 Selbstbau eines Computer-Scanners, Erfahrungsbericht

                            Einfhrung

 Das Wort "Scanner" kommt aus dem Englischen.  "To scan"  bedeutet 
 abtasten  oder  auch  berfliegen.  Der  Hobby  Computer-Anwender 
 versteht darunter ein Gert, das Bild-Vorlagen in (s)einen Compu-
 ter einliest.

 Im Gegensatz zu den schnellen Video-Digitisern wird beim  Scanner 
 eine  lichtempfndliche Photozelle in kleinen Abstnden ber  eine 
 Vorlage  gefhrt.  Fr jeden Abtast-Schritt werden  dem  Computer 
 Helligkeitsdaten bermittelt.  So wird die Vorlage Zeile um Zeile 
 eingelesen.

 Ausgehend  davon kam ich - wie sicherlich andere schon vor mir  - 
 auf den Gedanken da die Photozelle von meinen Drucker fortbewegt 
 werden  knnte.  Dazu  gengt es,  die Photozelle  in  ein  altes 
 Farbbandgehuse einzubauen.

 Mit  einer  kleinen  Sequenz von Steuerzeichen  lassen  sich  die 
 meisten Drucker zum Scannen zweckentfremden. Nach einigen hundert 
 horizontal-Schritten folgt ein Wagenrcklauf um die nchste Zeile 
 zu  lesen.  Die Vorlagen mssen sich hierbei alle in den  Drucker 
 einspannen lassen.

 Wer  einen  Flachbettplotter sein eigen  nennt,  kann  z.B.  auch 
 Plattenhllen bequem abtasten.  Ein Plotter macht auerdem  keine 
 Anstalten  bei  der  Ansteuerung.  Einige  Drucker  zeigen,  dank 
 modernster Wegeoptimierung,  ein groes Ma an Starrsinn.  Manche 
 Gerte  versalzen  selbst einem  trickreichen  Programmierer  die 
 Suppe indem sie stets einen Wagenrcklauf abwarten und dann emsig 
 aber viel zu schnell ber die Vorlage flitzen. 

 Folgendes wird also zum Scannen bentigt:

 1. Einen (einfachen)Drucker oder ein Plotter
 2. Eine Photozelle mit logarithmischem A/D-Wandler
 3.   Scannersoftware  mit  USM-Algorithmen  zum  verdoppeln   der    
 Bildschrfe
 4. Scannenswerte Vorlagen
 

 Die Sache sieht also nicht besonderst schwierig aus,  zumal meine 
 komfortable Scannersoftware als Public Domain erhltlich ist.

 Nur  DM  25,-  habe ich fr meine  Elektronik  berappt.  Nach  4-
 stndiger Nachtarbeit funktionierte der A/D-Wandler perfekt. Aber 
 dann gab es doch Schwierigkeiten: Die ersten eingescannten Bilder 
 wikten unscharf und "verrauscht".

 Erst nach und nach gelang,  hauptschlich durch verbesserte Soft-
 ware, ein Scanner mit erstaunlicher Bildqualitt.

 Die  Hardware  war,  abgesehen von einem  kleinen  Wachelkontakt, 
 nicht  weiter zu verbessern.  Die umgewandelten  Helligkeitswerte 
 entsprechen, wegen der logarithmischen Kennlinie vom A/D-Wandler, 
 dem  tatschlichen  Graueindruck.  Die Vorlagen  werden  auerdem 
 nicht,  wie bei vielen Billigscannern, mit Infrarotlicht abgetas-
 tet, sondern mit sichtbarem Licht.

 Meine Scannersoftware bietet auch einige Leckerbissen:

 Das  abgetastete Originalbild kann  vergrert,  verkleinert  und 
 gestaucht werden.  Auch Helligkeit,  Kontrast und Gradation  sind 
 nachtrglich zu verndern.  So kann man z.B.  die dunklen Bildbe-
 reiche verndern,  ohne da sich die hellen und mittelgrauen Tne 
 verndern.

 Die Grauabstufungen sind auf dem s/w Monitor nur durch Fllmuster 
 darstellbar.  Diese Muster sind besonderst fein um ein  mglichst 
 realistisches  Bild zu erzeugen.  Ich habe auch darauf  geachtet, 
 da keine "Kanten-Effekte" zwischen verschiedenen Mustern auftre-
 ten.
 
 Die USM-Funktionen (USM=Unscharf-Maskierung) betonen feine  Bild-
 details,  die beim Abtasten teilweise verloren  gingen.  Auerdem 
 wird die "Treppchenbildung" vermieden.  Diese Funktion kann  tat-
 schlich  den  Schrfeeindruck verdoppeln.  Das  ist  etwas,  das 
 andere Scannersoftware nicht bieten kann.

 Das  so aufbereitete Bild lsst sich im Degas-  oder  Binrformat 
 auf Diskette abspeichern.  Die Bilder knnen so mit einem Malpro-
 gramm noch weiter verschnert werden.
 
 Mit dem Zusatzprogramm  NEOSCAN kann man in die niedrige Farbauf-
 lsung umwandeln und die Bilder sogar einfrben.



                             Hardware

 Die  Hardware besteht im wesentlichen aus einem  Phototransistor, 
 dem logarithmischen Verstrker und dem 4-Bit A/D-Wandler.

 Die Hardware wird mit dem Joystick-Port verbunden. Die Elektronik 
 wird  ber diesen Stecker auch mit 5 Volt versorgt.  Man  bekommt 
 einen  solchen Joystick-Stecker im Elektronik-Laden (9-polige  D-
 Buchse).  Man mu nur den Metallrahmen entfernen.  Zur Not  hilft 
 auch das Kabel eines alten Joysticks.

 Ich  mchte  nun ganz kurz die  Funktionsweise  meiner  Schaltung 
 erklren:

  Der  Phototransistor T3 (BPW 14) liefert einen zur  Lichtstrke 
  proportionalen Ausgangsstrom. T1 logarithmiert diesen Strom und 
  wandelt ihn in eine Gleichspannung (maximal 0,7 Volt) um.

  Widerstand  R2  und C1 filtern  Brummspannungen  aus.  Der  nun 
  folgende OP verstrkt diese Spannung.  Hier sind die Regler fr 
  Abtasthelligkeit (P2) und Kontrast (P1) angebracht.

  Transistor T2 steuert eine Leuchtdiode an.  Diese LED  leuchtet 
  in Abhngigkeit von der "gesehenen" Helligkeit auf.

  Alle brigen ICs dienen zur A/D-Wandlung.  Der Eingang befindet 
  sich an IC 1 Pin 6.  Beim Aufbau sollte man darauf achten,  da 
  C4,  R11 und R10 nicht zu weit weg von IC2 plaziert werden. Man 
  sollte  die  Digital-Masse (breites  Symbol)  und  Analog-Masse 
  (schmales Symbol) getrennt verdrahten und erst an C6  miteinan-
  der verbinden.

 Die  gesamte  Elektronik wurde auf einer  Lochraster-Platine  von 
 30mm * 80mm aufgebaut.  Man tut sich bei der doppelten  Platinen-
 flche allerdings weniger schwer.  IC-Fassungen fr IC2,  IC3 und 
 IC4 sind kein Luxus,  denn die CMOS- ICs sollten erst zum  Schlu 
 eingesetzt  werden um deren Zerstrung durch statische  Elekrtri-
 zitt zu vermeiden.

 Ist  die Platine fertig bestckt,  wird der Phototransistor  ber 
 ein lngeres abgeschirmtes Kabel angeschlossen.  Die  Transistor-
 basis ist nicht belegt. Dieses Anschlubeinchen wird gekrzt.

 Der  Phototransistor hat eine Linse.  Der ffnungswinkel  betrgt 
 nur  20.  Daher  wird schrg einfallendes Licht  nicht  gesehen.  
 Wegen  der  Bildschrfe mu man diesen  Blickwinkel  noch  weiter 
 einengen.  Normalerweise wird mit einem Pixelabstand von ca.  1mm 
 gescannt.

 Dazu  baut man den Phototransistor z.B.  in eine  Kugelschreiber-
 Hlse oder hnliches ein.  Das ffnungsloch an der Spitze  sollte 
 zwischen  0.5 und 1mm gro sein.  Der Phototransistor  hat  dabei 
 einen Mindestabstand von ca.  10mm zur ffnung. Grunstzlich gilt 
 da  kleine  Vorlagen auch kleine ffnungen  bentigen.  Ist  die 
 ffnung  aber zu klein verschwinden u.U wichtige  Bilddetails  in 
 den Abtastzwischenrumen. 

 U.U.  ist  dann der Phototransistor BPW 13 (=BPW 14  ohne  Linse) 
 besser geeignet.

 Alternativ  kann  der Phototransistor auch  in  eine  ausgediente 
 Farbbandkassette eingepat werden. Man bohrt an geeigneter Stelle 
 ein kleines Loch mit oben erwhnten Durchmesser in die Kassette.

 Die  Abtastffnung mu einerseits mglichst nahe an  der  Vorlage 
 angebracht  sein,  andererseits  darf sie nicht  das  Abtastlicht 
 unterbrechen.

 Kunststoffe sind meinstens etwas lichtdurchlssig. Deshalb sollte 
 man  das Ganze mit schwarzem Isolierband umwickeln  bzw.  schwarz 
 lackieren.  Wenn  man  das  ffnungsloch  verschliet,  darf  die 
 Schaltung nicht mehr auf das Auenlicht reagieren. 

 Wenn  der Phototransistor nicht gengend gegen  Fremdlicht  abge-
 schirmt wird,  erhlt man unscharfe Bilder.  Man sollte also  die 
 oben erwhnten Tips beachten.


                           Die Software

 Die Software wurde in GFA-Basic erstellt.  Das compilierte  Scan-
 ner-Programm ist Public Domain - also fr jeden  zugnglich.  Der 
 Source Code darf jedoch nicht weitergegeben werden.

 Wie bereits erwhnt,  wird die Scanner-Hardware am  Joystick-Port 
 betrieben.  Mein Scannerprogramm fragt diesen Port mit einem ganz 
 ordinren  "Peek"-Befehl ab.  Das mag zwar  die  GEM-Spezialisten 
 etwas schockieren,  aber das gibt uns die Mglichkeit auch andere 
 Hardware  durch  ndern  dieser  Peek-Adresse  an  anderen  Ports 
 einzusetzen.

 Zum  Scannen  mu man einen Druckertreiber laden und  diesen  der 
 Bildvorlage  entsprechend modifizieren.  Konkret sind wohl  stets 
 die Schrittzahl horizontal und vertikal an die jeweiligen  Vorla-
 gen anzupassen. Die Schrittweite (Pixelabstnde) sollte ebenfalls 
 auf die Vorlagengre eingestellt werden. 

 Bei  einigen Nadeldruckern gab es mit der Version 1.1  Schwierig-
 keiten mit der Ansteuerung.  Druckertreiber fr diese Gerte sind 
 sehr kompliziert und schwer anzupassen.  Man begngt sich deshalb 
 mit Standartformaten (A4,  A3 etc.) und nimmt Zeitverluste  durch 
 Sannen eines greren Formats besser in kauf.

 Wenn  alle brigen Vorbereitungen getroffen sind,  kann  die  Ab-
 tastung gestartet werden.  Auf dem Bildschirm sieht man Zeile  um 
 Zeile ein unscharfes "Urbild" entstehen.  Der Abtastvorgang kann, 
 falls erforderlich, jederzeit mit der ESC-Taste gestoppt werden. 

 Wenn  der Abtastvorgang beendet ist,  wird das  Urbild  abgespei-
 chert.  Hat man das getan,  kommt die Aufbereitung. Man verndert 
 jetzt Helligkeit,  Kontrast,  Bildschrfe und zoomt bzw. entzerrt 
 das Bild.

 Danach  speichert man das aufbereitete Bild als Degas- oder Binr
 File ab.

 Ein  Malprogramm  hilft beim weiteren Verbessern des Bildes. Auch
 Fotomontagen sind mglich.

 Die  Bedienung  des Scannerprogramms erklrt sich  praktisch  von 
 selbst. Einige Punkte mu ich jedoch noch erwhnen:

  1.  Alle Funktionen und Menpunkte sind Mausgesteuert.  Zustz-
  lich kann die rechte Maustaste einige Menpunkte direkt auf dem 
  Bildschirm auswhlen (z.B. aus dem Druckertreiber).

  2. Eingaben mssen mit der <Return>-Taste beendet werden.
  
  3.   Zusammen  mit dem Druckertreiber speichert bzw.  ldt  man 
  auch alle Bildkorrekturdaten.

  4.  Der eigentliche Druckertreiber (im Men ganz oben)  schickt 
  folgende vier unterschiedliche Zeichenketten an den Drucker:

     -  Zuerst  wird der Drucker  initialisiert.  Dies  geschieht 
     einmalig  vor  der  Abtastung  und  stellt  Geschwindigkeit, 
     Vorschbe oder hnliches ein.  Diese Zeichenkette wird unter 
     dem Menpunkt "Initialisieren" eingegeben.

     - Whrend der Abtastung wird fr jeden horizontalen  Vorschub 
     die 2.  Zeichenkette ("Hor.  Vorschub") ausgegeben.  (Bzw. im 
     Fly-Modus nur einmalig fr jede ganze Zeile.)

     -  Fr  jede  neue  Zeile  mu  ein  Wagenrcklauf  und  ein 
     Zeilenvorschub   erfolgen.    Das   erledigt   die    dritte 
     Zeichenkette. ("Vert. Vorschub")

     -  Die  vierte Zeichenkette soll den Drucker wieder  in  den 
     normalen  Betriebszustand  zurckstellen.   Sie  wird  unter 
     "Abschlu" eingegeben.

  Um  "Bildstrungen"  bzw.  Unschrfe zu  verhindern  sind  zwei 
  einstellbare Verzgerungszeiten (Abtastung horizontal und  ver-
  tikal) vorhanden.

  Auerdem mu die Schrittzahl horizontal und vertikal  (max. 320
  * 200 Urpixel) eingegeben sein.

  Der Treiber wird wie folgt editiert: 

  <'> Dient nur zur optischen Trennung einzelner Zeichen. Die Zei-
  chenketten werden dadurch etwas bersichtlicher.  Dieses Zeichen
  wird spter bergangen.

  <&> weist das Programm an,  die nchsten zwei Zeichen als einen 
  hexadezimalen ASCII Code zu betrachten.

  Beispiel:  Eingabestring  "T'ex&74'&0D" wird zum  Ausgabestring 
  "Text"+<Wagenrcklauf>.

  Erst ab Version 1.2:

  <| X *(Zeichenkette)|> wiederholt die eingeklamerte Zeichenkette 
  X mal.

  Beispiel: Wa|2*(l)| ergibt "Wall"

  <Fly:>  (steht  am Anfang vom Horizontal-Teil) schaltet  in  den 
  Flug-Modus  um.  Die horizontale Zeichenkette wird  dadurch  nur 
  einmalig  ausgegeben  und mu den Drucker veranlassen  mit  mg-
  lichst langsamer Geschwindigkeit ber die Vorlage zu gleiten. 

  Whrend  des "Gleitfluges" wird mit gleichmiger  Taktgeschwin-
  digkeit  eine Vorlagenzeile eingelesen.  Diese  Betriebsart  ist 
  auch bei komplizierten Nadel-Druckern mglich. Der OKI Microline 
  hat sich z.B. nur in diesem Modus betreiben lassen.

  Die Taktzeiten werden mit dem "Timer Horizonal" eingestellt.



                         Scanner - Praxis

 1. Ausleuchten der Vorlage

 Der  verwendete  Phototransistor BPW 14 reagiert  auf  sichtbares 
 Licht. Eine gewhnliche Tischlampe sorgt fr ausreichende Belich-
 tung der Vorlage.  Der Phototransistor selbst hat nhmlich  keine 
 eingebaute Lichtquelle.

 Beim Ausleuchten ist unbedingt folgendes zu beachten:

  -  Die Vorlage mu gleichmig ausgeleuchtet werden.  Die  Aus-
  leuchtung  wird  durch  Abtasten  eines  weien  Blatt  Papiers 
  kontrolliert.  Hierbei stellt man in Blattmitte mit dem Abtast-
  Helligkeitsregler an der kleinen Elektronik etwa 8 Helligkeits-
  punkte  ein  und fhrt anschlieend an  die  Papierrnder.  Die 
  Helligkeitswerte drfen sich nur unwesentlicht verndern.

  - Fremdlicht mu man abschirmen.  Ein nahes Fenster  beleuchtet 
  mit.  Wenn  nun  pltzlich Wolken aufziehen kommt es  zu  einem 
  horizontalen Schattenstreifen.

  -  Reflexionswinkel unbedingt vermeiden.  Die  oftmals  glnzenden 
  Vorlagen reflektieren wie ein Spiegel.  Schlimmstenfalls  sieht 
  unser Scanner dann nur noch eine Glhbirne bzw. Neonrhre.

  Beim  Flachbettplotter  hat es  sich  bewhrt,  die  Photozelle 
  um  45zu  neigen.  Dadurch wirft sich  die  Photozelle  selbst 
  keinen Schatten. Die Belichtungslampe hat einen Abstand von ca. 
  80 cm und steht senkrecht ber der Vorlage.

  Beim Drucker gibt es weniger Reflexionsprobleme,  denn auf  der 
  gewlbten  Vorlage  konzentriert sich die Reflexion  auf  einer 
  Linie.  Die Lichtquelle (senkrecht ber der Walze) darf wesent-
  lich nher ber der eingespannten Vorlage sein.  30 cm  Abstand 
  gengen zur gleichmigen Ausleuchtung.


 2. Einstellen von Abtast Helligkeit und Kontrast

  Wie  bereits in der Schaltungsbeschreibung erwhnt,  bietet  die 
  Elektronik bereits eine Mglichkeit die Abtasthelligkeit und den 
  Abtastkontrast zu verstellen.  Diese Einstellregler mssen immer 
  der jeweiligen Vorlage angepat werden.

  Helligkeit und Kontrast verhalten sich genau so,  wie man es von 
  einem Fernsehgert her kennt:
  Zu  wenig  Kontrast  lsst das Bild  grau  in  grau  erscheinen 
  (hellgrau  war  wei,  dunkelgrau war  schwarz).  Bei  zu  viel 
  Kontrast  wirkt  das  Bild "hart".  Es  fehlen  die  Mitteltne 
  (dunkelgrau wird zu schwarz und hellgrau wird zu wei).
  Der  Helligkeitsregler  hebt  oder senkt  die  Helligkeit  aller 
  Bildinhalte gleichmig.

  Zum Angleich der Regler an die Vorlage geht man zunchst von der 
  Mittelstellung  aus.  Danach mu zuerst die Helligkeit (P2)  und 
  dann  der Kontast (P1) eingestellt werden.  Man  wiederholt  die 
  Einstellung  von Helligkeit und Kontrast mehrmals,  bis  fr die 
  hellste Bildpartie (wei) die Zahl 14 und fr die dunkelste  die 
  Zahl 1 angezeigt werden. 

  Die  Helligkeitszahl wird rechts unten im  Druckermen  stndig 
  angezeigt.  Hierbei  bedeutet die Zahl 0 das dunkelste  schwarz 
  und die Zahl 15 das hellste wei. Es ist also auch mglich, den 
  vollen  Zahlenbereich auszuschpfen indem man die Regler auf  0 
  bzw.  15 einstellt. Dabei ist es jedoch nicht immer einfach die 
  Einstellung  zu kontrollieren,  da ein weiterdrehen der  Regler 
  kein nderung (kleiner als Null oder grer als 15) bewirkt.

  Beim abgleichen von Helligkeit und Kontrast kommt es darauf an, 
  da die Photozelle auch tatschlich auf einen sehr hellen  bzw. 
  dunklen Bildpunkt gerichtet ist.  Hat man diese beiden  Stellen 
  im  Bild ausfindig gemacht,  wird whrend des  Abgleichs  immer 
  zwischen  diesen beiden Stellen hin und her gefahren und  dabei 
  wird  mit  den Reglern auf 14 (wenn hell) und 1  (wenn  dunkel) 
  abgestimmt.

  Erfahrungsgem  ist der Kontrastabgleich unkritischer  als  der 
  Helligkeitsabgleich. Eine Abweichung von  1 Helligkeitszahl ist 
  nicht so schlimm, denn das fertig abgetastete Bild lsst sich in 
  Helligkeit  und Kontrast nachtrglich verndern.  Der  Menpunkt 
  hierfr heit "Umfang".


 3. Einstellen der Bildformate (Druckertreiber)

  Vor  der Abtastung mu man sich ber die  gewnschte  Bildgre 
  auf dem Bildschirm im klaren sein.

  Zwar bietet meine Software auch eine Mglichkeit das Bildformat 
  nachtrglich zu verndern bzw.  zu verzerren.  Aber die  besten 
  Ergebnisse bekommt man, wenn man das Bild etwa in der Original-
  gre belsst.

  Also  zckt man besser vorher den Taschenrechner:

  Sicher  wei jeder da die monochrome Auflsung 640 x 400  Pixel 
  betrgt.  Grundstzlich  sollte man fr etwa  vier  Monitorpixel 
  einen Abtastschritt vorsehen.  Soll z.B.  das Monitorbild  voll-
  stndig  "gefllt"  werden,  wren  das  etwa  320  Abtastpunkte 
  horizontal und 200 Punkte vertikal.  (Zwei horizontale- mal zwei 
  vertikale Bildpixel kommen auf ein Urpixel).

  Fr  den  Preis  eines unscharfen  Bildes   verkrzt  sich  die 
  Abtastzeit  wenn  man ber dieses  Verhltnis  hinausgeht.  Ein 
  erhhen  der Abtaspixelzahl bringt hingegen  keine nennenswerte 
  Verbesserung der Bildqualitt mehr.

  Die  USM-Routinen  in  meinem  Programm  sind  bei  einem   Ur-
  pixel/Bildpixel Verhltnis von 1:4 optimal.  USM bringt  augen-
  scheinlich die volle Schrfe wieder zurck.

  An  dem  folgenden  Beispiel  mchte  ich  erklren,   wie  der 
  Druckertreiber eingestellt werden mu:

  -  Ein  Bild  von  der Gre 100 * 100mm soll  auf  150  *  150 
  Bildschirm-Pixel gescannt werden.

  -  Dazu  mssen  75 * 75  Abtast-Pixel  (=Urpixel)  eingescannt 
  werden.

  - Die Schrittweite horizontal betrgt 100mm  75 = 1.33 mm

  - Die Schrittweite vertilal betrgt ebenfalls 1.33 mm

  -  Der  Druckertreiber  wird  entsprechend  der  obigen  Vorgabe 
  eingestellt.  Horizontal-  und Vertikalvorschub lassen sich  auf 
  1.4 mm einstellen. Das ist nahe genug am Wunschwert 1.33 mm. Das 
  abgetastete Bild fllt also etwas kleiner als gewnscht aus. Mit 
  der  Option "Zomm" kann das Wunschformat spter  genau  erreicht 
  werden.

  -  Da das Urpixel etwas grer geraten ist,  bentigt man  auch 
  weniger Abtast-Schritte: 100 mm  1.4 mm  71 Schritte

  -  Die  Schrittzahlen sind unter  Schrittzahl  horizontal  bzw. 
  vertikal einzugeben.

  - Die Abtastffnung der Photozelle whlt man etwas kleiner  als 
  die Schrittweite. (Hier also ca. 1mm Durchmesser).

  - Die Steuercodes fr den Druckertreiber werden fr die  Abtast-
  schrittweite  1,4  mm editiert.  Diese  Zeichenkette  passt  den 
  Drucker- (bzw. Plotter) Typ an.

 Einige Druckertreiber sind sehr schwer zu verndern.  Dann sollte 
 man  sich Treiber fr Standartformate zulegen und  diese  einfach 
 benutzen.  Fr  Drucker welche den Fly-Modus benutzen  (ab  Vers. 
 1.2)  mu  eine  mglichst  langsame   Horizontal-Geschwindigkeit 
 gewhlt werden.  Aus verschiedenen Grnden gibt es nhmlich  eine 
 gewisse  Reaktionszeit  ,  die die horizontale  Bildschrfe  ver-
 ringert. Dieser nachteilige Effekt tritt bei hohen Flug-Geschwin-
 digkeiten auf.

 4. Aufbereiten und verschnern des Urbildes

  Die  Abtast-Bilder  (Urbilder) knnen  auf  Diskette  gesichert 
  werden.  Vieleicht  befinden  sich schon einige auf  Ihrer  PD-
  Diskette. Diese lassen sich betrachten, indem man sie mit "Lade 
  Urbild" ldt und mit "Zeige Urbild" darstellt.

  Das Urbild ist noch unscharf und die Gradation,  Helligkeit und 
  Kontrast entsprechen noch dem Urzustand. Jedes Urbild kann aber 
  mit den folgenden Optionen verbessert werden:

  - USM breit: Normalerweise sind Eigaben von ca. 5 praxisgerecht. 
  Gibt man 0 ein, bleibt die Schrfe auf Urbildniveau. "USM breit" 
  arbeitet auf Urpixel-Ebene und verstrkt dnne Linien und kleine 
  Punkte.  Es funktioniert nur,  wenn die Abtastffnung der Photo-
  zelle stimmt.  (Sie mu etwas kleiner als die Abtastschrittweite 
  sein).

  -  USM schmal:  Auf Werte um die Zahl 5  stellen.  "USM  schmal" 
  arbeitet auf Bildschirmpixel-Ebene (also  Urpixel) und  verhin-
  dert  u.A.  die  "Treppchen-Effekte"  an  diagonal  verlaufenden 
  Kanten. Auch hier mu die Breite der Abtastffnung stimmen.

  - Umfang: Funktioniert analog zu Helligkeit und Kontrast mit dem 
  Vorteil,  da sich die beiden Einstellungen nicht  beeinflussen. 
  Licht  wirkt nicht auf dunkle Bildinhalte  und  umgekehrt.  Wenn 
  Abtastkontrast und -Helligkeit gestimmt haben, gibt man hier die 
  Zahl 0 ein, ansonsten zwischen 5.

  - Gradation: hnlich wie Umfang. Diese Einstellungen wirken aber 
  nur auf ganz bestimmte Helligkeitsbereiche. Normalerweise stellt 
  man  0  ein.  Falls  erforderlich gibt man  Werte  bis  5  ein. 
  Positive Zahlen erhhen stets die Helligkeit und umgekehrt.  Die 
  Gradation  verndert hellere,  mittelhelle und  dunkle  Grautne 
  unabhngig.

 Ab  Version 1.3 lassen sich unterschiedliche Fllmuster  (Raster) 
 laden,  bzw.  mit dem Editor verndern oder erzeugen.  Der Editor 
 wird  unter  "Sonstiges" mit "zeige Raster"  aufgerufen.  Er  ist 
 vollstndig  mausgesteuert  und erklrt die  Bedienung  fast  von 
 selbst. Hierzu noch einige Tips:

  - Die Taste  reduziert die Editorflche auf 64 Pixel.  Das  ist 
  oft  notwendig,  da  die  Muster  sehr fein  sind  und  sich  in 
  kleineren Schritten regelmig wiederholen.

  - Zur Auswahl eines Musters aus den vorhandenen mu einfach  auf 
  das Muster gezeigt und geklickt werden.  Das ausgewhlte  Muster 
  wird  auerdem  durch einen kleinen Balken oberhalb  der  Muster 
  markiert.  Das ausgehhlte Muster kann in den Editor  bernommen 
  werden.

  - Mit "Entfernen" wird ein Muster gelscht.

  - Mit "Hinzufgen" wird das Raster im Editor bernommen.

 Die  erzeugten Raster sollten mglichst fein sein.  Sonst  leidet 
 die  Bildschrfe zu sehr (siehe auch weiter oben).  Die Wahl  des 
 Rasters hngt auch vom spteren Betrachtungsabstand ab.  Je nher 
 der Betrachtungsabstand desto feiner mssen die Raster sein.  Man 
 fhrt  u.U.  besser  wenn  man sich mit weniger  als  16  Rastern 
 begnt.

 Mit Mustern lsst sich das Bild verfremden.  Z.B.  kann man  sehr 
 wenige Muster benutzen oder einen greren Bereich mit nur  einem 
 einzigen Muster belegen.  Interessante Effekte erzielt man  durch 
 hinzuziehen kleiner Bildchen als Muster.


 Ich  wnsche noch viel Spa beim Basteln.  Und  hoffe,  da  mein 
 kleines Programm Verwendung finden kann.

 Den Source-Code kann man bei mir anfordern.  (Auf einer vollen 2-
 seitigen Diskette incl.  neuster Version mit Bildern und Drucker-
 treibern). Das gleiche gilt auch fr Updates.

 Als  nchstes  ist  eine Version  geplant,  die  auch  mit  Farb-
 Auflsung betrieben werden kann und in den Farbmodus konvertiert. 

 Wichtig:  Der  Sorce Code (in GFA-Basic) ist NICHT  Public.  Aber 
 alles andere drft ihr weitergeben.

 Ralf Bager
 Friedensstr. 10 b
 6082 Mrfelden-Walldorf
 Tel.: 06105/24527

 PS:  Es gibt bekanntlich verschiedene TOS-Versionen.  Deshalb ist 
 es  z.B.  beim neuen Blitter-TOS oder beim uralten  Disketten-TOS 
 erforderlich,  die "Joystick Peek Adresse" zu ndern. Sonst tappt 
 Dein  Scannner  im Dunkeln.  Man kann diese  Funktion  mit  einem 
 normalen Joystick berprfen.  (Die Peek-Adresse fr den Mega  ST 
 ist: 3663)


