja, Schaltung aufbauen und los geht's.




Funktionsweise der Schaltung
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Hier wird's nun verraten. Es sind eigentlich keine 16 MHz, mit denen der 
Prozessor luft, sondern nun effektive ca. 10 MHz.
Warum? Ganz einfach.

Man kann den Prozessor nicht mit 16 MHz voll auslasten, weil dann auch
Buszugriffe mit 16 MHz durchgefhrt wrden, und das wre zu schnell fr die
auf 8 MHz ausgelegten Systemkomponenten (MMU, GLUE, DMA, ...).

Der Trick ist folgender. Man fhrt den Prozessor mit 16 MHz nur dann, wenn
er keine Buszugriffe durchfhrt. Falls er welche durchfhren will, wird halt
auf 8 MHz zurckgeschaltet. Das bedeutet, dass der MOVE-Befehl gar nicht
schneller, interne Rechenbefehle (z.B. MULU, DIV) doppelt so schnell ausge-
fhrt werden. Ein MULU-Befehl braucht ca. 154 Taktzyklen. Bei 16 MHz sind's
dann nur noch halb so viel. Hier schlagen die 16 MHz also voll zu Buche.


In der Praxis heisst das, dass nicht alle Programme merklich schneller sind,
sondern nur die, die viel rechnen. Der lahme Editor von Turbo C fuer den ST
ist z.B. schneller geworden, auch Grafikdemo's (STad-Demo).
Tempus, dass ohne GEM auskommt, ist dagegen nicht schneller geworden, weil
es den Text eben nicht ber GEM ausgibt, sondern direkt in den Bildschirm-
speicher schreibt.

Aber was soll's. Ich bin voll zufrieden, fr 60,- Mark lohnt es sich allemal.


Ach ja, ich vergass. Der Schalter in dem Plan dient dazu, die 16 MHz ein-
und auszuschalten. Bei geschlossenem Schalter luft der ST nur mit 8 MHz.
Genauso verhalten sich die Signale BG, UDS und LDS. Sie werden bei einem
Buszugriff (UDS, LDS) oder Kontrollabgabe des Prozessor's an den DMA-Chip
(BG) low, d.h. immer wenn ein Eingang des NAND-Gatters low wird, luft
der ST auf 8 MHz, ansonsten auf 16 MHz.

Die Taktsignale laufen deshalb auf'n NAND, weil sie die 1. pos. Flanke
ausmaskieren, bei der dann die Umschaltung erfolgt.
Es ist unbedingt wichtig, dass die 8 MHz auf das NAND gehen, auf das das
Q-Signal vom D-Flipflop luft, und die 16 MHz auf das NAND, dass mit dem
Q-quer-Signal verbunden ist.



Wenn es nicht auf Anhieb funktionieren sollte, erstmal die Signale und 
Verbindungen abchecken. Sollte das keinen Erfolg bringen, und der Prozessor
verabschiedet sich mit 'nem Bus-Error (BERR-Signal (Pin 22) = low),
dann kann es auch sein, dass die Anschlussleitungen zu lang sind, b.z.w.
zu dicht ber/nebeneinander liegen und sich dann beeinflussen.
Also Kabel verkrzen, und Platz zwischen ihnen schaffen.



Viel Erfolg wnscht euch
Euer Elwood.





PS:  Der Schaltplan ist im Screenformat abgelegt. Drfte wohl kein Problem
     sein.

