Gnter Kreidl
Einfhrung in das Arbeiten mit DA'S COLOUR SYSTEM
mit Beitrgen von Lucien Frisch
 1994 by DIGITAL ARTS GmbH, D-47807 Krefeld
Jede Vervielfltigung ist nur mit ausdrcklicher schriftlicher Zustimmung
der DIGITAL ARTS GmbH gestattet.

 Inhaltsverzeichnis:
Einleitung: Programmzweck und Versionen

 A Kurzeinfhrung fr den Praktiker
Standortbestimmung: EBV im DTP-Zeitalter und DA'S COLOUR SYSTEM
Einschub: Wann ist ein Bild richtig?
Einstieg: DA'S COLOUR SYSTEM als universelles Separations- und
Korrekturwerkzeug
Neuland: Einsatz der Feinkornrasterung DA'S PHOTOSCREENING
Einschub: Optimale Bildauflsungen beim Feinkornraster
Technisches: Belichten und Drucken von Feinkornrastern
Einschub: ber die Mischung von autotypischen und Feinkornrastern
Ausklang: Individuelle Parametrisierung und Automatisierung

 B Tutorial
Vorbereitung: Korrekturgradation ermitteln
bung: Ein komplexere Aufgabe Schritt fr Schritt

 C Referenz (ATARI-Version)
1. Die Bedienungslemente
1.1 Die Menueleiste
1.2 Das Hauptfenster
1.3 Die Auswahlboxen (Panels)
1.4 Formulare
1.5 Das Arbeiten mit der Maus
2. Funktionen in der Menueleiste
2.1 Menuetitel Datei
2.2 Menuetitel Fenster
3. Funktionen im Hauptfenster
3.1 Die Bildliste
3.2 Die Prozeeinstellungen
3.3 Die Ausgabeeinstellungen
3.4 Bearbeitung durchfhren
4. Die Auswahlboxen (Panels)
4.1 Farbseparation
4.2 Farbkorrektur
4.3 Gradation
4.4 REFERENCE.K (Nur in System II und III)
4.5 REFERENCE.K 7C (Nur in System III)
5. Der Gradationseditor
6. Die Log-Datei

 D Ausfhrliche Diskussion der einzelnen Prozesse und Verfahren
Separation
Farbkorrektur
Gradationskorrektur
Stochastische Feinkorn-Rasterung DA'S PHOTOSCREENING
Optionales Verfahren zur Vier-Farb-Separation: REFERENCE.K
Optionales Verfahren zur Sieben-Farben-Separation: DA'S REFERENCE.K 7C

 Anhang:
A Ein kleiner Ausflug in die Farbenlehre und Farblithografie
1 Additive und Subtraktive Grundfarben
2 Ideale und reale Farben
3 Vom Dreifarbensystem zum Vierfarbensystem
4 Rasterung
5 Vom Dreifarben zum Siebenfarbendruck
5.1 Dreifarbendruck
5.2 Vierfarbendruck mit Buntaufbau
5.3 Vierfarbendruck mit Unbuntaufbau 
5.4 Siebenfarbendruck
 B Wichtige Voraussetzungen fr die Farbbildverarbeitung.
1. Monitor kalibrieren
1.1. Was ist wei?
1.2. Linearisierung
2. Bild fr den Druck vorbereiten
2.1. Dynamikumfang des Bildes festlegen: Schwarz- und Weipunkt bestimmen
2.2. Mittlere Helligkeit bestimmen
2.3. Eventuellen Farbstich entfernen
2.4. Bild schrfen


Einleitung: Programmzweck und Versionen

DA'S COLOUR SYSTEM ist eine produktionsorientierte Prozebildverarbeitung,
die alle diejenigen Bildverarbeitungsfunktionen umfat, die standardisiert
und damit automatisiert werden knnen: Farbseparation, Farbkorrektur,
Gradationskorrektur und frequenzmodulierte Rasterung mit dem neuen Verfahren
DA'S PHOTOSCREENING. Dabei wurden sowohl jahrelang in der Praxis erprobte
Verfahren von DIGITAL ARTS verwendet als auch neue Methoden implementiert,
die aber ebenfalls das Ergebnis langjhriger Entwicklung darstellen.

'Gefttert' wird das Programm mit Bildern im TIF-Format (Halbton, RGB oder
CMYK); als Ergebnis liefert es Bilddateien in den Formaten TIFF, EPS, DCS
und Ixx, die sich problemlos in alle wichtigen DTP-Programme importieren und
dort weiter verarbeiten lassen (Seitenmontage). Dabei sind alle Prozesse
optional, man kann also nur separieren oder nur die Farbkorrektur, die
Gradationskorrektur bzw. die frequenzmodulierte Rasterung nutzen oder jede
beliebige Kombination. Natrlich hngt das auch noch von der Art des
Eingangsbildes ab: Halbtonbilder knnen naturgem nur die
Gradationskorrektur und/oder die Rasterung durchlaufen; 4C-Bilder (CMYK)
sind bereits separiert (und in der Regel auch farbkorrigiert) und
berspringen so natrlich die Separation (knnen bei Bedarf aber auch noch
farbkorrigiert werden).

DA'S COLOUR SYSTEM kann im Batchbetrieb nahezu beliebig viele Bilder
automatisch abarbeiten (z. B. auch ber Nacht oder bei Multitasking-Systemen
im Hintergrund). Dabei kann die Prozewahl und Parametrisierung indivuiduell
fr jedes Bild einzeln oder global fr alle Bilder vorgenommen werden. Die
Parametrisierung selbst ist denkbar einfach, denn Hauptziel bei der
Programmentwicklung war, dem Anwender eine 'schlsselfertige' Lsung an die
Hand zu geben, die praktisch sofort einsatzfhig ist. So kann der Anwender
bei der Farbseparation zwischen einigen fix und fertig vordefinierten, in
der Praxis bewhrten und berprften Methoden whlen; fr die Farbkorrektur
kann ein Zielfarbsystem (in der Regel Prozefarben der Euroskala) gewhlt
werden; einzig die Gradationskorrektur ist zum Zwecke der Abstimmung auf
eine konkrete Produktionsumgebung (Dichteschwankungen bei Filmbelichtung,
Entwicklung, Plattenherstellung und Druck) in feinen Abstufungen von 5%
beliebig einstellbar inclusive automatischer Ausgleichsfunktion; auerdem
knnen schon vorhandene Gradationskurven aus wichtigen
Bildverarbeitungsprogrammen importiert werden. Und auch fr die
frequenzmodulierte Rasterung mu nichts auer der gewnschten Bildgre
eingestellt werden.

Alle Prozesse sind nicht nur von der Qualitt sondern auch von der
Arbeitsgeschwindigkeit hoch optimiert; so kann das Programm z. B. vier
Farbauszge im Format DIN A4 in knapp ber 8 Minuten frequenzmoduliert
aufrastern (gemessen auf einem relativ langsamen 68030 mit 32 MHz, ohne
Plattenzugriffszeiten, also ohne laden und speichern) und bentigt dafr
auch keinen besonders groen Arbeitsspeicher. Auch die Farbkorrektur, die
normalerweise einen ungeheuer groen Rechenaufwand erfordert, wird in hoher
Geschwindigkeit durchgefhrt, was zum Teil auch an der Verwendung
vordefinierter Methoden liegt. Auch hier war das Entwicklungsziel, eine
mglichst hohe Produktivitt zu erreichen.

DA'S COLOUR SYSTEM ist in drei verschiedenen Versionen erhltlich. Bereits
in der Grundversion (SYSTEM I) sind alle oben beschrieben Prozesse
vollstndig implementiert. Seaparation und Farbkorrektur sind dabei auf den
klassischen Buntaufbau ausgerichtet, wie er heute noch in der Praxis
berwiegt. DA'S COLOUR SYSTEM II enthlt zustzlich eine neuartiges
Separationsverfahren mit dem Namen DA'S REFERENCE.K. Dieses Verfahren
basiert auf einer mehrjhrigen Weiterentwicklung der Unbunt-Methode von
Kppers und lst das Problem des Unbuntaufbaus auf mathematische Weise. Es
verbindet smtliche Vorteile des Unbuntaufbaus (hundertprozentige
Graubalance, Unempfindlichkeit gegen Farbfhrungsschwankungen, reduzierter
Farbverbrauch) mit einer simplen Handhabung (keine Einstellungen ntig) und
absolut zuverlssigen Ergebnissen. Bei diesem Verfahren wurde die
Farbkorrektur gleich integriert, so da die Arbeitsgeschwindigkeit gegenber
dem Buntaufbau nochmals gesteigert werden konnte. DA'S REFERENCE.K ist das
Ergebnis einer langjhrigen Entwicklung und das zugrunde liegende Verfahren
wurde zum Patent angemeldet. DA'S COLOUR SYSTEM III enthlt ber das System
II hinaus auch noch eine neuartige Siebenfarbenseparation, die Bilder von
bislang ungeahnter Leuchtkraft und Farbreinheit ermglicht. Dabei werden
erstmals die neuen in Zusammenarbeit von Harald Kppers und den
Farbenfabriken Gebr. Schmidt entwickelten speziellen Farben fr den
Siebenfarbendruck verwendet. Auch hier wurde die Farbkorrektur gleich
integriert, so da auch die Siebenfarbenreproduktion nicht viel mehr
Berechnungszeit bentigt. Die Siebenfarbenseparation beruht im brigen auf
dem gleichen, zum Paten angemeldeten Verfahren wie DA'S REFERENCE.K.

So bildet DA'S COLOUR SYSTEM eine effektive Brcke zwischen der Scan- und
Retusche-Software einerseits und dem Layoutprogramm andererseits. Es wird
Ihnen in vieler Hinsicht die Arbeit erleichtern und Ihre Produktivitt
erhhen - und das bei hchsten Qualittsansprchen an das Endergebnis.

A Kurzeinfhrung fr den Praktiker

Dieser Teil des Handbuches soll dem Praktiker eine Art Leitfaden zum Einsatz
von DA'S COLOUR SYSTEM an die Hand gegeben: Wo, wie und wozu lt sich das
Werkzeug 'COLOUR SYSTEM' im Arbeitsalltag bei der Druckvorbereitung
einsetzten? Welche Voraussetzungen mssen erfllt sein und welche Anpassung
an die eigene Arbeitsumgebung mssen vorgenommen werden? Bevor wir diese
Fragen beantworten knnen, mssen wir allerdings zunchst eine
Standortbestimmung vornehmen: Wie hat sich durch den praktisch vollendeten
Siegeszug des Desktop Publishing die elektronische Farbbildverarbeitung
verndert? Und eine zweite Frage wird sich daran anschlieen: Inwiefern
tragen die heutigen Arbeits- und Produktionsstrukturen dem Rechnung?

Standortbestimmung: EBV im DTP-Zeitalter und DA'S COLOUR SYSTEM

Zu Beginn der elektronischen (Farb-) Bildverarbeitung waren Scanner,
Farbrechner (Separation und Korrektur) und Belichter praktisch eine Einheit.
Dabei waren die Rechenwerke anfangs noch analoger Natur und von einer
digitalen Speicherung konnte auch noch nicht die Rede sein. Mit dem
0Siegeszug der Microcomputer und der Verfgbarkeit preiswerter
Speichermedien von riesigen Dimensionen begann dann die digitale
Bildverarbeitung: Bilder werden zunchst gescannt und in digitaler Form
gespeichert. Diese digitalisierten Bilder knnen dann im Computer mittels
geeigneter Software beliebig bearbeitet und manipuliert werden. Und zum
Schlu werden sie dann auf Film belichtet, wobei man sich heute im Zeitalter
des digitalen Ganzseitenlayouts auf dem Personal Computer natrlich die
Filmmontage mglichst ersparen und gleich seitenglatte Filme erzeugen will.
Diese digitale Montage erfolgt heute aber dezentral, zumeist schon beim
Grafiker oder Layouter, whrend zumindest am Anfang der DTP-ra Farbscans
und alle damit zusammenhngenden Prozesse (Retusche, Farbkorrektur,
Seaparation) noch in Dienstleistungsbetrieben durchgefhrt wurden. Als erste
Lsung zur elektronischen Ganzseitenmontage (und Belichtung!) wurde eine
Trennung in Grob- und Feindaten durchgefhrt: Der lithografische Fachbetrieb
scannte die Vorlagen und gab dem DTP-Anwender eine verkleinerte Fassung
(Grobdaten) der Bilder zur Plazierung im Layout. Bei der spteren Belichtung
wurden dann in der Reprofirma diese Grobdaten wieder durch die Feindaten
ersetzt (z. B. OPI). Diese Vorgehensweise band den DTP-Anwender fest an den
Reprobetrieb, der dann ja auch die Belichtungen durchfhrte. Mit dem
Aufkommen preiswerter Satzbelichter und auf Satzbelichtungen spezialisierter
Dienstleitungsbetriebe, mit der Verfgbarkeit preiswerter und im unteren
Qualittsbereich durchaus einsetzbarer Flachbettscanner, kompakter und
preiswerter Trommelscanner sowie der Photo-CD und mit den immer
leistungsfhiger werdenden Personal Computern fr den DTP-Einsatz hat sich
die Situation grundlegend gendert: Der DTP-Anwender verlangt heute in der
Regel selbst die Feindaten, die er selbst scannt oder scannen lt, die er
selbst bearbeitet (optimiert und retuschiert) und in das Ganzseitenlayout
integriert. Die Belichtung der fertig montierten Seiten erfolgt dann zumeist
in einem Dienstleistungsbetrieb, wobei infolge des Preisverfalls bei
Satzbelichtern die direkte Produktion am DTP-Arbeitsplatz sicherlich
zunimmt. Insgesamt bleibt als Ergebnis dieser Entwicklung festzuhalten, da
bezglich der Farbbildbearbeitung eine (zeitliche und rumliche) Trennung
zwischen Scannen, Bildbearbeitung incl. Ganzseitenmontage und Belichtung
aufgetreten ist. Diese Trennung hat vielfltige Konsequenzen, denen sich die
Reprobetriebe bislang nur unzureichend angepat haben.

Wenn der DTP-Anwender heute selbst Bilder mit einem Desktop-Scanner in
seinen Rechner einliest oder sich der Photo-CD als preiswerter Alternative
bedient, erhlt er RGB-Bilder, die also weder separiert noch farbkorrigiert
sind. Solche Bilder eigenen sich aus vielen Grnden viel besser fr die
elektronische Retusche im Rechner, sind besser zu beurteilen und universell
verwendbar - also auch fr Prsentationen mit Farbdruckern, Diabelichtern
und fr MultiMedia-Anwendungen einsetzbar. Wenn ein Bild aber einmal fr den
Druck separiert und korrigiert wurde, kann man damit nicht mehr viel
gescheites anfangen, auer es zu drucken. Versuchen Sie aber einmal, von
einer Reprofirma einen 'neutralen RGB-Scan' zu bekommen! In den meisten
Fllen wei der Scanner-Operator nicht, wie er den Scanner auf UNKORRIGIERTE
3C-Ausgabe einstellen kann. Manche Schlaumeier scannen dann 4C-Bilder und
lassen diese in einer Bildverarbeitung in 3C-Bilder zurckrechnen - in der
Regel mit katastrophalen Ergebnissen. Im Zuge einer Vereinheitlichung der
Verfahren und der universellen Einsetzbarkeit der digitalisierten Bilder
geht die Tendenz aber eindeutig dahin, mit 3C-Bildern zu arbeiten und diese
erste bei (oder vor) der Ausgabe auf das Ausgabemedium anzupassen, im Falle
der Druckvorbereitung also zu separieren (in 4C-Bilder zu wandeln) und auf
die realen Druckfarben hin zu korrigieren. Hier setzen auch die sogenannten
'Colour Management Systeme' an, die mit mehr oder weniger Erfolg
versprechen, die ntigen Farbanpassungen zu automatisieren.

So stellt sich die Farbbildverarbeitung im DTP-Zeitalter also folgendermaen
dar: Zunchst wird man versuchen, ein Bild so gut wie mglich (oder ntig)
zu scannen bzw. scannen zu lassen (Reprobetrieb, Photo-CD). Kriterien sind
dabei Bildschrfe, Farbtrennung bzw. Farbreinheit und Dichteumfang
(Kontrast). Dann folgt die Bildbearbeitung in irgendeinem Retusche- oder
EBV-Programm. In der Regel wird man die Bilder hier zumindest kontrollieren
und gegebenenfalls im Dichteumfang ber die Gradation korrigieren und
vielleicht schrfen. Weitere Bearbeitungsschritte (manuelle Retusche,
Effektfilter, Freistellung und Bildmontage usw.) hngen von der konkreten
Aufgabe ab.

Werden die Bilder fr die Herstellung von Druckvorlagen bentigt, mssen Sie
fr diesen Zweck noch separiert (4C-Bilder oder in Zukunft vielleicht auch
mehr und mehr 7C-Bilder) und farbkorrigiert werden. Ebenso ist ein Ausgleich
fr Dichteschwankungen bei der Filmbelichtung, bei der Plattenkopie sowie im
Druck (Punktzuwachs) ber entsprechende Gradationen durchzufhren. Alle
diese Prozesse bernimmt nun DA'S COLOUR SYSTEM und kann optional die Bilder
auch gleich mit dem als DA'S PHOTOSCREENING bekannten Verfahren
frequenzmoduliert aufrastern. Als Ausgabe liefert es die aufbereiteten
Feindaten sowie (optional) auch ein verkleinertes Abbild (Grobdaten) zur
Plazierung im Layout (Sinn dieser Funktion ist eigentlich nur, dem
Layoutprogramm die Verwaltung der Feindaten wegen ihres groen
Speicherbedarfs zu ersparen). Alle diese Prozesse sind standardisierbar; sie
knnen also ohne menschliche Kontrolle abgearbeitet werden und verlangen
keine spezielle Bedienerfhrung, nachdem einmal bestimmte firmenspezifische
Einstellungen vorgenommen wurden. Deshalb bezeichnen wir DA'S COLOUR SYSTEM
auch als Prozebildverarbeitung, da hier alle fr die Farbbildverarbeitung
bentigten standardisierbaren Prozesse automatisch abgearbeitet werden
knnen. Das Programm untersttzt den Einsatz im Produktionsalltag durch eine
ausgefeilte Serien- oder Batchbearbeitung. Neben dem Komplettproze
(Separation + Farbkorrektur + Gradationskorrektur + Feinkornrasterung) kann
es auch beliebige Teilprozesse abarbeiten (und natrlich in beliebiger
Kombination fr die einzelnen Bilder): So kann man es auch nur fr die
Feinkornrasterung von Halbton- oder (bereits separierten und
farbkorrigierten) 4C-Bildern verwenden. Ebenso kann man natrlich auch auf
die Feinkornrasterung verzichten und es ausschlielich zur Farbseparation
und Farbkorrektur verwenden, wobei dann die Aufrasterung spter, z. B. bei
der Satzbelichtung, erfolgt. Farbseparation und -korrektur eigenen sich
natrlich ebenso fr autotypische Rasterung oder andere Rasterverfahren.

Nun knnen die Bilder im DTP-Programm auf die entsprechenden Seiten montiert
werden. Auch die Ausgabe (Satzbelichtung) erfolgt in der Regel vom
DTP-Programm aus, wobei in der Regel die Seitenbeschreibungssprache
PostScript verwendet wird, obwohl einige DTP-Programme (wie etwa unser DA'S
LAYOUT oder CALAMUS von DMC) auch direkt Satzbelichter ansteuern knnen.
Bisher wurde dabei die Rasterung ebenfalls ber PostScript vorgenommen;
dabei kann man neuerdings (PostScript Level II) spezifische Rasterverfahren
der verschiedenen RIPs nutzen, etwa verschiedene FM-Verfahren
(Feinkornrasterung) der verschiedenen Belichter-Hersteller. Alternativ dazu
knnen Sie nun aber die Bilder mit DA'S PHOTOSCREENING vorrastern und diese
bereits FM-gerasterten Bilder (auch mit autotypischen Rastern gemischt) auf
JEDEM Satzbelichter ausgeben, ohne da ein spezielles (teures) FM-Verfahren
auf diesen Satzbelichtern implementiert sein mu. Wie unsere umfangreichen
Tests ergeben haben, eignen sich sogar sehr preiswerte Satzbelichter
hervorragend fr DA'S PHOTOSCREENING, wodurch auf der Belichtungsseite Geld
gespart werden kann, zumal in der Regel nur noch in geringeren
Belichterauflsungen gearbeitet wird (typisch zwischen 1000 und 1800 dpi)
und damit die Belichtungs- und Rechenzeiten verkrzt werden. DA'S
PHOTOSCREENING bietet also eine hhere Farbbildqualitt bei verringerten
Produktionskosten.

Einschub: Wann ist ein Bild richtig?

Wir wollen die Frage vorab beantworten: Ein Bild ist dann gut reproduziert,
wenn es der Betrachter als 'gut' bzw. 'richtig' empfindet oder bezeichnet.
Jedes Bild wird schlielich fr den menschlichen Betrachter (und nicht fr
irgendeine Mevorrichtung) gedruckt. Die meisten Bilder enthalten
Gegenstnde unserer Alltagserfahrung und jeder normalsichtige Mensch wei,
ob die Farbe oder der Kontrast 'richtig' aussehen (relativ zum Umfeld!). Bei
mehr knstlichen Bildern ist dies natrlich nicht der Fall, hier kommt es
eher darauf an, da der vom Grafiker gewnschte Effekt erzielt wird.

Wer schon einmal Bilder mit dem Computer bearbeitet hat, der wei, da ein
groer Teil der Schwierigkeiten, Bilder zu beurteilen, daraus resultiert,
da wir es bei der Bildbearbeitung mit sehr unterschiedlichen Medien zu tun
haben: Als Vorlage dienen Photos oder Dias (die sich bereits krftig in
Leuchtkraft und Farbraum unterscheiden); die Bearbeitung erfolgt auf dem
Monitor, einem selbstleuchtenden Schirm mit additiver (RGB) Farbmischung.
Die Ausgabe im Druck erfolgt wiederum mit 'subtraktiver' Mischung relativ
unreiner, teiltransparenter Druckfarben, wobei aus drucktechnischen Grnden
auch noch die (im Buntaufbau theoretisch berflssige) Druckfarbe Schwarz
zustzlich verwendet wird und die Halbtonabstufung nur durch Rasterung
erreicht werden kann. Die verschiedenen Medien miteinander zu vergleichen
und diese Vergleiche in gezielte Korrekturen umzusetzen, ist gar nicht so
einfach!

Aber irgendeinen Fixpunkt braucht der Mensch, um sich in der tglichen
Produktionsarbeit zu orientieren. DA'S COLOUR SYSTEM geht dabei von einem
sehr einfachen Modell aus: Stellen Sie das Bild so ein, da es auf dem
Monitor 'gut' bzw. 'richtig' aussieht. Lassen Sie DA'S COLOUR SYSTEM den
Rest machen! Voraussetzung dafr ist allerdings, da Ihr Monitor das Bild
auch richtig anzeigt, wofr durch eine geeignete Kalibration (per Software
und/oder Hardware) des Bildschirms gesorgt werden mu. Fr den Farbvergleich
mit Vorlagen oder Proofs ist zudem ein kontrolliertes 'richtiges'
Umgebungslicht erforderlich. Eine Anleitung zum Abgleich Ihres Monitors
sowie zur Einrichtung eines Bildverarbeitungsplatzes finden Sie im Anhang.

Einstieg: DA'S COLOUR SYSTEM als universelles Separations- und
Korrekturwerkzeug

Im Prinzip ist der Einsatz von DA'S COLOUR SYSTEM ganz einfach: Bilder zur
Bearbeitung auswhlen (Bildliste fllen), Methoden zur Bearbeitung auswhlen
(global oder einzeln) und die Bearbeitung starten. Dann knnen Sie Ihren
Computer fr sich arbeiten lassen. Individuell parametrisiert werden mu
eigentlich nur die Gradationskorrektur; bei allen anderen Prozessen kann man
gar nichts parametrisieren sondern nur komplett vorgefertigte Methoden
whlen. (z. B. Separation: Bunt mittl. Schwarz 100%, Farbkorrektur:
Euroskala Kunstdruck; Feinkornraster: ja/nein). Wir gehen fr den Anfang
davon aus, da Sie schon einige Erfahrung mit Bildverarbeitung haben und
bereits ber Korrekturgradationen fr Dichtenderungen bei der Belichtung
bzw. Punktzuwachs im Druck verfgen. Sollte dies nicht der Fall sein, knnen
Sie fr erste Versuche einige der mitgelieferten Gradationskurven verwenden.
In diesem Fall knnen Sie den folgenden Abschnitt berspringen.

Wenn Sie eigene Gradationen verwenden mchten, knnen Sie diese im
Gradationseditor eingeben oder laden. Die Eingabe erfolgt in Form einer
Zahlentabelle in 5%-Schritten. Alternativ knnen Sie auch Gradationskurven
aus Bildverarbeitungsprogrammen laden. Welche Formate Ihre Programmversion
untersttzt, hngt von der Rechnerplattform ab und kann sich auch mit der
Zeit ndern. Eine Liste der untersttzten Formate finden Sie in der
LIESMICH-Datei auf Ihrer Programmdiskette. Sie definieren also eine neue
Gradation (geben ihr einen eigenen Namen) und tragen die gewnschten Werte
in die Tabelle ein bzw. laden eine geeignete Gradationskurve aus Ihrer
Bildverarbeitung. Mit den anderen komfortablen Mglichkeiten des
Gradationseditors (Klemmbrett, automatische Korrektur, berlagern von
Gradationen) brauchen Sie sich an dieser Stelle noch nicht zu beschftigen;
nheres dazu finden Sie weiter unten. Nachdem Sie Ihre Gradationskurve
eingestellt haben, sollten Sie die 'Parameter abspeichern', damit Ihnen
diese Methode in Zukunft automatisch zur Verfgung steht.

In vielen Fllen mchten Sie wahrscheinlich eine ganze Reihe von Bildern
gleich behandeln. In diesem Falle sollten Sie zunchst die grundlegenden
Methoden whlen bzw. aktivieren, die fr alle Bilder gleich sein sollen.
Nehmen wir an, alle Bilder sollen auf die gleiche Weise separiert,
farbkorrigiert und ber eine Gradation korrigiert werden. Whlen Sie dann
zunchst entsprechende Methoden an und aktivieren Sie diese. Das sind also
Farbseparation, Farbkorrektur (bei DA'S REFERENCE.K immer automatisch
integriert, aber mit whlbarem Farbsystem), und Gradationskorrektur. Wichtig
ist auch die Angabe eines Ausgangspfades (also des Ortes, an dem die
erzeugten Bilder abgespeichert werden sollen). Die Ausgabeauflsung (in dpi)
hat eine unterschiedliche Bedeutung, je nachdem, ob FM-gerastert wird oder
nicht. In unserem aktuellen Beispiel lassen wir die Rasterung ja noch
beiseite und knnen uns deshalb auf diese Variante beschrnken: die dpi-Zahl
gibt hier die 'Strichschrfe' an, die das Bild haben soll und daraus
resultiert die Bildgre bzw. Auflsung, die in die Zieldatei geschrieben
wird. Solange Sie keine speziellen Bildgren fr die einzelnen Bilder
vorgeben, werden Sie immer 1:1 auf die Auflsung 'skaliert'. Dabei wird das
Bild selbst NICHT in der Gre oder Auflsung gendert (also nicht wirklich
skaliert), es handelt sich vielmehr um Informationen fr das DTP-Programm,
das daraus beim Laden gleich die gewnschte Bildgre im Layout erzeugt.
(Nachtrglich knnen die Bilder dort natrlich noch anders skaliert werden.)
Sie knnen die Vorgabe einer Auflsung in dpi also dazu benutzen, eine
Bildgre fr das Layout global vorzugeben. Wie Sie die Bilder individuell
in der Gre einstellen, werden Sie weiter unten noch kennenlernen. Eine
weitere wichtige globale Voreinstellung ist das Ausgabeformat: TIFF, EPS,
DCS oder Ixx (DA's). Whlen Sie das gewnschte Format und die passenden
Zusatzparameter (z. B. ob ein verkleinertes Layoutbild generiert werden
soll). Nun sind alle globalen Parameter fr eine Jobbearbeitung eingestellt.
Speichern Sie nun die Parameter ab, wenn beim nchsten Programmstart genau
diese Konfiguration vorliegen soll.

Nun laden Sie ein paar Bilder in die Bildliste. Wenn alle gleich behandelt
werden sollen, knnen Sie den Bearbeitungsproze direkt starten (Liste
bearbeiten). Genauso gut kann man auch einzelne Bilder selektieren und
einzeln bearbeiten lassen. Machen Sie ruhig mal einen ersten Test und
berprfen Sie das Ergebnis in Ihrer Farbbildbearbeitung (sofern diese
4C-Bilder darstellen kann).

Wir knnen an dieser Stelle nun auch die individuelle Parametrisierbarkeit
aufzeigen. Whlen Sie nacheinander die einzelnen Bilder in der Liste an und
ndern Sie einige der Einstellungen. Im einfachsten Fall werden Sie
vielleicht individuelle Bildgren vorgeben. Sie knnen aber genausogut die
Methoden fr die Separation, Farb- und Gradationskorrektur oder das
Ausgabeformat (Dateiformat) ndern. Sie knnen z. B. auch ein Bild mehrfach
in die Liste laden und testweise einmal mit unterschiedlichen Methoden
separieren lassen; dabei MSSEN Sie dann aber unterschiedliche Namen fr die
Zielbilder whlen, sonst wird das zweite Bild ber das erste geschrieben
usw. Probieren Sie ruhig ein bichen herum. Wenn Sie dann zwischen den
einzelnen Bildern in der Liste hin- und herklicken (sie abwechselnd
selektieren), werden Sie sehen, da sich das Programm die individuellen
Einstellungen fr jedes Bild merkt. Sie knnen also globale
Methoden/Einstellungen fr alle Bilder vorgeben und diese dann bei Bedarf
fr jedes einzelne Bild noch abwandeln.

Nhere Informationen zur Bedienung der einzelnen Elemente finden Sie im
Referenzteil dieses Handbuches. Wenn Sie das Programm Schritt fr Schritt an
einfachen bungen kennenlernen mchten, sollten Sie dazu die bungen des
Tutorials verwenden. ber die einzelnen Verfahren informiert Sie Teil D
dieses Handbuches.

Neuland: Einsatz der Feinkornrasterung DA'S PHOTOSCREENING

Bevor wir uns dem Einsatz der Feinkornrasterung DA'S PHOTOSCREENING
zuwenden, mchten wir uns etwas ausfhrlicher dem Gradationseditor zuwenden,
denn sptestens, wenn Sie die Feinkornrasterung einsetzen, werden Sie
spezielle neue Gradationskurven ermitteln und einsetzen mssen. Natrlich
gilt das auch fr die Bildverarbeitung ohne Rasterung; wir hatten oben nur
zur Vereinfachung angenommen, da Sie schon ber entprechende
Gradationskurven verfgen. Als Beispiel wollen wir aber gerade das
Feinkornraster verwenden, da man hier auf jeden Fall Neuland betritt und
deshalb das Verfahren auf die Weiterverarbeitung einstellen mu.

Zunchst mssen Sie wissen, mit welcher Belichterauflsung das
Feinkornraster belichtet werden soll. Auch wenn fast jeder Satzbelichter
eine Flle von verschiedenen Auflsungen (in der Regel zwischen 600 und 3600
dpi) anbietet, eignen sich nur bestimmte Auflsungen. Solange der Belichter
nicht bner eine (wirklich!) einstellbare Spotgre des Laserstrahls
verfgt, eignen sich nur bestimmte Belichterauflsungen fr das
Feinkornraster. Die interessanten Werte liegen zwischen etwa 1000 und 1800
dpi, denn ein feineres Raster wre kaum noch druckbar. Die verwendbare
Auflsung sollte immer ungefhr der Spotgre des Laserstrahls entsprechen
oder knapp darunter liegen. Fragen Sie Ihr Dienstleistungsunternehmen nach
diesem Wert, falls Sie ihn nicht kennen. Wir haben eine ganze Reihe von
Tests mit den sehr preiswerten ULTRE-Belichtern (Linotype UX70 usw.)
durchgefhrt. Diese haben eine Spotgre von ca. 25m und das entspricht
einer 'idealen' Auflsung von 1000 dpi fr das Frequenzraster; tatschlich
waren bei dieser Auflsung sehr schnell gute Ergebnisse zu erzielen. Mit
1200 dpi gab es zunchst einige Probleme, aber nach Auswahl des richtigen
Filmmaterials und Ausmessen einer geeigneten Gradation konnte auch mit
dieser Auflsung gearbeitet werden. Hhere Auflsungen machten aber mit
diesem Belichter keinen Sinn, da bei solchen Auflsungen zwar die Energie
des Laserstrahls abgeschwcht wird, aber nicht die Punktgre wirklich
reduziert wird. Der Punkt wird nicht kleiner, sondern weniger dicht und
damit unbrauchbar, wie mikroskopische Untersuchungen ergeben haben. Eine
ausfhrliche Diskussion dieser Problematik finden Sie weiter unten.

Nehmen wir einmal an, der Ihnen zur Verfgung stehende Belichter hat eine
Spotgre von 20m und ist damit ideal fr eine Belichtung mit 1200 dpi
geeignet. Laden Sie nun das Bild GRAUKEIL.TIF und schalten Sie die
Feinkornrasterung ein. Erzeugen Sie ein gerastertes Bild in einem geeigneten
Dateiformat OHNE irgeneine Gradation und lassen Sie es belichten und die
Dichte (in Prozentwerten) ausmessen. Der Graukeil enthlt Abstufungen in 5%
Schritten, genau wie in der Tabelle des Gradationseditors. Diese 21
gemessenen Werte tragen Sie nun in diese Tabelle ein (im K-Auszug!) und
klicken dann auf das Feld 'Revers'. Es wird die entsprechende Korrekturkurve
ermittelt, die die bei der Filmbelichtungen aufgetretenen
Tonwertvernderungen korrigiert. Rastern Sie nun erneut den GRAUKEIL auf,
aber diesmal unter Verwendung der gerade ermittelten Gradation. Wenn Sie
dieses Bild nun belichten lassen, sollte sich eine lineare Grauwertskala
ergeben; falls nicht, mssen Sie noch einmal nachkorrigieren. Dazu knnen
Sie die Mischfunktion im Gradationseditor verwenden: Rufen Sie die beim
ersten Durchlauf erzeugte Gradationskurve auf und kopieren Sie diese ins
Klemmbrett. Nun geben Sie die (wahrscheinlich relativ geringen) Abweichungen
ein, die beim zweiten Test aufgetreten sind und klicken dann auf 'Revers'
und anschlieend auf 'Mischen'. Nun wird Ihre erste Korrekturkurve mit der
zweiten berlagert und damit verfeinert.

Nun sollte man den Graukeil andrucken, denn auch bei der Plattenkopie und
beim Druck ergeben sich Tonwertverschiebungen und zwar in der Regel andere
als beim autotypischen Raster. Dieser Andruck sollte nach Mglichkeit bei
einem Unternehmen gemacht werden, das schon Erfahrungen mit Feinkornrastern
hat. Auch den Andruck kann man wiederum ausmessen und so auf die oben
beschriebene Weise eine Korrekturkurve ermitteln. Diese kann dann mit der
Belichterkurve wiederum gemischt (berlagert) werden, um eine einzige
Gradationskorrektur fr die Ausgabe zu erhalten. Prinzipiell htte es auch
gengt, gleich vom Andruck her eine Kurve zu ermitteln, aber da auf dem Weg
vom Rechner zum gedruckten Papier viele Variablen enthalten sind, ist es
besser, die einzelnen Bereiche getrennt zu erfassen (und zu verwalten). Wird
zum Beispiel auf anderem Papier gedruckt, mu man mit einem anderen
Punktzuwachs im Druck rechnen, whrend die Belichterkorrektur (bei gleichem
Film und gleicher Chemie) sich nicht ndert. Wenn Ihr
Dienstleistungsunternehmen allerdings Filmmaterial und Chemie wechselt, wird
sicherlich eine neue Kalibrierung fr die Belichtung des Feinkornrasters
ntig sein, whrend vielleicht an den Druckbedingungen sich nichts ndert.

Wenn die richtige Gradation anhand des Graukeils ermittelt wurde, sind Sie
auch fr das Aufrastern von Farbbildern mit DA'S PHOTOSCREENING gerstet.
bernehmen Sie einfach die ermittelte Gradationskorrektur fr alle
Farbauszge.

Nun sollten Sie einen ersten Test mit der Feinkornrasterung von Farbbildern
machen. Als Eingangsbilder knnen Sie beliebige 3C- oder 4C-Bilder nehmen,
wobei Sie fr 3C-Bilder eine Farbseparation und Korrrektur whlen mssen und
die Korrektur einschalten sollten. Als Gradationskorrektur nehmen Sie die
zuvor ermittelte (in allen Farbauszgen identisch!). Als Ausgabeauflsung
MUSS hier die Belichterauflsung gewhlt werden (also in unserem Beispiel
1200 dpi). Die Bildgre knnen Sie beliebig whlen, wobei im Verhltnis 1:2
die maximale Bildschrfe erreicht wird. Entscheidend ist aber, DASS Sie eine
Bildgre vorgeben, denn das Bild wird bei der Rasterung exakt auf diese
Bildgre skaliert und darf auch anschlieend im Layoutprogramm NICHT mehr
anders skaliert werden (exakt 1:1, bzw. unter Umstnden auch 2:1, wenn in
der Kombination mit autotypischer Rasterung mit hherer Auflsung, z. B.
2400 dpi, ausgegeben werden mu). 

Welches Ausgabeformat Sie whlen, hngt davon ab, wo Sie das Bild
weiterverarbeiten mchten. Wollen Sie nur Testbilder aufrastern, empfiehlt
sich das TIF-Format (ohne Preview), das von PHOTOSHOP anstandslos geladen
und richtig dargestellt wird. Die meisten DTP-Programme mgen aber keine
'4-Plane-TIFFs' mit 4 monochromen Auszgen und hier wird man in der Regel
EPS (eine Datei) oder DCS (5 Dateien) whlen. Das DA-Format (4 Farbauszge
IRC, IRM, IRY, IRK sowie ein TIC als Layoutbild) wird von DA'S LAYOUT
verwendet und entspricht dem ISS-Format fr die direkte Filmbelichtung ohne
PostScript. Wenn Sie das Bild in das Layoutprogramm laden, sollte es exakt
die Gre haben, die Sie vorgegeben haben. Ist dies nicht der Fall, mssen
Sie versuchen, nachtrglich eine exakte 1:1-Skalierung zu erreichen. Die
meisten Programme bieten eine entsprechende Funktion. Nochmals zum
Verstndnis: Das mit DA'S PHOTOSCREENING aufgerasterte Bild besteht exakt
aus den Rasterpunkten, die spter gedruckt werden sollen. Es handelt sich um
ein 4C-Bild mit nur noch 1 Bit Tiefe pro Farbauszug; jeder Farbauszug
enthlt also nur noch schwarze und weie Druckpunkte. Ein freies Skalieren
solcher Bilder wrde den Rasteraufbau zerstren und unbrauchbar machen.
Sollten Sie whrend des Layouts feststellen, da Sie eine andere Gre
bentigen, mssen Sie das Bild nochmal mit DA'S COLOUR SYSTEM in der
gewnschten Gre aufrastern.

Einschub: Optimale Bildauflsungen beim Feinkornraster

Einer der Hauptvorteile der Feinkornrasterung besteht in der verbesserten
Bildschrfe (schrfere Details, bessere Feinzeichnung) - und das sogar bei
geringerer Belichterauflsung. Dafr gibt es zwei Hauptgrnde, wie im
theoretischen Teil ausfhrlicher erlutert werden: das einzelne Raster
'schmiegt' sich enger an die darzustellende Form an (populr ausgedrckt)
und - das ist unseres Erachtens der entscheidende Faktor - es treten keine
Feinmoirees (Rosetten) mehr auf, die jede Feinstruktur unterhalb einer
gewissen Gre zuverlssig zerstren. Aber auch das beste Feinkornraster
kann keine Schrfe anzeigen, die im Bild nicht enthalten ist. Das Bild kann
also im Druck durch das Feinkornraster nur besser werden, wenn es auch hoch
genug aufgelst und scharf genug ist. Whrend beim autotypischen Raster
(etwa einem 60er Rastersatz) eine effektive Bildauflsung von 300 dpi schon
als gut angesehen wird (und eine hhere Auflsung auch keinen Sinn mehr
macht), kann man beim Feinkornraster die optimale Schrfe erzielen, wenn die
Bildauflsung gleich der halben Belichterauflsung ist, also z. B. 600 dpi
betrgt bei einer Belichterauflsung von 1200 dpi. Wohlgemerkt: man MUSS
NICHT mit so hoch aufgelsten Bildern arbeiten, aber das Rasterverfahren
vertrgt es. Auch Bilder mit einer Schrfe von 300 dpi werden durch das
Feinkornraster noch verbessert und in vielen Fllen kann man damit
vollkommen zufrieden sein. Aber wenn hchste Bildschrfe gefragt ist, dann
ist das Feinkornraster nochmal steigerungsfhig. Eine Steigerung ber das
Verhltnis 1:2 hinaus ist allerdings sinnlos, auch wenn manche Autoren das
empfehlen.

Noch eine Frage, die sich der Leser wahrscheinlich inzwischen schon gestellt
hat, wollen wir an dieser Stelle beantworten: Wie gro werden eigentlich die
Dateien mit den aufgerasterten Bildern und kann man diese Datenflut noch
bndigen? Vor zwei, drei Jahren htte man auf den zweiten Teil der Frage
noch mit 'Nein' geantwortet, aber jeder, der ernsthaft Bildverarbeitung am
Rechner betreibt, verfgt heute ber ausreichende Speicherkapazitten. Und
nun die Antwort auf die erste Frage: Die Bilder sind von der gleichen
Grenordnung wie die Originalscans. Einerseits werden Sie in der Gre
aufgeblht auf die Belichterauflsung, aber andererseits werden sie in der
Farbtiefe reduziert auf ein Achtel der Datenmenge. Verglichen mit einem 300
dpi Scan wird das (auf 1200 dpi) aufgerasterte Bild doppelt so gro
(Speicherbedarf) wie das Original. Bei hheren Auflsungen verbessert sich
das Verhltnis zugunsten des aufgerasterten Bildes: ein Bild mit 600 dpi
Schrfe ist nach dem Aufrastern nur noch halb so gro wie das Original. So
entstehen durch das Vorrastern natrlich grere Datenmengen, aber diese
liegen in der Grenordnung der Originale und auerdem werden sie nur
temporr gebraucht; nach der Belichtung knnen Sie entfernt werden, da sie
sich jederzeit aus dem Originalbild eindeutig und schnell wieder
reproduzieren lassen. Behalten werden Sie in der Regel deshalb nur die
Originale.

Technisches: Belichten und Drucken von Feinkornrastern

Fangen wir bei den Belichtern an. Man kann wohl jeden im Markt befindlichen
Belichter mit Feinkornrastern einsetzen, jedenfalls solange er mit seiner
'realen' Spotgre einen randscharfen Punkt auf den Film zu setzen vermag.
Diese reale Spotgre wird in der Regel vom Hersteller angegeben. Man mu
aber unbedingt berprfen, ob in dieser Gre auch ein dichter und
randscharfer Punkt gesetzt wird (dafr bentigt man eigentlich ein
Mikroskop). Die meisten preiswerten Belichter haben Spotgren zwischen 30
und 20 m und eignen sich somit fr Standardqualitten bis herunter zum
Zeitungsdruck. Will man hchste Qualitt erzielen, bentigt man Belichter
mit einer Spotgre von 12-14 m und den entsprechenden Belichterauflsungen
(um die 1800 dpi). Derart feine Raster knnen aber nur noch auf
Kunstdruckpapier wiedergegeben werden. Auf noch feinere Raster kann man denn
auch getrost verzichten, da sie nicht mehr druckbar wren.

Von entscheidender Bedeutung ist das Filmmaterial und die eingesetzte
Chemie: der Film sollte wenistens eine Dichte von 4 oder mehr erreichen.
Eine Reihe von Herstellern haben inzwischen spezielles Filmmaterial fr
Feinkornrasterung auf den Markt gebracht oder angekndigt. Entscheidend ist
aber nicht, was draufsteht, sondern in erster Linie die Dichte.

Beim Kopieren auf die Druckplatte sind ebenfalls einige Regeln zu beachten.
Die Belichtungszeiten werden in der Regel krzer sein; in unseren Testreihen
lagen sie oft bei 70% der normalen Belichtungszeit. Je dichter allerdings
der Film, desto mehr Belichtungszeit vertrgt er wiederum. Die Verwendung
der beliebten Streufolie verbietet sich natrlich bei diesem Verfahren von
selbst. 'Staubfreie Rume' halten wir hingegen als Forderung fr malos
bertrieben. Alle unsere Tester waren der Meinung, da ein 'sauberer
Arbeitsplatz' (Film, Kontaktkopierer usw) vllig ausreichend ist. Fr die
Plattenkopie von FM-gerasterten Filmen gibt es inzwischen auch schon
Richtlinien der FOGRA.

Einschub: ber die Mischung von autotypischen und Feinkornrastern

Grundstzlich knnen mit DA'S PHOTOSCREENING aufgerasterte Bilder mit
anderen Bildern oder Grafiken in autotypischen Rastern gemischt werden. So
kann man ohne weiteres innerhalb eines Layouts vorgerasterte und nicht
vorgerasterte Bilder vereinen, und die nicht vorgerasterten normal mit
autotypischen Rastern belichten. Es ist allerdings zu beachten, da durch
die nderungen bei Belichtung und Plattenkopie auch andere
Gradationskorrekturen ntig sein werden als bisher gewohnt. Autotypische
Raster werden durch die erforderliche hhere Genauigkeit beim Belichten und
der Plattenkopie nicht schlechter, sondern bei geeigneter neuer Gradation
eher besser. Das sollte jedem einleuchten, denn wenn man einen 20m-Punkt
noch drucken kann (und ein 20m-Loch noch offen bleibt), dann kann man
getrost manche Einschrnkung vergessen, die bisher jedem Anfnger
eingetrichtert wurde wie die Punktbegrenzung in den Lichtern und Tiefen.

Ein Problem kann aber dadurch auftauchen, da man fr eine hochwertige
autotypische Rasterung eine hhere Belichterauflsung bentigt als sie dem
Feinkornraster angemessen ist. Fr ein 'gutes' 60er Raster bentigt man
eigentlich 2400 dpi, wohingegen man mit 1200 dpi schon ein hervorragendes
Feinkornraster drucken kann. Will man beides gemeinsam haben, so geht das
aber auch (man verliert dabei aber den Kosten- und Geschwindigkeitsvorteil
der 1200-dpi-Belichtung). In diesem Fall mu das FM-Bild mit der halben
Belichterauflsung gerastert werden (also 1200 dpi bei 2400 dpi
Belichterauflsung). Bei der Ausgabe wird dann (bei entsprechender exakter
Skalierung) jeder Punkt des Feinkornrasters durch 2*2 Belichterpunkte
gesetzt. Ist der Laserstrahl fein und scharf genug (in der Regel nicht auf
preiswerten Belichtern), kann man das ohne weiteres machen. Man mu fr
dieses Verfahren sicher eine eigene Gradation fr die Belichtung ermitteln.
Sofern man die autotypischen Raster aber nur fr Tonflchen und
Vektorgrafiken bentigt, kann man in der Rasterpunktqualitt auch einige
Abstriche machen und gleich mit 1200 dpi ausgeben.

Ausklang: Individuelle Parametrisierung und Automatisierung

Die individuellen Parametrisierungen des Systems beschrnken sich auf die
Auswahl von vordefinierten Methoden und dem Erstellen geeigneter
Gradationskurven. Weiterhin knnen fr die Separation individuelle
Einstellungen im RCS-Format importiert werden, so da Anwender von DA'S
REPRO CD bzw. DA'S LAYOUT in der Praxis bewhrte eigene Einstellungen in das
System bernehmen knnen.

Die Farbkorrektur knnen Sie hingegen in keiner Weise beeinflussen, auer
durch Anwahl einer bestimmten Methode bzw. eines bestimmten Farbraums. Hier
sind Sie also (zunchst) ganz auf die mitgelieferten Methoden angewiesen.
ber unseren Support bzw. ber unsere Support-Mailbox knnen Sie neue
Methoden beziehen, denn wir arbeiten kontinuierlich an der Entwicklung
solcher Methoden z. B. fr andere Druckfarben, Farbdrucker, Proofsysteme
usw. Sie knnen auch einen Korrektursatz fr ein bestimmtes Gert bei uns in
Auftrag geben - und Sie knnen sogar eigene Korrekturmethoden erstellen,
allerdings nur mit Hilfe unserer Supportabteilung. Bevor wir nher darauf
eingehen, wollen wir die mglichen Grnde fr eine solche individuelle
Anpassung erlutern.

Bislang sind wir immer davon ausgegangen, da Sie die Farbbilder am
Bildschirm kontrollieren und korrigieren, um damit eine ungnstige
Dichteverteilung und evtl. Farbfehler auszugleichen. Es ist jedoch durchaus
mglich, auch die Aufzeichnungsfehler des Scanners incl. der Verflschungen
beim Scan-Proze (z. B. durch Gradationen) in die Farbkorrektur
miteinzubeziehen und somit den gesamten Proze der Bildverarbeitung zu
automatisieren. Solche automatischen Abarbeitungen erreichen sicherlich
nicht die absolute Spitzenqualitt, sind aber fr Normalanwendungen durchaus
brauchbar. Unsere Farbbildverarbeitung DA'S REPRO CD arbeitet z. B. mit
einem solchen Korrektursystem, das darauf basiert, da Sie das System durch
Einscannen und Ausmessen der Farben des Zielsystems (also z. B. der reinen
Druckfarben Cyan, Magenta und Gelb) kalibrieren. Ein solches System ist
allerdings sehr instabil gegenber individuellen Gradationsnderungen an den
Bildern oder individuellen Einstellungen beim Scannen und bentigt sehr hohe
Rechenzeiten. Es macht also nur unter streng normierten
Produktionsbedingungen Sinn oder verlangt individuelle Anpassungen (die DA'S
REPRO CD durch eine Druckfarbensimulation auf dem Bildschirm untersttzt).
Viele unserer Kunden haben sich mit diesem System eine fr ihre
Produktionsumgebung gut funktionierende Standard-Druckfarbenkorrektur
erstellt und mchten diese nun vielleicht weiter benutzen, aber gleichzeitig
die groen Vorteile von DA'S COLOUR SYSTEM (hohe Geschwindigkeit,
Batchbetrieb) in Anspruch nehmen. Die Methoden von DA'S REPRO CD knnen
nicht importiert werden, weil in DA'S COLOUR SYSTEM mit einem ganz anderen
Verfahren gearbeite wird, aber mit Hilfe unseres Supports knnen wir Ihnen
individuelle Anpassungen liefern. Es geht sogar noch mehr: Wenn Sie bislang
mit einer anderen Farbkorrektursoftware gearbeitet haben und mit den
Ergebnissen zufrieden waren, knnen wir auch diese Methode fr Sie in DA'S
COLOUR SYSTEM integrieren. Wenn Sie an einer derartigen Anpassung
interessiert sind, setzten Sie sich bitte mit unserer Supportabteilung in
Verbindung. Sie erhalten dann einen Testbildsatz, den Sie mit einer Methode
Ihrer Wahl korrigieren und an uns zurckschicken. Wir erstellen dann daraus
eine neue Farbkorrekturmethode fr DA'S COLOUR SYSTEM. Ganz umsonst ist
diese Dienstleistung natrlich nicht, aber auch nicht teuer.

Noch ein paar Worte zum Abschlu ber eine weitgehende Automatisierung der
Arbeit mit DA'S COLOUR SYSTEM. Nachdem Sie die ersten Anlaufschwierigkeiten
berwunden haben und vor allem passende Korrekturgradationen fr die
verschiedenen Verfahren und Ihre Produktionsbedingungen ermittelt haben,
werden Sie schnell feststellen, da Sie in der Praxis immer nur wenige,
bestimmte Kombinationen bentigen werden. Es ist nun sinnvoll, jede dieser
Kombinationen als Grundeinstellung einzurichten und in einer Parameterdatei
mit entsprechendem Namen abzuspeichern. So schaffen Sie auf einfachste Weise
Makros fr die Jobbearbeitung. Nach dem Programmstart laden Sie dann
zunchst die gewnschte Grundeinstellung, anschlieend die Bilder und
starten den Job. So einfach kann das in der Praxis sein!


B Tutorial:

Dieser Teil des Handbuches demonstriert Schritt fr Schritt anhand von
konkreten Aufgaben die Bedienung von DA'S COLOUR SYSTEM. In einer
vorbereitenden bung wird das Erstellen von Korrekturgradationen gezeigt,
wie dies zumindest fr die stochastische Feinkornrasterung mit DA'S
PHOTOSCREENING erforderlich ist. Die zweite bung zeigt dann, wie man einen
kompletten Job mit mehreren Bildern durchfhrt.

Vorbereitung: Korrekturgradation ermitteln

Starten Sie das Programm und laden Sie das mitgelieferte Bild GRAUKEIL.TIF
in die Bildliste (mit 'Bild hinzufgen'). Selektieren Sie das Bild in der
Bildliste und nehmen Sie folgende Einstellungen vor:

Ausgabegradation ausschalten (kein Hkchen im Quadrat), Rasterung DA'S
PHOTOSCREENING einschalten (Hkchen im Quadrat durch Anklicken setzen).

Als Ausgabeauflsung tragen Sie die gewnschte Belichterauflsung (z. B.
1200 oder 1270 dpi) ein. ANSCHLIESSEND setzen Sie die Ausgabegre durch
Anklicken von 1:4.

Nun mssen Sie noch das Ausgabeformat whlen und das hngt natrlich davon
ab, mit welchem Layoutprogramm Sie arbeiten. Fr DA'S LAYOUT whlen Sie
natrlich 'DA'S', ansonsten TIFF oder EPS.

Nun importieren Sie das Bild in Ihr Layoutprogramm und positionieren es auf
einer Seite. Dabei mssen Sie darauf achten, da es exakt 1:1 auf die
Ausgabeauflsung skaliert wird (in DA'S LAYOUT geschieht das automatisch).
Nun knnen Sie die Datei zum Belichten geben. Bitten Sie Ihren
Dienstleister, mit einer Filmdichte von mindestens 4 zu arbeiten und den
Graukeil SORGFLTIG auszumessen und Ihnen die 21 Mewerte mit dem Film zu
liefern.

Nun starten Sie erneut das Programm und laden wieder den Graukeil. Klicken
Sie nun auf das Feld fr die Gradation und ffnen Sie damit die Auswahlbox
fr die Gradation. Durch Anklicken von 'Neu' ffnen Sie eine neue Gradation.
Schalten Sie auf den K-Auszug und tragen Sie die Mewerte ein. Nun klicken
Sie 'Revers' an, damit Ihnen das Programm die Korrekturgradation berechnet.
bernehmen Sie diese Gradation in alle Farbauszge durch Anklicken von
'Kurven gleichsetzen' und geben Sie ihr einen aussagekrftigen Namen, z. B.
'PHOTOSCREENING 1200'. Verlassen Sie den Gradationseditor durch Anklicken
von 'bernehmen' und speichern Sie die Parameter ab. Nun 'Whlen' Sie die
neue Gradation als aktuelle Gradation und geben den Graukeil erneut mit
Feinkornraster aus, wie zu Anfang beschrieben, aber diesmal mit aktivierter
(eingeschalteter) Gradationskorrektur. Diese Bild lassen Sie nun erneut
belichten, wie oben beschrieben, und ausmessen. Die Abweichungen in den
einzelnen Graustufen sollten nun nicht grer als 1% sein.

Von diesem Film lassen Sie nun einen Andruck herstellen. Machen Sie einen
echten Andruck, keinen chemischen Proof, da viele Proofsysteme mit einem
Feinkornraster nicht klarkommen. Der Andrucker sollte sich an den
FOGRA-Richtlinien fr Feinkornraster orientieren, vor allem, wenn er noch
keine Erfahrungen mit Feinkornrastern hat. Auch den Andruck sollten Sie
ausmessen lassen, um die Abweichungen der Grauwerte im Druck zu ermitteln.

Mit diesen Mewerten erstellen Sie nun ebenfalls eine Korrekturgradation
(zunchst als EIGENE Methode), wie oben fr die Filmkorrektur beschrieben.
Nun wollen wir Ihnen noch zeigen, wie Sie aus beiden Korrekturen fr
Filmbelichtung und Druck eine gemeinsame Korrekturgradation herstellen.

Speichern Sie zunchst die Filmkorrektur und laden Sie diese sogleich als
neue Methode wieder ein. Selektieren Sie nun die Druckkorrektur und klicken
Sie auf 'Edit'. 'Kopieren' Sie die Gradation ins Klemmbrett und verlassen
Sie das Gradationsformular. Selektieren Sie nun die neu importierte Methode
(identisch mit der Filmkorrektur) und ffnen Sie den Gradationseditor mit
'Edit'. Klicken Sie nun auf 'Mischen' und Sie erhalten eine neue kombinierte
Kurve, der Sie wiederum einen neuen Namen geben. Diese neue Gradation kann
nun als kombinierte Korrekturgradation fr Druck und Belichtung verwendet
werden.

Zwischenbemerkung: Natrlich kann man mit diesem Verfahren auch
Korrekturgradationen fr autotypische Raster ermitteln. Wir haben uns in
diesem Beispiel auf das Feinkornraster bezogen, weil Sie dafr auf jeden
Fall neue Korrekturgradationen ermitteln mssen, whrend Sie (bzw. Ihr
Belichtungsunternehmen) fr die autotypische Rasterung wahrscheinlich schon
ber entsprechende Gradationen verfgen, die Sie natrlich auch in DA'S
COLOUR SYSTEM bernehmen knnen.

Wenn es nicht auf Anhieb funktioniert: Es gibt bei einer solchen Kalibration
eine Reihe von mglichen Fehlerquellen. Nicht jeder hat gelernt, exakte
Messungen vorzunehmen. Wird ein ungenaues Densitometer benutzt oder werden
nicht mehrere Messungen pro Graustufe gemacht und der Mittelwert ermittelt,
so kann es auch bei der zweiten Belichtung noch zu erheblichen Abweichungen
kommen. Man sollte in diesem Fall beide Messungen (evtl. mit einem genaueren
Densitometer) wiederholen und somit berprfen.

Eine weitere mgliche Fehlerquelle kann in folgendem bestehen: in den
Lichtern mu sehr stark korrigiert werden; obwohl der Einzelpunkt unter der
Rasterlupe stabil zu sein scheint, zeigt das Densitometer einen viel zu
geringen Wert an. In diesem Fall mu berprft werden, ob der Einzelpunkt
wirklich die volle Dichte hat. Dies ist nur mit einem geeigneten Mikroskop
(etwa 100fache Vergrerung) mglich. In diesem Fall sollte evtl. mit einem
anderen Filmmaterial oder einer grberen Belichterauflsung gearbeitet
werden.

Noch ein Tip: Man kann die Mischfunktion auch zu einer schrittweisen
Verfeinerung benutzen, wenn z. B. das Ergebnis der ersten Korrekturgradation
noch zu stark vom Sollwert abweicht. Man erstellt dann zunchst eine
Korrekturgradation fr die zweite Messung und berlagert sie mit der Kurve
der ersten Messung. Mit dieser neuen Korrekturgradation wird dann erneut
getestet.

bung: Ein komplexere Aufgabe Schritt fr Schritt

Nun wollen wir an einem Beispiel einmal demnstrieren, wie man eine
komplexere Aufgabe mit DA'S COLOUR SYSTEM lst. Das Beispiel ist vielleicht
ein bichen praxisfremd, aber wir wollen an diesem Beispiel eben die
unterschiedlichen Mglichkeiten durchexerzieren.

Sie bentigen fr dieses Beispiel einige Bilder im TIF-Format (bzw. TIC und
TIH): ein Halbtonbild, zwei 3C-Bilder (RGB-TIFFs) und ein 4C-Bild. Dabei
soll folgende Aufgabe gestellt sein: Das Halbtonbild und das 4C-Bild sollen
mit Feinkornrasterung aufgerastert werden; die beiden 3C-Bilder sollen
separiert und farbkorrigiert werden; dabei werden wir unterschiedliche
Methoden verwenden; auerdem werden wir diese Aufgabe noch mit verschiedenen
Zielformaten (Dateiformaten) durchfhren.

Um eine Arbeitsumgebung zu schaffen, wie sie vielleicht auch in der Praxis
vorkommt und um zugleich bestimmte Programmfeatures kennenzulernen, legen
Sie bitte zunchst einen Quellordner an, in den Sie die Ausgangsbilder
kopieren. Ebenso legen Sie bitte einen Zielordner an, in dem die
Arbeitsergebnisse abgelegt werden.

Nun starten Sie das Programm und ffnen Sie das Arbeitsfenster ber die
Menueleiste. Legen Sie den Ausgabepfad fest, indem Sie das Feld mit der
Pfadbezeichnung anklicken und in der Dateiauswahlbox den zuvor anglegten
Ausgabeordner anwhlen (den Ordner in der Dateiauswahlbox ffnen). Als
Ausgabeformat legen Sie zunchst TIFF fest (ohne bersichtsbild, also das
entsprechende Feld mu OHNE Hkchen sein). Die Ausgabeauflsung lassen Sie
bitte auf dem Defaultwert 1200 stehen.

Falls Sie noch keine Methoden fr Separation und Korrektur eingerichtet
haben (das System quasi noch jungfrulich ist), sollten Sie dies nun tun.
ffnen Sie zunchst die Auswahlbox fr die Standard-Separation, indem Sie
auf das entsprechende Feld klicken. 'Laden' Sie nun die mitgelieferten
Methoden im SEP-Format. 'Whlen' Sie nun z. B. die Methode 'mittl. Schwarz'.
ffnen Sie nun die Auswahlbox fr die Gradation, indem Sie das entsprechende
Feld anklicken. 'Laden' Sie einige der mitgelieferten Beispielgradationen im
DAG-Format. Darunter sind Standardgradationen fr autotypische Raster und
ein Beispiel fr eine Feinkornrastergradation. Whlen Sie zunchst eine
Standardgradation fr autotypische Raster. Speichern Sie nun die Parameter
unter dem Namen 'COLSYS_1.PAR' (bzw. COLSYS_2.PAR usw., je nach Version).

Nun wollen wir die Bilder zur Bearbeitung in die Liste aufnehmen. Klicken
Sie auf 'Bild hinzufgen'. In der Dateiauswahlbox whlen Sie den Ordner mit
Ihren Beispielbildern und geben als Dateinamen '*.TI?' ein. Nun sollten alle
Beispielbilder aus dem Ordner sofort in der Liste erscheinen. Dabei wird
jedem Bild genau der Parametersatz zugeordnet, der zum Zeitpunkt des Ladens
rechts im Fenster eingestellt ist. Diese Einstellungen wollen im folgenden
fr die einzelnen Bilder der gestellten Aufgabe gem ndern.

Selektieren Sie zunchst das Halbtonbild. Separation und Farbkorrektur
spielen hierbei keine Rolle und die entsprechenden Einstellungen knnen wir
unbercksichtigt lassen. Whlen Sie eine Gradationskorrektur fr
Feinkornraster, indem Sie auf das Feld fr die Gradation klicken und in der
Auswahlbox die entsprechende Methode mit Doppelklick in das Arbeitsfenster
bernehmen. Dabei wird die Gradationskorrektur auch automatisch
eingeschaltet (Hkchen gesetzt). Nun schalten Sie die Feinkornrasterung ein
(das kleine Quadrat anklicken, so da das Hkchen erscheint). Als letztes
mssen Sie noch die Ausgabebildgre einstellen: Defaultmig wird bei
gerasterten Bildern die optimale Gre mit 1:2 vorgegeben. Klicken Sie zur
Kontrolle auf das Feld '1:2'.

Nun selektieren Sie das 4C-Bild, das wir ja ebenfalls aufrastern wollen.
Nehmen Sie die gleichen Einstellungen vor, wie oben fr das Halbtonbild
beschrieben. Schalten Sie die Farbkorrektur explizit aus, wenn das nicht der
Fall ist (Hkchen darf im Quadrat NICHT gesetzt sein).

Nun selektieren Sie das erste der beiden 3C-Bilder. Eine Standardseparation
hatten wir ja schon eingestellt und wollen sie bei diesem Bild verwenden.
Whlen Sie nun als Farbkorrektur 'Euroskala', indem Sie das Feld fr die
Korrekturmethode anklicken und in der Auswahlbox einen Doppelklick auf
'Euroskala' machen. Dabei wird die Korrektur gleichzeitig eingeschaltet
(Hkchen im Quadrat mu gesetzt sein). Whlen Sie nun auf die gleiche Art
eine Ausgabe-Gradation. Dabei wird die Gradation-Korrektur ebenfalls
eingeschaltet. Schalten Sie die Feinkornrasterung aus, sofern sie
eingeschaltet ist (das kleine Quadrat mu leer sein, also ohne Hkchen). Fr
die Festlegung der Bildgre klicken Sie auf '1:4' - das ergibt eine
Bildschrfe von 300 dpi.

Nun selektieren Sie das zweite 3C-Bild. Dabei wollen wir eine andere
Separationsmethode verwenden. Je nachdem, welche Version Sie besitzen,
werden Sie dabei unterschiedlich vorgehen:

DA'S COLOR SYSTEM I: Whlen Sie in der Auswahlbox fr die
Standard-Separation eine andere Methode. Ansonsten stellen Sie die
Bearbeitungsschritte genau so ein, wie zuvor fr das erste 3C-Bild.

DA'S COLOUR SYSTEM II: Hier wollen wir nun erstmals mit der
REFERENCE.K-Separation arbeiten. Schalten Sie auf 'REFERENCE.K' um. Klicken
Sie auf das Feld fr die Druckfarben und machen Sie in der Auswahlbox
'REFERENCE.K einen Doppelklick auf 'Euroskala'. Die restlichen Einstellungen
werden genau so vorgenommen wie beim ersten 3C-Bild.

Nun knnen wir die Bearbeitung starten. Klicken Sie auf 'Liste bearbeiten'.
Das Programm zeigt Ihnen den Fortschritt der Arbeit an.

Nun mchten Sie sich das Ergebnis der Arbeit natrlich ansehen. Das ist aber
nicht unbedingt einfach und hngt von der Software ab, mit der Sie arbeiten.
Beginnen wir mit dem aufgerasterten Halbton an. Sie knnen es in jedes
Programm laden, das monochrome TIFF-Bilder verarbeiten kann. Am einfachsten
geht es mit dem mitgelieferten Grafikkonverter.

Die beiden nicht aufgerasterten Farbbilder liegen nun im 4C-Format mit 8 Bit
Tiefe pro Kanal vor. Diese knnen Sie in jede Farbbildverarbeitung laden,
die 4C-Bilder importieren kann. Es bleibt aber noch das Problem der
richtigen Darstellung. Ideal ist die Darstellung in DA'S PICTURE, bei dem
der Schwarzauszug in die Maske geladen wird, wenn Sie dann die Maske
einschalten und die Maskenfarbe auf Schwarz setzen. Auch PHOTOSHOP auf PC
oder MAC zeigt solche 4C-Bilder optimal an, also mit richtiger Darstellung
des Schwarzauszugs.

Die schwierigste Aufgabe ist die Darstellung des gerasterten 4C-Bildes; uns
ist derzeit kein Programm auf dem ATARI bekannt, das solche TIFF-Bilder
laden und darstellen kann. DA'S PICTURE wird dies in der Version 1.2 knnen.
PHOTOSHOP auf PC und MAC kann dies jetzt schon. Wen keine dieser
Mglichkeiten vorhanden ist, kann man sich auf die folgende Art behelfen:
Geben Sie dieses Bild erneut aus, aber diesmal im DA-Format incl.
Layoutbild. (Bild selektieren, als Format 'DA'S' whlen, das Hkchen vor
bersichtsbild einschalten, 'Bild bearbeiten' anklicken). Die einzelnen
Farb-Auszge knnen Sie nun im Grafikkonverter betrachten, allerdings mssen
Sie die Dateikennzeichnung vorher in 'ISS' ndern. (VORSICHT: Die Bildnamen
sind alle identisch, mssen also ebenfalls gendert werden, wenn man 'ISS'
anfgen mchte.)

Eine weitere Testmglichkeit besteht mit DA'S LAYOUT CD/TC und einem
farbigen Tintenstrahldrucker (HP 550 C, BJC 600/800, EPSON Stylus). Geben
Sie in diesem Fall das Bild erneut im DA-Format aus, aber diesmal mit der
Ausgabeauflsung Ihres Tintenstrahldruckers. Sie bentigen dafr allerdings
eine eigene Korrekturgradation. Diese knnen Sie erstellen, indem Sie
zunchst einen Graukeil im Feinkornraster ausdrucken, diesen ausmessen mit
einem Densitometer oder durch Einscannen des gedruckten Bildes und Ausmessen
in Ihrem Bildverarbeitungsprogramm. Dann importieren Sie das Bild in DA'S
LAYOUT und drucken es auf Ihrem Tintenstrahldrucker aus. Die Farben werden
natrlich NICHT richtig sein, da die Farbkorrektur ja zunchst auf
Druckfarben der Euroskala ausgerichtet ist, aber man hat auf jeden Fall
einen Eindruck von dem, was rauskommt, wobei natrlich die niedrigere
Auflsung nicht mit der im Druck vergleichbar ist.

Ideal ist natrlich ein Andruck oder Proof (Vorsicht bei Feinkornrastern!),
aber zu reinen bungszwecken ein bichen teuer. Wenn Sie aber Ihren ersten
'richtigen' Job mit DA'S COLOUR SYSTEM durchfhren, sollten Sie unbedingt
einen Andruck machen lassen.

C Referenz (ATARI-Version)

In diesem Teil des Handbuches finden Sie eine ausfhrliche Beschreibung
aller Bedienungslemente von DA'S COLOUR SYSTEM. Es wird dabei vorausgesetzt,
da Ihnen die elementaren Bedienungsoperationen Ihres Rechners vertraut sind
wie linke und rechte Mausklicks, Doppelklicks und die Bedienung der
Dateiauswahlbox.

1. Die Bedienungslemente

DA'S COLOUR SYSTEM bentigt relativ wenig Bedienungselemente: Die
Menleiste, ein Hauptarbeitsfenster, ein paar Auswahlboxen und einige
Formulare.

1.1 Die Menueleiste

In der Menuleiste finden Sie unter den beiden Menuetiteln 'Datei' und
'Fenster' einige wenige grundlegende Programmfunktionen. Auerdem knnen Sie
ber die Menuezeile Accessories und - in Multitasking-Umgebungen - andere
Programme aufrufen. Alle brigen Einstellungen finden Sie in Fenstern bzw.
Formularen.

1.2 Das Hauptfenster

Das Hauptarbeitsfenster wird aus der Menueleiste unter dem Titel 'Fenster'
aufgerufen. Es enthlt alle wichtigen Prozeeinstellungen: die Bildliste,
die Prozeparameter und die Ausgabeeinstellungen. Auerdem wird die
Bildbearbeitung von hier aus gestartet.

Zustand und Position des Hauptarbeitsfensters werden in den Parameterdateien
gespeichert. So knnen Sie dafr sorgen, da nach dem Programmstart gleich
das Hauptarbeitsfenster mit einer Grundeinstellung an der gewnschten
Bildschirmposition erscheint, wenn Sie eine (Default-) Parameterdatei mit
dem Programmnamen und der Endung '.PAR' im Programmordner ablegen.

1.3 Die Auswahlboxen (Panels)

Zur Auswahl und Verwaltung vordefinierter (oder importierbarer) Methoden
dienen die Auswahlboxen. Die Anzahl solcher Auswahlboxen hngt von der
Programmversion ab: In der Grundversion finden Sie Auswahlboxen fr die
Separationsmethoden, die Farbkorrektur und die Gradationskorrektur. Die
beiden anderen Versionen enthalten jeweils zustzliche Auswahlboxen fr den
'Farbraum' (Farbkorrektur) einer REFRENCE.K 4C Separation bzw. der
Siebenfarbenseparation REFERENCE.K 7C.

Die Auswahlboxen werden aufgerufen durch Anklicken der Methodenfelder im
Hauptfenster. Es handelt sich dabei programmtechnisch gesehen ebenfalls um
Fenster, die also neben dem Hauptarbeitsfenster auf dem Desktophintergrund
liegen bleiben knnen. Position und Status der Auswahlboxen werden ebenfalls
in den Parameterdateien gespeichert, so da Sie dort eine komplette
Arbeitsumgebung passend fr Ihren Bildschirm ablegen knnen.

1.4 Formulare

Das Programm kommt (z. Zt.) mit zwei zustzlichen Formularen aus: einmal
knnen in einem solchen Formular die Methoden-Namen von Separation und
Korrektur verndert werden; wesentlich wichtiger ist das Gradationsformular,
da eine Flle von Editier- und Eingabemglichkeiten enthlt. Formulare
unterscheiden sich von den anderen Bedienungselementen darin, da sie
'modal' sind: ein Formular mu sofort bearbeitet und dann verlassen
(geschlossen) werden; es kann also nicht parallel zu den anderen
Bedienungselementen (Fenstern) genutzt werden.

1.5 Das Arbeiten mit der Maus

Sie knnen wie gewohnt mit der Maus unter GEM arbeiten. Ein Fenster mu also
zunchst selektiert werden (einmal anklicken), bevor man darin arbeiten
kann. Dieses doppelte Anklicken knnen Sie sich sparen, indem Sie vorwiegend
die rechte Maustaste verwenden, denn mit der rechten Maustaste ist jede
Fensterfunktion erreichbar, OHNE da das Fenster im Vordergrund liegen mu.
So knnen Sie das Hauptarbeitsfenster und die Auswahlboxen parallel
bedienen, ohne jedesmal das entsprechende Fenster in den Vordergrund bringen
zu mssen und sich damit so manchen Klick sparen.

Ein Doppelklick auf eine Methode in einer Auswahlbox entspricht der
'Whlen'-Funktion; die (doppelt) angeklickte Methode wird also dann sofort
als aktive Methode in das Hauptarbeitsfenster bernommen. Liegt die
Auswahlbox dabei im Hintergrund, knnen Sie unmittelbar die rechte Maustaste
dazu verwenden (rechter Doppelklick).

2. Funktionen in der Menueleiste

2.1 Menuetitel Datei

'Parameter laden...': Wenn Sie diesen Menuepunkt anklicken, erscheint eine
Dateiauswahlbox und Sie knnen eine zuvor abgespeicherte Parameterdatei
wieder einladen. Eine solche Parameterdatei enthlt smtliche
Fensterpositionen (Hauptarbeitsfenster und Auswahlboxen)und Fensterinhalte
(verfgbare Methoden, auch importierte) sowie die Systempfade. Sie knnen
verschiedene Parameterdateien mit der Dateikennzeichnung '.PAR' ablegen und
so verschiedene Arbeitsumgebungen bzw. Jobeinstellungen bereithalten. Die
PAR-Datei, deren Dateinamen mit dem Programmnamen bereinstimmt
(unterschiedlich bei den verschiedenen Versionen), wird beim Programmstart
standardmig geladen und eignet sich daher fr die erwnschte
Grundeinstellung.

'Parameter sichern...': Wenn Sie diesen Menuepunkt anklicken, erscheint eine
Dateiauswahlbox und Sie knnen Ihre komplette Arbeitsumgebung
(Fensterpositionen, Fensterinhalte und Pfade) in einer Parameterdatei mit
der Dateikennzeichnung '.PAR' abspeichern. Wenn Sie als Namen einer solchen
Parameterdatei den Programmnamen whlen (unterschiedlich bei den
verschiedenen Versionen), wird diese Datei beim Programmstart automatisch
geladen. Damit knnen Sie sich also eine Standard-Arbeitsumgebung schaffen.

'Beenden': Das Programm wird ohne vorherige Sicherheitsabfrage (!)
verlassen.

2.2 Menuetitel Fenster

Unter diesem Menuetitel finden Sie zur Zeit nur eine Funktion, mit der Sie
das Hauptarbeitsfenster auf den Desktop holen knnen, sofern es sich nicht
sowieso schon dort befindet.

3. Funktionen im Hauptfenster

3.1 Die Bildliste

'Bilder einstellen': Im linken Teil des Arbeitsfensters finden Sie die
Bildliste. Sie enthlt die Namen aller Bilder, die Sie zuvor mit der
Funktion 'Bild hinzufgen' zur Bearbeitung ausgewhlt haben. Fr alle diese
Bilder gilt zunchst die Grundeinstellung, die beim Laden rechts im Fenster
fr Prozewahl und Ausgabeeinstellungen gltig war (Standardmethode). Wenn
Sie ein Bild mit der Maus selektieren, knnen Sie die Einstellungen FR
DIESES BILD ndern. Es kann also fr jedes Bild eine gesonderte Bearbeitung
eingestellt werden. Umgekehrt knnen Sie sich die bereits vorgenommene
individuelle Bildeinstellung ansehen, wenn Sie ein Bild in der Liste
selektieren (anklicken). Bildtyp (Halbton, RGB oder CMYK) und Bildgre (in
Bildpunkten) werden zudem im oberen rechten Teil des Fensters angezeigt.

Sind mehr Bilder in der Liste vorhanden, als gleichzeitig im Auswahlfenster
angezeigt werden knnen, so erscheint ein 'Scrollbalken' und Sie knnen auf
die bliche Weise im Auswahlfenster 'blttern'.

'Bilder hinzufgen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint eine
Dateiauswahlbox und Sie knnen ein Bild anwhlen und damit in die
Bearbeitungsliste aufnehmen. Bei der Eingabe des Dateinamens knnen auch die
blichen 'Wildcards' '*' und '?' benutzt werden. Damit ist es auch mglich,
gleich eine ganze Reihe von Bildern (aus einem bestimmten Pfad) in die
Bildliste aufzunehmen. Wenn Sie z. B. '*.TIF' als Dateiname vorgeben, werden
alle Bilder mit der Dateikennzeichnung 'TIF' im gewhlten Pfad in die
Bildliste aufgenommen; mit '*.TI?' knnen Sie zugleich alle TIFs, TICs und
TIHs bernehmen usw.

WICHTIG: Jedem Bild wird beim Laden sofort ein kompletter Proze
(Prozeeinstellungen und Ausgabeeinstellungen) zugeordnet, und zwar der, der
aktuell eingestellt ist. Diese Einstellungen knnen dann nachtrglich
individuell gendert werden. Eine globale nderung fr alle geladenen Bilder
ist dann nicht mehr mglich. Wollen Sie also zwei Gruppen von Bildern
unterschiedlich behandeln, gehen Sie folgendermaen vor: Stellen Sie die
erste Grundeinstellung ein und laden Sie die erste Bildserie; verndern Sie
nun die Grundeinstellungen und laden Sie dann die zweite Bildserie.

'Bild entfernen': Um dieses Feld zu nutzen, mssen Sie zuvor ein Bild in der
Liste selektieren; durch Anklicken dieses Feldes knnen Sie es dann aus der
Bildliste entfernen.

3.2 Die Prozeeinstellungen

Die Prozeeinstellungen finden Sie im oberen rechten Teil des
Arbeitsfensters. Sie knnen sowohl global fr alle Bilder in der Bildliste
gelten (Grundeinstellung) als auch individuell parametrisiert werden, indem
Sie die einzelnen Bilder in der Liste selektieren und dann die
Prozeeinstellungen individuell ndern. Umgekehrt werden hier die aktuellen
Prozeeinstellungen fr ein Bild angezeigt, wenn man das Bild in der Liste
selektiert.

Die Prozeeinstellungen unterscheiden sich geringfgig in den verschiedenen
Versionen. In der Version II steht zustzlich die Optionen 'REFERENCE.K' zur
Verfgung, in der Version III kommt noch die Option 'REFERENCE.K 7C' hinzu.
In beiden Fllen ndert sich das Fenster geringfgig: es sind nun keine
unterschiedlichen Separationsverfahren mehr whlbar und die
Farbkorrekturmethode ist durch die Wahl der Druckfarben ersetzt. Im
folgenden beschreiben wir zunchst die Grundversion (I), da sich diese
Einstellungen in allen 3 Versionen finden, wenn man als Methode den
'Buntaufbau' whlt.

'Separation': Eine Separation wird naturgem nur bei 3C-Bildern (RGB)
durchgefhrt (dort aber immer); bei Halbtonbildern und bereits separierten
4C-Bildern wird dieser Proze bersprungen. Neben dem Text 'Separation:'
wird in einem Rahmen die zur Zeit gltige Separationsmethode angezeigt. Wenn
Sie dieses Feld mit der Maus anklicken, ffnet sich die Auswahlbox
'Separation', in der Sie eine andere Methode whlen knnen. Die Bedienung
der Auswahlbox wird im einzelnen in Kapitel 4.1 behandelt.

'Farbkorrektur': Die Farbkorrektur ist optional, das heit, Sie knnen im
Einzelfall (bei 3C- und 4C-Bildern) entscheiden, ob Sie das Bild korrigieren
wollen. In diesem Fall mssen Sie das kleine Quadrat anklicken, so da dort
ein Hkchen erscheint. Also: leeres Quadrat bedeutet 'keine Korrektur',
Quadrat mit Hkchen bedeutet: Korrektur eingeschaltet. In dem Rechteck
daneben wird die aktuelle Farbkorrekturmethode angezeigt. Wenn Sie dieses
Feld anklicken, erscheint die Auswahlbox fr die Farbkorrekturmethoden.
Deren Beschreibung finden Sie in Kapitel 4.2.

'Ausgabegradation': Auch die Ausgabegradation ist optional, sie kann also
eingeschaltet sein (Hkchen im kleinen Quadrat) oder ausgeschaltet sein
(Quadrat leer). In dem Feld daneben wird die aktuelle Gradationskorrektur
angezeigt. Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint die Auswahlbox fr die
verschiedenen Gradationskorrekturen. Deren Beschreibung finden Sie in
Kapitel 4.3.

'Feinkornrasterung DA'S PHOTOSCREENING': Das kleine Quadrat zeigt wiederum
an, ob die Feinkornrasterung eingeschaltet ist (Hkchen) oder nicht (leeres
Quadrat). Sie knnen also im Einzelfall entscheiden, ob Sie die
frequenzmodulierte Rasterung nutzen wollen oder nicht. Im ersten Fall werden
vorgerasterte Bilder erzeugt (1 Bit Tiefe pro Farbauszug), im zweiten Fall
Bilder mit 8 Bit Tiefe pro Farbkanal. Das Ein- bzw. Ausschalten der
Rasterung hat also auch Auswirkungen auf das Ausgabeformat, wobei
insbesondere die Vorgabe der 'Bildgre' eine sehr unterschiedliche Funktion
hat, wie Sie in Kapitel 3.3 nachlesen knnen.

'Druckfarben REFERENCE.K' (nur Version II und III): Wenn als Verfahren
REFERENCE.K angewhlt wurde, ndert sich das Formular geringfgig: Statt
verschiedener Methoden fr 'Separation' und 'Farbkorrektur' finden Sie nun
nur noch das Feld 'Druckfarben'. In dem rechteckigen Feld wird die aktuell
eingestellte Methode (der Zielfarbraum) angezeigt. Wenn Sie dieses Feld
anklicken, erscheint die Auswahlbox 'REFERENCE.K', in der Sie andere
Zielfarben auswhlen knnen. Eine nhere Beschreibung dieser Auswahlbox
finden Sie in Kapitel 4.4.

WICHTIG: Anders als bei den Standardprozessen kann die Farbkorrektur bei
REFERENCE.K nicht abgeschaltet werden; sie ist ein integraler Bestandteil
der Methode und es mu ein Zielfarbraum angewhlt sein, wenn man dieses
Verfahren benutzen will.

'Druckfarben REFERENCE.K 7C' (nur Version III): Wenn als Verfahren
REFERENCE.K 7C angewhlt wurde, ndert sich das Formular geringfgig: Statt
verschiedener Methoden fr 'Separation' und 'Farbkorrektur' finden Sie nun
nur noch das Feld 'Druckfarben'. In dem rechteckigen Feld wird die aktuell
eingestellte Methode (der Zielfarbraum) angezeigt. Wenn Sie dieses Feld
anklicken, erscheint die Auswahlbox 'REFERENCE.K 7C', in der Sie andere
Zielfarben auswhlen knnen. Eine nhere Beschreibung dieser Auswahlbox
finden Sie in Kapitel 4.5.

WICHTIG: Anders als bei den Standardprozessen kann die Farbkorrektur bei
REFERENCE.K 7C nicht abgeschaltet werden; sie ist ein integraler Bestandteil
der Methode und es mu ein Zielfarbraum angewhlt sein, wenn man dieses
Verfahren benutzen will.

3.3 Die Ausgabeeinstellungen

Die Ausgabeeinstellungen finden Sie im unteren rechten Teil des
Arbeitsfensters. Sie knnen sowohl global fr alle Bilder in der Bildliste
gelten (Grundeinstellung, wobei fr bestimmte Einstellungen wie Bildgre
und Namen des Ausgangsbildes nach gewissen Grundregeln verfahren wird) als
auch individuell parametrisiert werden, indem Sie die einzelnen Bilder in
der Liste selektieren und dann die Ausgabeeinstellungen individuell ndern.
Umgekehrt werden hier die aktuellen Ausgabeeinstellungen fr ein Bild
angezeigt, wenn man das Bild in der Liste selektiert.

'Bildgre': Hier knnen Sie ber die Tastatur die gewnschte Bildgre
eingeben. Der Effekt dieser Einstellung hngt aber davon ab, ob Sie
gerastert oder ungerastert ausgeben:

Im ersten Fall MSSEN Sie die Zielbildgre exakt vorgeben und das Bild wird
beim Rastern auf diese Gre skaliert. Da die Bilder bereits gerastert
werden, drfen Sie im Layoutprogramm nachtrglich NICHT MEHR SKALIERT
werden, weil man sonst das Raster zerstrt.

Im zweiten Fall (ungerasterte Ausgabe) wird das Bild selbst NICHT SKALIERT,
aber die gewnschte Gre wird direkt (EPS, DCS) bzw. indirekt ber die
Bildschrfe (TIF) in das Ausgabebild eingetragen. Sinn dieser Funktion ist
einfach, da das Layoutprogramm hinterher das Bild gleich in dieser Gre
ldt; eine nachtrgliche Skalierung ist natrlich jederzeit mglich und
schadet (in gewissen Grenzen) der Bildqualitt nicht.

Die 'Knpfe': 1:1, 1:2, 1:3 und 1:4 ermglichen automatische Optimierungen
der Bildgre auf bestimmte 'Schrfegrade' und zwar immer relativ zur
Ausgabeauflsung. Haben Sie z. B. als Ausgabeauflsung 1200 dpi fr
Feinkornrasterung mit DA'S PHOTOSCREENING eingestellt, so erzeugt der Knopf
1:2 automatisch die ideale Bildgre mit 600 dpi Schrfe; mit 1:4 wrde man
dann eine Bildauflsung von 300 dpi bekommen - immer noch eine gute
Bildqualitt nach bisherigen Mastben. Man mu sich nicht sklavisch an
diese Vorgaben halten und kann immer manuell eine bestimmte Ausgabegre
erzwingen, denn das Programm skaliert automatisch bei der gerasterten
Ausgabe, aber als Anhaltspunkt sind diese Knpfe immer ntzlich, um die
Schrfe zu beurteilen.

Der Knopf 'Proportional' sorgt, wenn er selektiert ist, dafr, da bei einer
nderung von Bildbreite oder Bildhhe der korrespondierende Wert (Bildhhe
bzw. Bildbreite) automatisch richtig angepat wird. Schaltet man ihn ab,
kann man das Bild auch unproportional skalieren.

Auch das kleine Quadrat fr 'Ausgabe gespiegelt' ist ein Schalter, kann also
ausgeschaltet (leer) oder eingeschaltet (Hkchen) sein.

Wichtig sind noch die sogenannten 'Default-Einstellungen', die immer dann
gelten, wenn fr ein Bild keine spezielle Parametrisierung vorgenommen wird
(globale Einstellungen). Fr ungerasterte Bilder wird immer eine Bildgre
im Verhltnis 1:1 zur Ausgabeauflsung angenommen (in diesem Fall sollte
also die gewnschte Bildschrfe, z. B. 300 dpi als Auflsung eingestellt
sein). Fr gerasterte Bilder wird standardmig die optimale Auflsung von
1:2 angenommen.

'Ausgabeauflsung': An dieser Stelle kann ber die Tastatur die
Ausgabeauflsung in dpi eingegeben werden. Diese Einstellung ist vor allem
fr die Aufrasterung mit DA'S PHOTOSCREENING gedacht, denn dabei mu die
sptere Bildgre feststehen, weil auf diese Gre das Bild bereits beim
Aufrastern fest skaliert wird. Die Optimierungsfunktionen (1:1, 1:2 usw)
beziehen sich auch immer auf die hier eingestellte Auflsung.

'Ausgabeformat': Die Ausgabe kann in verschiedenen, fr die Bildverarbeitung
wichtigen Formaten erfolgen, und zwar sowohl gerastert als auch ungerastert.
Je nach Ausgangsbild (Halbton oder Farbe), sind also vier verschiedene
Bildtypen mglich: Halbton mit 256 Graustufen bzw. monochrom als gerastertes
Bild; 4C-Bilder mit 32 Bit Farbe oder gerastert als 4 monochrome Auszge.
Zustzlich zu den Feindaten kann dabei optional immer auch eine verkleinerte
Abbildung fr die Darstellung des Bildes im Layout (Grobdaten) erzeugt
werden. Damit sollte die bernahme in praktisch jedes wichtige
Layoutprogramm mglich sein. Die Formate im einzelnen incl. der
einstellbaren Optionen:

'TIFF': Dieses Format hat sich zum Standard in der Bildverarbeitung
entwickelt. Optional kann auch ein verkleinertes bersichtsbild integriert
werden (Hkchen gesetzt). Fr gerasterte 4C-Bilder wird dabei ein 4C-TIFF
mit 1 Bit Farbtiefe pro Auszug erzeugt, das zwar 'legal' als Mglichkeit im
TIF-Format enthalten, aber so ungewhnlich ist, da viele Programme darauf
nicht eingerichtet sind und das Format deshalb ablehnen. PHOTOSHOP kann
solche Bilder allerdings laden und auch DA'S PICTURE wird das in der Version
1.2 knnen.

'EPS': 'Encapsulated PostScript' hat sich trotz vieler Nachteile ebenfalls
als Standard durchgesetzt. In der Regel werten die Layoutprogramme die
internen PostScript-Daten gar nicht aus, sondern beschrnken sich auf die
Anzeige eines bersichtsbildes, das zu diesem Zweck in der EPS-Datei
enthalten sein sollte (Option 'bersichtsbild' also im Normalfall immer
einschalten); bei der Ausgabe (Belichtung) werden dann erst die eigentlichen
PostScript-Daten (hier die Feindaten des Bildes) an den
PostScript-Interpreter 'durchgeschleift'. Da sich DA'S COLOUR SYSTEM am
EPS-Format von Photoshop orientiert, knnen allerdings in vielen Fllen auch
die Feindaten in Bildverarbeitungsprogramme geladen werden. Als zustzliche
Option erscheint hier noch der Schalter 'ASCII-Ausgabe', da manche
PostScript-Interpreter Probleme mit einem rein binren Bildformat haben. In
diesem Fall sollte also der Schalter gesetzt werden (Hkchen), wodurch sich
allerdings die Gre der Ausgabedatei verdoppelt. hnlich wie bei TIFF wird
auch hier nur eine einzige Datei erzeugt, die also auch entsprechend gro
werden kann.

'DCS': Auch bei dem DCS-Format (Desktop Colour Separation) handelt es sich
um ein EPS-Format, das aber nun aus 5 Einzeldateien besteht; die Steuerdatei
enthlt die Namen der 4 brigen Dateien sowie das bersichtsbild (diese
Option sollte im Regelfall eingeschaltet sein). Die brigen vier Dateien
enthalten die 4 einzelnen Auszge. Auch hier kann man im Bedarfsfall den
Schalter 'ASCII-Ausgabe' setzen.

'DA'S': Im Unterschied zur brigen DTP-Welt kommen die wesentlichen
DTP-Programme auf der ATARI-Plattform (CALAMUS und DA'S LAYOUT) fr die
Ausgabe auch ohne PostScript aus, da sie jeweils einen eigenen RIP
enthalten. Statt einer direkten Ausgabe auf Satzbelichter kann die
Ausgabeseite auch zunchst in eine Datei geschrieben und dann spter
belichtet werden. Dazu wird das ISS-Format benutzt, das sich inzwischen zu
einem Quasi-Standard entwickelt hat und auch von PostScript-Clones und einer
Textverarbeitung untersttzt wird. Eine Variante davon ist das ISH-Format,
das Halbtondaten enthlt, und vor allem zum Vorseparieren von Bildern mit
DA'S REPRO CD verwendet wird. DA'S COLOUR SYSTEM kann nun ebenfalls dieses
Format ausgeben, vor allem zur direkten Verwendung mit DA'S LAYOUT, das dazu
ab der Version X.3 mit erweiterten Funktionen ausgestattet wurde. Gerasterte
Bilder werden also als ISS-Dateien (mit den Dateikennzeichnungen IRC, IRM,
IRY und IRK) ausgegeben und als optionales bersichtsbild wird ein
verkleinertes Abbild im TIH- (Halbton) bzw. TIC-Format erzeugt. Ungerasterte
Bilder werden im ISH-Format abgelegt (Dateikennzeichnungen der Auszge ISC,
ISM, ISY und ISK), ebenfalls mit TIH bzw. TIC als bersichtsbild. DA'S
LAYOUT kann sowohl das bersichtsbild als auch die ISS-Dateien direkt laden.

'Ausgabebild': Hier kann ber die Tastatur der Name des Ausgabebildes
(Dateinamen) vorgegeben werden. Standardmig wird der Name des Quellbildes
verwendet, was aber bei gleichem Quell- und Zielformat (TIFF) zu
Verwechslungen fhren kann, wenn Quell- und Zielpfad identisch sind.

'Ausgabepfad': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint eine
Dateiauswahlbox und Sie knnen einen Pfad festlegen, in dem die bearbeiteten
Bilder abgelegt werden. Bei einem komplexen Job mit vielen Einzelbildern
knnen gewaltige Datenmengen entstehen, die nicht auf einer einzelnen
Partition Platz finden. In diesem Fall knnen Sie unterschiedliche Pfade fr
einzelne Bilder vorgeben.

3.4 Bearbeitung durchfhren

'Bild bearbeiten': Dieses Feld hat nur eine Funktion, wenn Sie zuvor ein
einzelnes Bild in der Liste selektiert haben. Dieses Bild wird dann
unmittelbar bearbeitet. Eine Anzeige gibt darber Auskunft, wieweit die
Bearbeitung fortgeschritten ist. Mit der ESCAPE-Taste kann die Bearbeitung
abgebrochen werden.

'Liste bearbeiten': Hiermit starten Sie die Bearbeitung aller Bilder in der
Liste. Whrend der Abarbeitung wird der Fortgang der Arbeit angezeigt:
welches Bild wird gerade bearbeitet und wie weit ist die Bearbeitung
gediehen. Mit der ESCAPE-Taste kann die Bearbeitung abgebrochen werden.

WICHTIG: Wenn Sie die Bearbeitung in dieser Weise starten, wird die
Menueleiste gesperrt und Sie knnen in einem Multitasking-System wie z: B.
MagiC nicht zu anderen Programmen oder zum Desktop wechseln. Sofern Sie dies
aber wnschen, mssen Sie beim Starten der Bearbeitungsfunktion
(Einzelbilder oder Liste) die CONTROL-Taste gedrckt halten. Dabei erscheint
allerdings keine Anzeige ber den Fortgang der Arbeit und auch das
Hauptfenster sowie alle Auswahlboxen verschwinden vom Bildschirm. Zustzlich
werden alle Menueintrge gesperrt. Nun knnen Sie ber die Menueleiste auf
andere Anwendungen umschalten. Es macht allerdings wenig Sinn, den Rechner
gleichzeitig als normales Arbeitsinstrument zu gebrauchen, denn fr eine
vernnftige Parallelverarbeitung derart rechenintensiver Prozesse reicht
normalerweise die Rechenkapazitt nicht aus. Manchmal mu man aber kurz auf
irgendeine Datei zugreifen knnen, wenn der Rechner gerade besetzt ist und
in solchen Fllen kann die Bearbeitung im Hintergrund recht ntzlich sein.
Das Ende der Bearbeitung erkennen Sie daran, da das Hauptfenster wieder
erscheint.

4. Die Auswahlboxen (Panels)

Die Auswahlboxen dienen in erster Linie zur Auswahl der Methoden fr
Separation, Farbkorrektur und Gradationskorrektur. Darber hinaus enthalten
sie noch die eine oder andere Bearbeitungsfunktion (Edit, Import usw.). Bei
allen Auswahlboxen handelt es sich um eigene Fenster, die parallel zum
Hauptfenster auf dem Desktop liegen knnen. Mit einem Doppelklick auf eine
Methode in einer Auswahlbox kann man diese Methode direkt in das
Hauptarbeitsfenster bernehmen.

Die Inhalte der Auswahlboxen (erstellte bzw. importierte Methoden) werden in
der Parameterdatei mit abgespeichert. Wenn Sie also neue Methoden
hinzugefgt oder etwas gendert haben, das Sie beibehalten mchten, sollten
Sie die Parameter sichern.

Wenn in einer Auswahlbox mehr Methoden enthalten sind, als gleichzeitig
angezeigt werden knnen, kann man auf die bliche Weise 'scrollen' bzw.
blttern.

4.1 Farbseparation

Die Auswahlbox 'Separation' dient der Auswahl von Separationsmethoden fr
die Standardverfahren. Einige solcher Methoden fr den Buntaufbau sind im
Lieferumfang enthalten. Zustzlich knnen Methoden aus unserem
Lithographiesystem DA'S REPRO CD im RCS-Format importiert werden. DA'S
COLOUR SYSTEM kann Separationsmethoden auch in einem eigenen Format laden
und speichern, das die Dateikennzeichnung 'SEP' hat. Alle mitgelieferten
Methoden liegen in diesem Format vor. Besitzer von DA'S REPRO CD knnen
diese Methoden auch im RCS-Format ausgeben und in DA'S REPRO CD bernehmen.
Im einzelnen stehen Ihnen folgende Bearbeitungsfunktionen in der Auswahlbox
zur Verfgung:

'Neu': Es wird eine neue Farbkorrekturmethode mit Standardparametern
(mittleres Schwarz) erzeugt. Sie knnen diese Funktion benutzen, um zunchst
berhaupt eine Separationsmethode im System zu haben. Der Name kann dann
nachtrglich noch gendert werden.

'Lschen': Eine zuvor selektierte Methode wird aus der Auswahlbox entfernt.

'Laden': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint eine Dateiauswahlbox und
Sie knnen eine externe Methode im SEP- oder RCS-Format importieren. Der
Name kann dann nachrtrglich noch gendert werden.

'Sichern': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint eine Dateiauswahlbox
und Sie knnen die zuvor selektierte Methode im SEP- oder RCS-Format
exportieren. ber das Format entscheidet allein die Dateikennzeichnung.

'Edit': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint ein kleines Formular, in
dem Sie den Namen der Methode ndern knnen. Sinn dieser Funktion ist es,
mit lngeren, aussagekrftigen Namen arbeiten zu knnen. Beim Importieren
(Laden) wird nmlich zunchst der Dateinamen der importierten Datei als
Namen der Methode eingesetzt und 8 Buchstaben sind ein bichen wenig.

'Whlen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, wird die selektierte Methode als
aktuelle Methode in das Hauptfenster bernommen. Krzer geht es mit einem
Doppelklick auf die Methode.

4.2 Farbkorrektur

Die Auswahlbox 'Farbkorrektur' dient der Auswahl von Farbkorrekturmethoden
fr die Standardseparation. In der Box erscheinen automatisch alle
Verfahren, deren Steuerdateien im Ordner 'TABLES' bereitliegen. Wenn Sie
also spter weitere Methoden ber unseren Support erhalten, mssen Sie diese
nur in diesen Ordner kopieren und sie stehen dann automatisch im Programm
zur Verfgung. Im einzelnen stehen Ihnen folgende Bearbeitungsfunktionen in
der Auswahlbox zur Verfgung:

'Edit': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint ein kleines Formular, in
dem Sie den Namen der Methode ndern knnen.

'Whlen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, wird die selektierte Methode als
aktuelle Methode in das Hauptfenster bernommen. Krzer geht es mit einem
Doppelklick auf die Methode.

4.3 Gradation

Die Auswahlbox 'Gradation' dient zur Auswahl von Korrekturgradationen fr
die Ausgabe. Sie knnen Gradationskurven in den Formaten GRC und DAG
importieren und exportieren und ber die 'Edit'-Funktion auch im Programm
erstellen. Im einzelnen stehen Ihnen folgende Bearbeitungsfunktionen in der
Auswahlbox zur Verfgung:

'Neu': Es wird eine neue Gradation erzeugt. Sie ist zunchst linear, kann
aber dann mit Hilfe der 'Edit'-Funktion gendert wwerden.

'Lschen': Eine zuvor selektierte Gradation wird aus der Auswahlbox
entfernt.

'Laden': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint eine Dateiauswahlbox und
Sie knnen eine extern erstellte oder mitgelieferte Gradation im DAG- oder
GRC-Format importieren. Der Name kann dann nachtrglich noch gendert
werden.

'Sichern': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheinmt eine Dateiauswahlbox
und Sie knnen die zuvor selektierte Gradation im DAG- oder GRC-Format
exportieren. ber das Format entscheidet allein die Dateikennzeichnung.

'Edit': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint der Gradationseditor. Er
wird in Kapitel 5 ausfhrlich beschrieben.

'Whlen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, wird die selektierte Gradation als
aktuelle Gradation in das Hauptfenster bernommen. Krzer geht es mit einem
Doppelklick auf den Gradationsnamen in der Auswahlbox.

4.4 REFERENCE.K (Nur in System II und III)

Die Auswahlbox 'REFERENCE.K' dient der Auswahl eines Zielfarbraumes
(Druckfarben) fr die REFERENCE.K-Separation, entspricht also ungefhr der
Wahl einer Farbkorrektur bei der Standardmethode. Dabei gibt es allerdings
einen groen Unterschied, denn REFERENCE.K enthlt IMMER schon eine
Farbkorrektur als integralen Bestandteil, kann also ohne Anwahl einer
Farbkorrektur gar nicht benutzt werden. In der Box erscheinen automatisch
alle Farbkorrekturstze, deren Steuerdateien im Ordner 'TABLES'
bereitliegen. Wenn Sie also spter weitere Methoden ber unseren Support
erhalten, mssen Sie diese nur in diesen Ordner kopieren und sie stehen dann
automatisch im Programm zur Verfgung. Im einzelnen stehen Ihnen folgende
Bearbeitungsfunktionen in der Auswahlbox zur Verfgung:

'Edit': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint ein kleines Formular, in
dem Sie den Namen der Korrekturmethode ndern knnen.

'Whlen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, wird die selektierte
Korrekturmethode als aktuelle Methode in das Hauptfenster bernommen. Krzer
geht es mit einem Doppelklick auf den Namen der Korrektur in der Auswahlbox.

4.5 REFERENCE.K 7C (Nur in System III)

Die Auswahlbox 'REFERENCE.K 7C' dient der Auswahl eines Zielfarbraumes
(Druckfarben) fr die Siebenfarben-Separation, entspricht also ungefhr der
Wahl einer Farbkorrektur bei der Standardmethode. Dabei gibt es allerdings
einen groen Unterschied, denn REFERENCE.K 7C enthlt IMMER schon eine
Farbkorrektur als integralen Bestandteil, kann also ohne Anwahl einer
Farbkorrektur gar nicht benutzt werden. In der Box erscheinen automatisch
alle Farbkorrekturstze, deren Steuerdateien im Ordner 'TABLES'
bereitliegen. Wenn Sie also spter weitere Methoden ber unseren Support
erhalten, mssen Sie diese nur in diesen Ordner kopieren und sie stehen dann
automatisch im Programm zur Verfgung. Im einzelnen stehen Ihnen folgende
Bearbeitungsfunktionen in der Auswahlbox zur Verfgung:

'Edit': Wenn Sie dieses Feld anklicken, erscheint ein kleines Formular, in
dem Sie den Namen der Korrekturmethode ndern knnen.

'Whlen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, wird die selektierte
Korrekturmethode als aktuelle Methode in das Hauptfenster bernommen. Krzer
geht es mit einem Doppelklick auf den Namen der Korrektur in der Auswahlbox.

5. Der Gradationseditor

Der Gradationseditor ermglicht das Erstellen von Korrekturgradationen ber
die Eingabe von Zahlenwerten (im allgemeinen densitometrische Mewerte).
Dabei kann sowohl die Gradation selbst eingegeben werden als auch der
Gradationsfehler, aus dem das Programm dann selbststndig die ntige
Korrekturgradation errechnet. Der Gradationseditor kann einen ganzen
Kurvensatz von 4 bzw 7 (im SYSTEM III) Gradationskurven fr die 4 bzw. 7
Farbauszge verwalten. In der Regel wird man aber mit identischen Kurven in
allen Auszgen arbeiten. Auch dies untersttzt der Gradationseditor durch
entsprechende Kopierfunktionen. Zustzlich ist noch ein Klemmbrett fr
Gradationen (Kurvenablage) integriert, das die Bearbeitung von Gradationen
erleichtert und das berlagern (Mischen) von verschiedenen
Ausgangsgradationen (z. B. fr Belichtung und Druck) ermglicht.
Einzelkurven knnen auch im GRA-Format importiert und exportiert werden. Im
einzelnen stellt der Gradationseditor folgende Funktionen zur Verfgung.

'Name': Hier kann der Gradation ber die Tastatur ein aussagekrftiger Name
gegeben werden, der dann in der Auswahlbox erscheint.

'Farbauszge C, M, Y, K (R, G, B): Hier kann man zwischen den 4 bzw. 7
Gradationskurven fr die verschiedenen Farbauszge umschalten. Fr
Halbtonbilder wird brigens immer die K-Gradation genommen.

'Gradationswerte': In einer Art Tabelle sind 21 Gradationswerte von 0 bis
100% in 5%-Schritten enthalten und knnen ber die Tastatur gendert werden.
Dabei steht links immer der Sollwert (Bildwert in % Flchendeckung) und
rechts der gewnschte Wert bzw. der Mewert, der korrigiert werden soll,
wenn man die automatische Korrekturfunktion benutzt (s. u. 'Revers').

'Kurven gleichsetzen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, werden alle Kurven
auf die Werte der aktuellen Kurve im Editor gesetzt. In der Regel will man
alle Auszge mit der gleichen Gradation behandeln. Sobald man die
entsprechende Gradation erstellt oder geladen hat, kann man diese Kurve
durch Anklicken dieses Feldes in alle Auszge bernehmen.

'CMY gleichsetzten': Dieses Feld entspricht der Funktion 'Kurven
gleichsetzen', allerdings werden nur die Gradationen der Buntfarbenauszge
auf die Werte der aktuellen Gradation gesetzt, nicht aber die K-Gradation.
Dies ist fr den Fall vorgesehen, da Sie den Schwarzauszug individuell
behandeln mchten.

'Linear': Durch Anklicken dieser Feldes wird eine lineare Gradation erzeugt.
Die Eingangswerte entsprechen dabei den Ausgangswerten. Sinn dieser Funktion
ist das Rcksetzen in einen definierten Anfangszustand.

'Revers': Hinter diesem Namen verbirgt sich die mchtige Korrekturfunktion.
Wenn Sie diese Funktion nutzen wollen, tragen Sie zunchst die gemessenen
Densitometerwerte (z. B. eines Filmstreifens oder eines Andruckes) in die
Tabelle ein, also die FALSCHEN Werte, die bei der Ausgabe entsanden sind.
Nun klicken Sie 'Revers' an und das Programm berechnet Ihnen die
Korrekturgradation, die die gemessenen Fehler ausgleicht.

'Laden...': Wenn Sie dieses Feld anklicken ffnet sich eine Dateiauswahlbox
und Sie knnen eine einzelne Gradation in GRA-Format (von DA'S REPRO)
importieren.

'Sichern...': Wenn Sie dieses Feld anklicken ffnet sich eine
Dateiauswahlbox und Sie knnen die aktuelle Gradation in GRA-Format (von
DA'S REPRO) exportieren.

'bernehmen': Wenn Sie dieses Feld anklicken, verschwindet das Formular und
es werden die genderten Gradationen (in allen Auszgen) in die Auswahlbox
bernommen. Wenn Sie das Ergebnis behalten mchten, sollten Sie nun die
Parameter abspeichern.

'Abbruch': Wenn Sie dieses Feld anklicken, verlassen Sie den
Gradationseditor, ohne da Ihre nderungen bernommen werden.

'Kopieren': Die aktuelle Gradation wird ins Klemmbrett kopiert.

'Tauschen': Die aktuelle Gradation wird mit der im Klemmbrett vertauscht.

'Einfgen': Die Gradation im Klemmbrett wird in den Editor bernommen; die
aktuelle Gradation wird dabei berschrieben.

'Mischen': Die aktuelle Gradation wird mit der im Klemmbrett berlagert
(gemischt). Damit lassen sich Einzelgradationen zur Korrektur der
nachfolgenden Prozesse (Filmbelichtung, Druck) zu einer Gesamtkorrektur
vereinigen.

6. Die Log-Datei

Das Programm erzeugt eine LOG-Datei, in der smtliche Arbeitsvorgnge
verzeichnet sind. Neben dem Namen des bearbeiteten Bildes finden Sie dort
die Uhrzeit und die Dauer der Bearbeitung sowie eventuelle Fehlermeldungen.
Es handelt sich um eine einfache ASCII-Textdatei, die Sie in jeden
Texteditor laden oder sich mit der Desktop-Funktion anzeigen lassen knnen.
Pro Bild wird eine Zeile geschrieben und die einzelnen Daten sind durch ein
Komma getrennt, so da sie auch in Datenbanken bernommen werden knnen.

D Ausfhrliche Diskussion der einzelnen Prozesse und Verfahren

Separation

In der Grundversion (SYSTEM I) knnen Sie zwischen verschiedenen
vordefinierten Separationsmethoden fr den Buntaufbau whlen. Diese Methoden
unterscheiden sich voneinander im Schwarzanteil (langes Schwarz, mittleres
Schwarz, kurzes Schwarz), der hinzugefgt wird, und in der (jeweils dazu
passenden) Unterfarbenreduktion. Die maximale Farbdeckung betrgt beim
Vollton Schwarz nie mehr als 280%, so da keine Probleme mit der Farbannahme
auftreten sollten. Bei der frequenzmodulierten Rasterung, bei der die Farben
krftiger erscheinen als beim autotypischen Raster, kann man ein 'kurzes'
Schwarz verwenden, das die mangelnde Tiefe bei den dunklen
(farbkorrigierten) Grautnen ausreichend verstrkt und weniger Probleme
einer Vergrauung von Tertirfarben macht. Der Umfang der mitgelieferten
Methoden kann sich ndern. Deshalb finden Sie eine kurze Beschreibung aller
mitgelieferten Separationsmethoden in der Liesmich-Datei auf Ihrer
Programmdiskette.

In den Versionen II und III knnen Sie zustzlich 'REFEFRENZ K'-Methoden
anwhlen. Bei diesen Methoden ist die Farbkorrektur fest integriert, so da
immer zugleich auch eine Farbkorrektur durchgefhrt wird. Die normale
Farbkorrektur wird dann automatisch abgeschaltet. Die Methoden unterscheiden
sich deshalb auch nur im 'Zielfarbraum', also in den verwendeten Farben.
Nheres zum REFERENCE.K-Verfahren erfahren Sie im Kapitel 'OPTION:
REFERENCE.K'.

hnliches gilt fr die 7C-Separation im SYSTEM III. Hier ist ebenfalls die
Farbkorrektur integriert. Eine echte Siebenfarbenreproduktion nach der
Methode von Kppers setzt spezielle Farben voraus, die inzwischen
kommerziell erhltlich sind. Auf diese Farben ist auch die integrierte
Farbkorrektur abgeglichen. Auch die Siebenfarbenseparationsmethoden
unterscheiden sich nur im Farbraum des Ausgabemediums. Da hier noch keine
Normen existieren, mu fr jeden Anbieter eines 7C-Farbensatzes eine eigene
Korrekturmethode gewhlt werden Zur Zeit gibt es nur eine einzige Methode
(fr die Kppers-Farben), aber andere werden folgen. Nheres zur
Siebenfarbenseparation erfahren Sie im Kapitel 'OPTION: 7C'.

Farbkorrektur

Wir wollen in diesem Kapitel nicht eine Begrndung fr die Notwendigkeit
einer Farbkorrektur geben (eine kleine Einleitung in dieses Thema finden Sie
im Anhang), sondern rein die Methodik behandeln: Wie sollte man vorgehen, um
eine 'richtige' oder 'gute' Farbwiedergabe im Druck zu erzielen? Es bieten
sich dazu mehrere Alternativen an:

Sie lassen die Farbbilder in einem Fachbetrieb scannen und erhalten fertige
vierfarbseparierte und farbkorrigierte Bilddateien fr den Druck. Der
Vorteil dabei ist, da Sie sich (in der Regel) auf eine fachmnnische
Durchfhrung verlassen knnen. Dieser Weg hat aber auch Nachteile: Es ist
sehr schwierig, ein solches Bild auf dem Bildschirm zu beurteilen (man
bentigt dazu eigentlich eine Druckfarbensimulation auf dem Bildschirm).
Mchten Sie Farbgebung oder Kontrast ndern, ist das Ergebnis nur schwer
abzuschtzen. Auch fr die manuelle Retusche sind solche Bilder wegen der
magelnden Konrolle (und der Vieldeutigkeit des 4C-Systems) weniger geeignet.
Und fr Bilder, die Sie mit Ihrem Flachbettscanner aufzeichnen oder per
PHOTO CD erhalten, bietet dies auch keine Lsung. Sie sind also in diesen
Fllen auf eine Softwarelsung fr Separation und Korrektur angewiesen.
Warum also nicht gleich auch unkorrigierte RGB-Bilder vom Trommelscanner
verlangen? Gescannt wird sowieso immer in drei Farben; auch im
Lithografiebetrieb sind Separation und Korrektur Rechenprozesse auf dem
Computer. Wir muten allerdings in der Praxis feststellen, da viele Firmen
nicht in der Lage waren, neutrale RGB-Scans zu liefern, und es gibt nichts
schlimmeres als teilweise korrigierte Bilder. Aber das ist nur magelnde
Erfahrung und in Zukunft werden immer mehr Anwender RGB-Dateien (3C-Scans)
verlangen. Mit der zunehmenden Bedeutung anderer Medien wird es nmlich
immer wichtiger, Bilder in einem 'neutralen' Zustand zu bekommen, die dann
erst bei der Festlegung des Ausgabemediums in den Farben an dieses Medium
angepat werden. Ein fr den Druck korrigiertes 4C-Bild wieder in ein
'gutes' RGB-Bild fr den Bildschirm oder eine Diabelichtung umzuwandeln ist
ein heikler Job!

Trotz der beschriebenen Nachteile ist das Arbeiten mit 'fertigen' 4C-Bildern
im Produktionsalltag sicher in vielen Fllen immer noch die einfachste
Lsung und Sie knnen DA'S COLOUR SYSTEM dann immer noch fr die
Feinkornrasterung und Gradationskorrektur solcher Bilder verwenden. Aber vom
Konzept her bietet das Programm eben gleich mehr, nmlich die komplette
Aufarbeitung fr den Druck incl. Separation und Farbkorrektur. Es bietet
sich demnach an, in Zukunft Bilder grundstzlich im 3-Farben-System (RGB) zu
bearbeiten und zu archivieren und sie dann farblich anzupassen, wenn sie auf
ein bestimmtes Medium ausgegeben werden, z. B. gedruckt oder auf Film
belichtet werden sollen.

Ein groer Vorteil der Farbkorrektur in DA'S COLOUR SYSTEM fr den Anwender
besteht darin, da er nicht parametrisieren mu. Er mu nur die geignete
Methode, eben ein Zielfarbsystem (z. B. Euroskala) anwhlen. Alle sonstigen
Einstellungen am Bild knnen zuvor in der Bildverarbeitungs- oder
Scan-Software vorgenommen werden und beschrnken sich (von speziellen
Retuschearbeiten oder Filtern abgesehen) auf Gradationseinstellungen:
Dichteumfang und Dichteverteilung sind zu optimieren und auch kleine
Farbstiche knnen leicht per Gradationskorrektur entfernt werden. Natrlich
kann man Bild auch gezielt farblich umgestalten, etwa durch selektive
Farbkorrektur. Sie werden leicht erkennen, da es bei dieser Vorgehensweise
darauf ankommt, da Sie sich auf das verlassen knnen, was Ihr Bildschirm
anzeigt, da der Bildschirm als Bezugssystem genommen wird. Umgekehrt mu
sich die Farbkorrektur in DA'S COLOUR SYSTEM darauf verlassen, da Sie das
Bild 'richtig' eingestellt haben, mu sich also auf Ihr Urteil verlassen.
Beides ist natrlich nur mglich, wenn der Bildschirm eine zuverlssige
Beurteilungsgrundlage bildet. Es kommt bei dieser Arbeitsweise also sehr
viel (eigentlich alles) darauf an, da Sie ihren gesamten
Bildverarbeitungsplatz (Beleuchtung, Hintergrund und vor allem den Monitor)
kalibrieren. Im Anhang finden Sie eine kleine Anleitung vor, wie Sie dabei
vorgehen knnen. Der Aufwand ist gar nicht so gro. Auf Billigmonitore
sollte man allerdings fr die Farbbildverarbeitung verzichten, wobei
allerdings geeignete Software teilweise Monitorfehler oder mangelnde
Einstellmglichkeiten ausgleichen kann.

Lernen Sie, sich auf Ihre Augen und Ihr Beurteilungsvermgen zu verlassen.
Mit zunehmender bung kann ein Mensch eine sehr hohe
Differenzierungsfhigkeit in der Wahrnehmung erlangen. Denken Sie an z. B.
an die Teetester auf Java, die am Geschmack eines Tees eindeutig die Sorte
und exakte Herkunft erkennen knnen. hnliches wird von guten Weinkennern
berichtet und es gilt im Prinzip genauso fr die Beurteilung von
Farbbildern, fr Farbvergleiche usw. Sobald Sie sich einmal eine hinreichend
'stabile und zuverlssige' Arbeitsumgebung eingerichtet haben, lernen Sie
recht schnell vom Bildschirm aus zu beurteilen, wie ein Bild 'im Druck
kommen wird'. Denn natrlich gibt es immer noch gewisse Unterschiede, die
einfach durch die unterschiedliche Technik bedingt sind: Ein Druck kann eben
niemals die 'Leuchtkraft' eines Bildes auf dem Monitor erreichen. Aber Sie
werden lernen, ber DIESE Unterschiede hinwegzusehen, bzw. sie in Ihr Urteil
mit einzubeziehen. Dabei erweist sich dann DA'S COLOUR SYSTEM als
zuverlssiges Werkzeug, das in exakt vorhersehbarer Weise behutsam die
ntigen Korrekturen vornimmt.

Der in der Produktion ttige Anwender wird sich vielleicht fragen, ob die
individuelle Einstellung der Bilder am Monitor nicht zuviel Zeit kostet. Das
kann durchaus zutreffen, wenn man die hchstmgliche Qualitt erzielen will,
aber das ist sowieso nie ohne menschlichen Eingriff bzw. individuelle
Einstellung pro Bild mglich. Fr Standardqualitten und hohen Durchsatz
lt sich ein solches System auch weitgehend automatisieren. Mit geeigneter
Scannersoftware, automatischer Suche von Schwarz- und Weipunkt, in den
Scanner ladbaren Gradationskurven und hnlichen Hilfsmitteln kann man dafr
sorgen, da schon beim Scannen ein brauchbares Ergebnis herauskommt, das
dann unmittelbar von DA'S COLOUR SYSTEM weiter verarbeitet werden kann. Eine
gewisse Kontrolle wird aber immer noch der Scanneroperator ausben, der das
Bild ja zumindest im Pre-Scan zu sehen bekommt.

Wie bereits an anderer Stelle erwhnt, ermglicht das in DA'S COLOUR SYSTEM
eingebaute Farbkorrektursystem auch individuelle Anpassungen, wobei z. B.
Farbaufzeichnungsfehler Ihres Scanners von der Farbkorrektur mit
bercksichtigt werden. Gerade in stark produktionsorientiert arbeitenden
Betrieben kann eine solche Anpassung wnschenswert sein. In Zusammenarbeit
mit unserer Supportabteilung knnen deshalb individuelle Methoden erstellt
werden.

Gradationskorrektur

Die Beeinfluung von Bildern ber die sogenannte Gradation ist sicherlich
das wichtigste Bildverarbeitungswerkzeug berhaupt und es hiee Eulen nach
Athen tragen, dem versierten Anwender darber etwas erzhlen zu wollen. Eine
Gradationskorrektur wird aber in vielen verschiedenen Bereichen in der
Bildverarbeitung eingesetzt - vom Scannen ber Kontrastoptimierung und
manuelle Farbkorrektur bis hin zur Korrektur von Tonwertvernderungen bei
der Belichtung, der Plattenkopie und im Druck (Punktzuwachs) - und es stellt
sich die Frage, zu welchem Zweck die eingebaute Gradationskorrektur
angewandt werden kann bzw. sollte. Sie wird nach der Separation und
Korrektur auf das Bild gerechnet und dient dazu, smtliche in der
Weiterverarbeitung des Bildes auftretenden Tonwertnderungen auszugleichen.
Obwohl das Programm 4 (bzw. 7 bei SYSTEM III) getrennte Gradationskurven
anbietet, wird man deshalb in der Regel in allen Auszgen mit der gleichen
Gradation arbeiten, denn die Weiterverarbeitung unterscheidet sich in den
einzelnen Farbauszgen in der Regel nicht. Es steht dem Anwender aber frei,
hier mit 4 individuell konfigurierten Gradationen zu arbeiten und damit z.
B. auch das Verhltnis vom Schwarzauszug zu den Farbauszgen zu verndern
oder sogar die Farbgebung durch unterschiedliche Gradationen in den
Farbauszgen zu beeinflussen. In der Regel wird man sich aber auf die
(einheitliche) Ausgabegradation beschrnken, wie sie in der Produktion
gebraucht wird.

Die Weiterverarbeitung erfolgt in mehreren Schritten (Filmbelichtung,
Plattenkopie, Druck) und jede Produktionsstufe bentigt eine eigene
Korrektur. Deshalb kann man in DA'S COLOUR SYSTEM verschiedene Gradationen
berlagern (mischen) und so zu einer effektiven Gesamt-Gradation
zusammenfassen. In der Regel sind das eine Belichterkorrektur (abhngig vom
Belichtertyp, Belichtungsauflsung, Rasterart, Filmmaterial und Entwickler)
und eine Druckkorrektur (Punktzuwachs, abhngig von Rastertyp, Rasterweite
und Papier, wobei die Plattenkopie gleich mit bercksichtigt wird).
Kombiniert man beide mit der berlagerungsfunktion, so hat man eine fertige
Ausgangsgradation fr einen bestimmten Produktionsweg und kann diese in
seine Methoden-Bibliothek aufnehmen, wo sie dann 'auf Knopfdruck' zur
Verfgung steht.

Bei der Erstellung von Korrekturgradationen ist die 'Korrektur-Funktion' ein
wichtiges Hilfsmittel. Man kann nmlich einerseits die GEWNSCHTEN
Korrekturwerte direkt eingeben (oder eine vorhandene Korrekturgradation
importieren) oder man kann die gemessenen FEHLER (Abweichungen vom gegebenen
Sollwert) eingeben und die zum Ausgleich ntige Korrekturgradation
automatisch berechnen lassen; eben dazu dient die Korrektur-Funktion. Gerade
wenn Sie ein System neu kalibrieren, also nicht auf schon vorhandene
Gradationen zurckgreifen, werden Sie in der Regel von dieser Funktion
Gebrauch machen. Der komplette Ablauf einer solchen Kalibrierung wird im
ersten Teil des Tutorials Schritt fr Schritt beschrieben.

Stochastische Feinkorn-Rasterung DA'S PHOTOSCREENING

Als die Bildverarbeitung 'digital' wurde, hat man zunchst versucht, die
autotypische Rasterung digital nachzubilden. Da in der digital gesteuerten
Satzbelichtung mit Laserbelichtern das gesamte Bild aus kleinen
Einzelpunkten (in der 'Spotgre' des Laserbelichters) zusammengesetzt wird,
muten auch die (runden oder elliptischen) Rasterpunkte aus solchen
kleinsten Punkten zusammengesetzt werden. Die heute blichen
Belichterauflsungen richten sich in der Regel auch nach den Anforderungen
an den Aufbau eines 'guten' Rasterpunktes (gut meint hier: akzeptable
Punktform, gengend Abstufungsmglichkeiten in der Gre des Punktes und
damit in den darstellbaren Halbtonwerten, Genauigkeit der Rasterwinkelung).
Whrend fr eine gute Kantenschrfe bei Strichelementen (Linien, Text usw.)
1200 dpi schon vollkommen ausreichend sind, bentigt man fr ein 'gutes'
60er Raster Belichterauflsungen in der Grenordnung von 2400 dpi, fr
feinere Raster noch entsprechend mehr. Alle Weiterentwicklungen der
Rastertechnik in den letzten zwanzig Jahren haben nicht an diesem Konzept
gerttelt; man konzentrierte die Arbeit im wesentlich auf die Rastertechnik
(Aufbau mit 'angeschnittenen' Rasterpunkten fr eine bessere
Detailzeichnung) und auf die Suche nach digital reproduzierbaren 'idealen'
Raster-Winkel/Weiten-Kombinationen, die mglichst geringe Moiree-Probleme im
vierfarbigen Zusammendruck ergeben.

Die Grundlagen der sogenannten frequenzmodulierten Rasterung wurden Anfang
der Achtziger Jahre von dem Dipl.-Ing. Gerhard Fischer erforscht und in ein
durchfhrbares Verfahren umgesetzt, das dann auch patentiert wurde (im
Besitz der Linotype-Hell AG). Angeregt durch die photographische Technik hat
sich Fischer dabei vollstndig vom autotypischen Raster gelst und arbeitet
stattdessen mit fein verteilten Einzelpunkten. Der Name 'frequenzmodulierte
Rasterung' hat sich heute weitgehend als Synonym fr derartige Verfahren
durchgesetzt, obwohl mit 'Frequenzmodulation' eigentlich das
Berechnungsverfahren zur Verteilung der Einzelpunkte bezeichnet wird.
Allgemein sollte man deshalb vielleicht eher von 'stochastischer
Feinkornrasterung' als Oberbegriff fr die verschiedenen Methoden sprechen.
Obwohl Fischer in seiner bahnbrechenden Arbeit 'Der frequenzmodulierte
Bildaufbau - ein Beitrag zum Optimieren der Druckqualitt' die groen
Vorteile der Feinkornrasterung ausfhrlich dargestellt und zugleich ihre
technische Durchfhrbarkeit empirisch nachgewiesen hat, dauerte es mehr als
zehn Jahre, ehe die Feinkornrasterung als verfgbares Verfahren in
Satzbelichtern auf dem Markt erschien und nunmehr zunehmend an Bedeutung
gewinnt. Welche Grnde mag das haben (abgesehen von einem gewissen
Konservativismus in der Druckindustrie und vielleicht einer gewissen
'Patentpolitik')?

Zum einen gibt es einen einfachen technischen Grund: Das von Schmidt
entwickelte Verfahren der Feinkornrasterung, der sogenannte
'frequenzmodulierte Bildaufbau', erfordert eine sehr hohe Rechenkapazitt,
die zum damaligen Zeitpunkt in Produktionsgerten nicht zur Verfgung stand.
Durch den Einsatz moderner Signalprozessoren kann man heute aber auch den
hohen Rechenaufwand des Schmidt'schen FM-Verfahrens in Echtzeit (whrend der
Satzbelichtung) bewltigen, wozu aber in der Regel eine Hardware-Erweiterung
des RIPs ntig ist. Alternativ wurden aber inzwischen weitere
Feinkornrasterverfahren entwickelt, die mit wesentlich geringeren
Rechenkapazitten auskommen und deshalb auf normalen Mikroprozessorsystemen
(also auch in Personal Computern) in hinreichender Zeit durchgefhrt werden
knnen. Inwiefern alle diese Verfahren allerdings die strengen Vorgaben der
Methode nach Schmidt erfllen, mu im Einzelfall geprft werden. Das Ziel
dieses Kapitels wird es unter anderem sein, aufzuzeigen, da unser
stochastisches Feinkornrasterverfahren DA'S PHOTOSCREENING alle wesentlichen
Kriterien der Arbeit von Schmidt erfllt und trotzdem in sehr hoher
Geschwindigkeit arbeitet und damit auf jedem Personal Computer eingesetzt
werden kann. Fr die Ausgabe ist kein spezieller RIP mit entsprechender
Rasterhard- bzw. Software erforderlich.

Der zweite Grund fr die lange Miachtung der Feinkornrasterung liegt wohl
in einer starken psychologischen Barriere, da dieses Verfahren einigen
grundlegenden berzeugungen widerspricht, die sich in der ganzen
PrePress-Branche eingebrgert hatten. Jeder Anfnger in der Bildbearbeitung
lernt wohl zuerst etwas ber den Ausgleich des Punktzuwachses im Druck durch
die Gradation sowie die sogenannte 'Punktbegrenzung' in den Spitzlichtern
und Tiefen; man lernt, in der Gradation (je nach Papiersorte) unten und oben
ein paar Prozent 'abzuschneiden' und hrt als Erklrung, da kleinere
Rasterpunkte nicht druckbar seien und entsprechende kleine weie Punkte im
schwarzen Umfeld zulaufen. Wre das wirklich wahr, knnte die
Feinkornrasterung berhaupt nicht funktionieren! Schmidt mute deshalb
zunchst einmal (empirisch) nachweisen, da man die fein verteilten
einzelnen Druckpunkte wirklich drucken kann und da auch die kleinen weien
Druckpunkte offenbleiben. Er stellte fest, da zwar bei der Belichtung und
der Plattenkopie grere Sorgfalt walten mu, da es aber mit den
vorhandenen Gerten problemlos mglich ist und zudem das Feinkornraster im
Druck selbst stabiler ist als das autotypische Raster. Stochastische Raster
mit einer Einzelpunktgre von ca. 20m knnen praktisch auf jedem Papier
noch gedruckt werden; bei der Verwendung von Kunstdruckpapier kann man sogar
mit der Punktgre bis auf 12m heruntergehen. Diese empirisch ermittelten
minimalen Punktgren kommen den ideal geforderten Auflsungen (s. u.)
bereits sehr nahe und liegen genau im Bereich der 'Spotgren' heutiger
Laserbelichter. Mit anderen Worten: praktisch jeder heute verfgbare
Satzbelichter eignet sich fr die frequenzmodulierte Rasterung und selbst
mit 'billigen' Gerten (typische Spotgren 20-25m) kann man bereits
hervorragende Ergebnisse erzielen (wie auch einige Beispiele in diesem Buch
zeigen).

Wir mchten nun an dieser Stelle versuchen, die in unseren Augen
entscheidenden Vorteile der stochastischen Feinkornrasterung in einer auch
fr den Laien verstndlichen Weise aufzuzeigen. Dabei sttzen wir uns im
wesentlichen auf die bereits erwhnte, grundlegende Arbeit von Schmidt, in
der der Fachmann viele weitere Details, grundlegende theoretische
berlegungen und die Ergebnisse empirischer Forschung findet. Wir werden uns
hier auf zwei - in unseren Augen entscheidende - Kriterien konzentrieren, an
denen sich der Qualittsvorteil der stochastischen Feinkornrasterung
festmachen lt: Die Korrespondenz zwischen der Aufzeichnungsart des
Feinkornrasters und der Physiologie des menschlichen Auges und die
Vermeidung jeglicher Feinmoirees (Rosetten) beim vierfarbigen Zusammendruck.

Fischer nahm sich in doppelter Weise die photographische Reproduktion zum
Vorbild: Zum einen ist die photographische Wiedergabe im Vergleich zum
gedruckten Halbton- oder Farbbild deutlich besser und Fischer stellte sich
letztendlich die Aufgabe, eine (wenigstens annhernd) vergleichbare Qualitt
auch im Druck zu ermglichen. (Der Name unseres Feinkornrasterverfahrens
DA'S PHOTOSCREENING wurde ebenfalls aus dieser Zielsetzung geboren.) Zum
anderen nahm er sich auch den Aufbau der photographischen Schichten als
Vorbild: dort finden wir auch stochastisch (also zufllig) verteilte
Kristalle in der Photoemulsion und aus dieser Verteilung resultiert die
Tonwertabstufung. Da die Feinheit photographischer Emulsionen im Druck nicht
erzielt werden kann (die Informationsdichte in einem gedruckten Bild liegt
nach Fischer nur bei etwa 5% von der Informationsdichte in einem Photo),
stellte sich die Frage, wie fein berhaupt aufgezeichnet werden mu bzw
umgekehrt, wie es sich mit dem Auflsungsvermgen des menschlichen Auges
verhlt. Fischer fhrte deshalb labormig Sehtests durch, um die Auflsung
des menschlichen Auges zu ermitteln. Dabei wurde ein normaler
Betrachtungsabstand (25 - 30 cm) vorausgesetzt und ein Dichteumfang von 1.6,
wie er beim einfarbigen Druck erzielt werden kann. Es zeigte sich, da der
Mensch bei diesem Abstand noch Details in der Gre von etwa 250 l/cm (40m)
unterscheiden kann, aber dabei nur noch eine sehr grobe Abstufung von 2-3
Helligkeitsstufen insgesamt existiert. Zeichnet man nun ein Feinkornraster
mit einer Auflsung von ca. 500 Linien/cm (1270 dpi) auf, kann man auf einem
Feld mit der Kantenlnge 40m insgesamt 5 verschiedene Halbtonwerte
darstellen, also mehr, als das menschliche Auge differenzieren kann. Je
grer der Betrachtungswinkel nun wird, desto feiner wird das
Differenzierungsvermgen des Auges fr Halbton- oder Farbabstufungen. Dem
kommt das Feinkornraster nun genau entgegen: Je grer der
Aufzeichnungsbereich, desto grer wird auch die Zahl der darstellbaren
Tonwerte. Bei einer Kantenlnge von 80m (125 l/cm) knnen schon 16
Halbtonstufen wiedergegeben werden, bei einer Kantenlnge von 160m (62.5
l/cm) bereits 64 Abstufungen und man kommt damit dem
Differenzierungsvermgen des menschlichen Auges insgesamt (70 - 100
Helligkeitsabstufungen) schon recht nahe. Bezogen auf den Betrachtungswinkel
bzw. die Gre der Rasterflche wrde die Abstufung beim normalen
Bestrachtungsabstand noch immer jenseits der Sichtbarkeitsschwelle liegen.
Bei einem Aufzeichnungsfeld von 80m kann das Auge nmlich nur etwa 6
Abstufungen unterscheiden, bei einem Aufzeichnungfeld von 160m etwa 16.
Wenn das Feinkornraster also exakt genug die Bedingungen einhlt, die sich
aus dem oben gesagten ergeben, also bezogen auf eine konkrete Flche immer
einen exakt definierten Fehlerwert nicht berschreitet, liegt man immer
unterhalb der Sichtbarkeitsschwellen des Auges (bei normalem
Betrachtungsabstand) - und das bei einer Belichterauflsung von rund 1200
dpi! Dies ist gerade in den feinsten Einzelheiten bei einem autotypischen
Raster nicht der Fall, da hier die Feinzeichnung im Punktaufbau verloren
geht. Die Konsequenz aus diesen Beobachtungen ist also ganz klar: Das
Feinkornraster ist der Physiologie des Auges (den Gesetzen des Sehens)
wesentlich besser angepat als das autotypische Raster. Es knnen allerdings
nur Details wiedergegeben werden, die im gescannten Bild auch vorkommen.
Deshalb ist es zur vollen Ausnutzung der mglichen Detailzeichnung bzw.
Bildschrfe auch erforderlich, mit der halben Belichterauflsung (in unserem
Beispiel also mit 250 l/cm) zu scannen, wenn man diese Vorteile in vollem
Umfang nutzen will.

Ein solches Feinkornraster ist in der Computertechnik schon lange bekannt
und auch Sie kennen es: Das sogenannte Ordered-Dither-Raster wird nmlich
auf Ihrem Computermonitor immer benutzt, wenn auf dem monochromen Bildschirm
Halbtne (Grauwerte) simuliert werden sollen. Wenn Ihnen das auf dem
Bildschirm noch relativ grob erscheint, sollten Sie bedenken, da der
Monitor nur eine Auflsung zwischen etwa 72 und 92 dpi hat, also nur 1/15
bis 1/12 der Druckauflsung (mit 500 l/cm). Das Ordered-Dither-Raster
erfllt zwar alle Anforderungen an die Genauigkeit (geringsmgliche
Tonwertabweichung pro Flcheneinheit), ist aber leider aus zwei Grnden im
Druck berhaupt nicht zu gebrauchen: zum einen ist es vollkommen regelmig
aufgebaut, wird deshalb vom Auge als Musterstruktur erkannt und ist gerade
deshalb visuell sehr anfllig gegen kleinste Strungen; geringfgige
Schwankungen im Filmvorschub bei der Belichtung etwa werden sofort durch
Strukturnderungen sichtbar. Noch wichtiger ist der zweite Grund: im
vierfarbigen Zusammendruck htten wir damit die gleichen Probleme
(Farbschwankungen), die wir beim autotypischen Raster durch die
Rasterwinkelung vermeiden mssen. Genau durch diese Rasterwinkelung entsteht
aber das (niemals vermeidbare) Feinmoiree, in dem man die grbste Strung
beim autotypischen Farbdruck sehen mu. Denn dieses Feinmoiree (mit dem
mehrfachen Umfang eines Rasterpunktes) zerstrt praktisch alle
Feinstrukturen oder Bilddetails, die in seinem Grenbereich liegen.

Beide Probleme knnen berwunden werden, indem das Feinkornraster eine
unregelmige (also zufllige oder stochastische) Struktur erhlt. Es darf
aber andererseits auch nicht vllig zufllig sein, weil sonst die gerade mit
dem Feinkornraster erzielbare maximale Bildschrfe wieder zerstrt wird. Ein
solches 'stochastisches Feinkornraster' (jetzt drfte der Name wohl
verstndlich werden) mu also eine exakt kontrollierte Zuflligkeit
aufweisen und in der Methode, wie ein solches Raster berechnet wird,
unterscheiden sich die verschiedenen Verfahren. Da hier teilweise Lsungen
angeboten werden, die bereits von Fischer in seiner grundlegenden Arbeit als
ungeeignet verworfen wurden (wie etwa Verfahren nach Floyd-Steinberg), ist
nicht von der Hand zu weisen.

Ein gutes stochastisches Feinkornraster hat im Farbdruck eine ganz
wunderbare Eigenschaft: es treten dabei praktisch keine erkennbaren
Feinmoirees mehr auf und wir sind der festen berzeugung, da in dieser
Eigenschaft die wichtigsten Vorteile des stochastischen Feinkornrasters
liegen. Verglichen mit Halbtonbildern ist der Qualittssprung bei
Farbbildern nmlich frappant im Vergleich mit autotypischen Rastern. Bereits
in Halbtonbildern sind bei Feinkornrasterung deutliche
Qualittsverbesserungen (Feinzeichnung, Bildschrfe) erkennbar, aber
wirklich auch nur an feinen Details. Im Vierfarbdruck ist der
Qualittssprung aber wesentlich extremer und das liegt eindeutig daran, da
nun auch Feinstrukturen und Details wiedergegeben werden, die sonst in der
Struktur des Feinmoirees restlos verschwinden. Diese Vorteile ergeben sich
auch schon bei etwas geringeren Bildauflsungen (schon bei 300 dpi
Bildauflsung deutlich sichtbar), aber die beste Schrfe bekommt man
natrlich auch hier, wenn man mit der halben Belichterauflsung scannt.

Ganz umsonst bekommt man natrlich gar nichts und es gibt Anwendungsflle,
in denen man ein autotypisches Raster vorziehen mag. Die stochastische
Struktur des Rasters findet sich nmlich im Bild als Rauschanteil wieder.
Besonders in eintnigen  Bildteilen oder in Tonflchen kann dieses Rauschen
bei nherer Betrachtung sichtbar werden. Mit hheren Belichterauflsungen
kann man hier Abhilfe schaffen. Man sollte auch etwas vorsichtiger mit dem
Schrfen von Bildern sein, insbesondere wenn diese selbst schon ein Rauschen
(Flachbettscanner, PHOTO-CD) aufweisen. Die hhere Bildschrfe des
Feinkornrasters kann nmlich auch das (durch das Schrfen noch erhhte)
Bildrauschen deutlicher sichtbar machen und im ungnstigsten Fall kann die
berlagerung dieser beiden Rauschanteile als 'Unruhe' im gedruckten Bild
sichtbar werden. Derart (vom Scannen!) verrauschte Bilder sollte man vorher
lieber etwas gltten (leichtes Aufweichen mit engem Toleranzbereich).

Neben dem 'Rauschen', das im Rasteraufbau (eben wegen der Zuflligkeit)
enthalten ist, gibt es noch einen zweiten 'Rauscheffekt', den ich als
'Farbrauschen' bezeichnen mchte. Er tritt immer dann auf, wenn zwei oder
mehr Farben bereinander gedruckt werden; bedingt durch die Verschmutzung
der Druckfarben ergeben nmlich nebeneinander liegende Farbpunkte und
bereinander gedruckte Farbpunkte nicht den gleichen Farbwert. Stellen Sie
sich einen Farbton von 50% Blau vor: bei zuflliger Verteilung knnte es (im
Extremfall) vorkommen, da genau die Hlfte aller Punkte mit Cyan und die
andere Hlfte mit Magenta bedeckt ist; ebenso knnte es vorkommen, da genau
50% der Punkte sowohl mit Cyan als auch mit Magenta (also mit Blau) bedruckt
sind. Der resultierende Farbeindruck ist in beiden Fllen sehr
unterschiedlich und das darf natrlich nicht vorkommen. In der Tat haben wir
im Farbrauschen die berbleibsel des Feinmoirees vor uns: Das Feinmoiree
wird duch die Feinkornrasterung sowohl verfeinert als auch unregelmig
gemacht, quasi ins Rauschen hinein aufgelst.

Beide Rauschanteile (Tonwert, Farbe) mssen durch einen regelmigen,
kontrollierten Aufbau des 'Zufallsrasters' mglichst gering gehalten werden
- eigentlich ein Widerspruch in sich!. In solchen Feinheiten liegen die
Unterschiede zwischen den verschiedenen Feinkorn-Rasterverfahren.

Fassen wir noch einmal kurz die Vorteile und Erfordernisse einer
stochastischen Feinkornrasterung zusammen: Sie bietet eine bessere
Detailzeichnung und Bildschrfe bei Halbton- und insbesondere bei
Farbbildern und bentigt trotzdem nur etwa die halbe Belichtungsauflsung im
Vergleich zur autotypischen Rasterung (und ist damit schneller und billiger
in der Produktion); Fischer weist darber hinaus nach, da sich die
Feinkornrasterung im Druck stabiler verhlt und krftigere Farben bringt
(was ich mir nicht erklren kann, aber aus der Erfahrung besttigen mu);
sie verlangt eine grere Sorgfalt und Genauigkeit bei der Belichtung (hohe
Filmdichten erforderlich, am besten mit speziellem Film und hochwertiger
Entwicklerchemie) und bei der Plattenkopie; um die hchstmgliche
Bildschrfe wirklich auszunutzen, mu mit hheren Auflsungen gescannt
werden als bisher blich. Alle diese Anforderungen sind mit den heutigen
technischen Einrichtungen problemlos zu erfllen. Der Praktiker kann nhere
Einzelheiten den FOGRA-Richtlinien entnehmen.

Was sind nun die speziellen Vorteile von DA'S PHOTOSCREENING?

Zunchst einmal wird hier die Rasterung nicht in den RIP verlegt, sondern
findet im DTP-Rechner statt. Deshalb knnen die so aufgerasterten Bilder auf
jedem Belichter verwendet werden, ohne da dessen RIP ein eigenes
FM-Verfahren haben mu. (Es ist immer kostengnstiger, einen billigen PC
rechnen zu lassen, als einen teuren RIP).

Die Auflsung des Zielgertes kann frei eingestellt werden und damit kann
das Verfahren universell eingesetzt werden sowohl fr hchste Qualitten auf
Trommelbelichtern als auch mit hervorragenden Ergebnissen auf preiswerten
und stark verbreiteten Satzbelichtern und nicht zuletzt auch fr
Farbdrucker.

Das Rasterverfahren erfllt exakt die oben dargestellten Anforderungen an
ein hochwertiges stochastisches Feinkornraster und wird trotzdem in hoher
Geschwindigkeit durchgefhrt (Reine Rasterzeit auf einem 68030, 32/16 MHz,
fr vier Farbauszge DIN A4 mit 1200 dpi unter 9 Minuten).

Das Raster ist exakt reproduzierbar und damit in seinem Verhalten
vorhersehbar. Die exakte Reproduzierbarkeit ermglichte auch die Analyse
durch Computersimulation whrend der Entwicklung und damit die exakte
Kontrolle des Tonwert- und Farbrauschens.

Die vorgerasterten Bilder werden im Layout plaziert und knnen so problemlos
mit autotypischen Rastern gemischt werden.

Da Standard-Bilddateien erzeugt werden, kann das Ergebnis im Rechner selbst
kontrolliert werden.

DA'S PHOTOSCREENING wird von DA'S COLOUR SYSTEM als optionaler Proze im
Rahmen der Prozebildverarbeitung angeboten und kann so direkt mit
Farbseparation, Farbkorrektur und Gradationskorrektur gekoppelt werden.
Anwender von DA'S LAYOUT erhalten von uns zustzlich ein Modul, mit dem DA'S
PHOTOSCREENING auch direkt aus diesem Programm heraus eingesetzt werden
kann.

Optionales Verfahren zur Vier-Farb-Separation: REFERENCE.K

"Es gibt keinen logischen, konomischen und kologischen Grund mehr, mit
einem Verfahren zu arbeiten, das seit 1711 nicht wesentlich verbessert
worden ist." (Lucien Frisch, Erfinder von REFERENCE.K, in einer noch
unverffentlichten Arbeit).

Diese Aussage bezieht sich auf den sogenannten Buntaufbau von Farbbildern,
der auf eine Erfindung des Kupferstechers Jacques Christophe Le Blon im
Jahre 1711 zurckgeht. Damals erfand Le Blon den dreifarbigen Buntaufbau und
kurze Zeit spter den vierfarbigen Buntaufbau, wie er im wesentlichen heute
noch benutzt wird.

Im Jahre 1976 stellte Harald Kppers in seinem Buch "Die Logik der
Farbe"(Callwey Verlag, Mnchen 1976) die Idee des unbunten Bildaufbaus vor.
Die Idee beruht darauf, alle Unbuntwerte (Grautne) grundstzlich durch
Mengen der unbunten deckenden Farbe Schwarz zu ersetzen, die eine eine
eindeutige logische Beziehung zu den andern Farben hat. Diese Idee war sehr
gut, hat aber bis heute in der Druckpraxis trotz ihrer unbestrittenen
Vorteile wenig Verbreitung gefunden.

"Es kann auf Dauer wirklich nicht sinnvoll sein, unntige Mengen teurer
bunter Druckfarben auf dem Papier bereinanderzudrucken, um daraus
Unbuntwerte entstehen zu lassen. Es geht dabei nicht nur um die mgliche
Einsparungen an bunter Druckfarbe, sondern vielmehr auch darum, da sich die
Probleme der Trocknung und der Farbannahme in dem Mae reduzieren, indem die
aufgetragenen Farbmengen geringer werden. Schlielich spart man auch ein
Menge an Makulaturpapier, weil der gesamte Druckproze wesentlich stabiler
abluft." (Harald Kppers)

Obwohl heute praktisch alle Bildverarbeitungssysteme (Trommel-Scanner,
Bildverarbeitungsprogramme) und Layoutsysteme auch den Unbuntaufbau
anbieten, wird er in der Praxis bislang nur selten eingesetzt. Dafr gibt es
eine Reihe von Grnden, die teils psychologischer, teils technischer Natur
sind:

1) Zunchst einmal ist ein Unbuntaufbau aus den Einzelauszgen schwerer zu
beurteilen, unter anderem natrlich, weil die Erfahrung darin fehlt. In der
Produktionspraxis klammert man sich gerne an das altbewhrte, weil alles
andere den Betriebsablauf stren knnte. Wenn man seine ersten Unbuntauszge
in die Druckerei bringt, erntet man oft unglubige Blicke des Druckers, der
nicht galuben will, da da zum Schlu ein 'richtiges' Farbbild bei
rauskommen soll.

2) Zumeist ist der Unbuntaufbau recht kompliziert in der Einstellung (viele
einstellbare Kurven) und deshalb nur vom Fachmann zu handhaben.

3) Unausgereifte Unbuntverfahren wiesen oft Fehler auf, die nicht auf die
prinzipielle Methode zurckzufhren sind: Probleme mit dem Gleichgewicht
zwischen Bunt- und Unbuntanteil (oft sind Unbuntseparationen viel zu bunt im
Mittelton); fehlende Zeichnung bei bunten Motiven mittlerer Helligkeit.

DA'S REFERENCE.K ist ein neuartiges Verfahren zur Vierfarbseparation auf
mathematischer Basis. Es stellt eine Weiterentwicklung des Unbuntaufbaus
nach Kppers dar. Da es keine einstellbaren Parameter bentigt, ist es
extrem einfach zu handhaben und verlangt keinerlei Erfahrung vom Anwender.
Durch hochoptimierten Code bietet es eine vollautomatische und extrem
schnelle Umrechnung von RGB nach CMYK mit integrierter, ebenfalls sehr
schneller Farbkorrektur (Farbraumkonvertierung), die die Bildfarben an die
verwendeten Druckfarben anpat. 

REFERENCE.K ist sehr robust gegenber Fehlern, insbesondere ist es in weiten
Grenzen egal, mit welchem Punktzuwachs gedruckt wird. Da das Verfahren eine 
mathematische Lsung liefert, bedarf es  keinerlei einstellbarer Parameter
(Kurven), die die Qualitt der Separation verndern wrden. Wo es nichts zu
verstellen gibt, kann man nichts falsch machen! Die Gefahr, da durch
menschliches Versagen die Qualitt der Reproduktion verschlechtert wird, ist
viel geringer als bei jeder anderen Farbseparation. (Auch wenn der Drucker
mal nicht so sauber arbeitet, ist die Qualitt weitgehend gesichert, siehe
o.g. Punkte)

DA'S REFERENCE.K hat bedeutende technologische und konomische Vorteile:

Farbwiedergabe: Der darstellbare Farbenraum ist grer; es ist mglich,
klare verschwrzlichte Dunkelblau-, Dunkelgrn- und Brauntne entstehen zu
lassen.

Farbbrillianz: Die gedruckten Bilder knnen auch bei erhhtem Farbauftrag
nicht in den Tiefen zuschmieren. Deshalb kann fr eine grere Farbbrillianz
mit erhhter Volltondichte gedruckt werden. Die Graubalance ist absolut
gesichert. Die volle Information des Bildes wird mit Schwarz gedruckt. Die
bunten Farben dienen lediglich noch der Kolorierung. Dadurch sind
Farbfhrungsschwankungen praktisch ohne Bedeutung. 

Farbfhrungsschwankungen: Die Sicherheit der Farbwiedergabe von schwierigen
Tertirfaben wie Schokoladenbraun, Dunkelblau oder Jgergrn erhht sich.

Farbanahme: Es wird wesentlich weniger bunte Farbe auf das Papier gebracht,
und je geringer die Mengen der aufgedruckten bunten Farben sind, desto
geringer wird das Farbannahmeproblem (zur Zeit weniger als 270 % Farbe, kann
weiter reduziert werden). Die volle Geschwindigkeit der Maschine kann
ausgentzt werden.

Trocknung: Weniger Farbe trocknet schneller. Man braucht kein Puder
aufzutragen, das die Bildqualitt verschlechtern wrde.

Papierverbrauch: Die Menge der Makulatur reduziert sich, da es nicht solange
dauert, bis das Gleichgewicht aller vier Farben hergestellt ist. Die
Druckmaschinen kommen schneller in Farbe.

Daraus resultieren nicht nur konomische sondern auch kologische Vorteile:
Weniger Farbverbrauch, weniger Papierverbrauch, weniger Energieverbrauch
(keine aufwendigen Trocknungsgerte). Und nicht zuletzt werden die Nerven
des Anwenders geschont: Insgesamt hat man weniger rger.

Um auf den Anfang zurckzukommen: "Es gibt keinen logischen, konomischen
und kologischen Grund mehr, mit einem Verfahren zu arbeiten, das seit 1711
nicht wesentlich verbessert worden ist."

Optionales Verfahren zur Sieben-Farben-Separation: DA'S REFERENCE.K 7C

Noch nicht in dieser Ausgabe des Handbuches enthalten

Anhang:

A Ein kleiner Ausflug in die Farbenlehre und Farblithografie

DA'S COLOUR SYSTEM wurde so konzipiert, da es ein hochwertiges Werkzeug in
der Hand des professionellen Druckvorlagenherstellers ist, aber gleichzeitig
auch dem Neuling im Bereich Farb-DTP einen einfachen und sicheren Weg
bietet, qualitativ hochwertige Farbdruckvorlagen zu erstellen. Wir denken
hier insbesondere an den kreativen Grafiker, der bisher mit dem
Produktionsbereich wenig zu tun hatte, aber dies mit Hilfe von DA'S COLOUR
SYSTEM nun doch in die eigene Hand nehmen mchte, und an die vielen
DTP-Anwender, die eigentlich aus anderen Berufen kommen, aber den mutigen
Entschlu getroffen haben, Ihre eigenen Drucksachen (Prospekte, Broschren,
Zeitungen und Zeitschriften) oder Anzeigenvorlagen produktionsfertig zu
erstellen. Ein wenig Hintergrundwissen ist dazu unerllich: Man mu das
Problem zunchst verstehen, um es dann mit Hilfe von DA'S COLOUR SYSTEM
lsen zu knnen.

Es ist natrlich vllig unmglich, an dieser Stelle die Berufsausbildung des
Lithografen und Druckvorlagenherstellers im Schnelldurchgang nachzuholen.
Hier kann nur auf grundlegende und weiterfhrende Literatur verwiesen
werden. Aber andererseits wollten wir doch versuchen, soviel grundlegendes
Verstndnis zu vermitteln, da man auf dieser Grundlage mit der praktischen
Arbeit beginnen kann. Zudem soll gezeigt werden, da DA'S COLOUR SYSTEM
durch automatisierte Verfahren und mitgelieferte Standardeinstellungen auch
den Anfnger in die Lage versetzt, Druckvorlagen hoher Qualitt und
Farbtreue zu erstellen. Dieses kleine Kompendium verfolgt deshalb das Ziel,
dem Anfnger, der sich neu mit dem relativ komplexen Bereich
Farbreproduktion und Farbdruck beschftigt, zunchst ein wenig
Hintergrundwissen zu vermitteln. Das zugrunde liegende einfache Modell
orientiert sich einerseits an der menschlichen Farbenwahrnehmung,
andererseits an den technischen Prozessen der Farbreproduktion. Mit den
Schwierigkeiten, die sich in der praktischen Realisation dieses Modells
ergeben, wird zugleich das Problem formuliert.

1 Additive und Subtraktive Grundfarben

Im menschlichen Auge finden sich unterschiedliche Arten von Sehzellen, von
denen die sogenannten Zapfen fr die Farbwahrnehmung verantwortlich sind. Es
gibt drei verschiedene Arten von Zapfen, die unterschiedliche
Empfindlichkeiten fr verschiedene Spektralbereiche des sichtbaren Lichtes
aufweisen. Ein Zapfentyp ist sensibel fr den orange-roten Teil des
Spektrums, ein zweiter fr den grnen Bereich des Spektrums und der dritte
fr den violett-blauen Bereich. Diese drei Arten von Rezeptorzellen zerlegen
quasi das ins Auge fallende sichtbare Licht in einen Rot-, Grn- und
Blauanteil. Umgekehrt lt sich jede Farbenwahrnehmung (wenigstens in der
Theorie!) durch entsprechende Mischung von rotem, grnem und blauem Licht
hervorrufen. Darauf beruht z.B. auch die Technik des Farbfernsehens oder des
farbigen Computermonitors. Jeder Bildpunkt besteht aus drei kleinen
Lichtquellen (unterschiedlichen Phosphoren, die von einem Elektronenstrahl
angeregt werden), die rotes, grnes bzw. blaues Licht abgeben. Diese Art,
die Vielfalt aller Farbenwahrnehmungen durch Addition der drei Grundelemente
hervorzurufen, nennen wir additive Farbenmischung. Orange-rot, grn und
violett-blau sind die Primrfarben dieses additiven RGB-Systems. Mischen wir
zu gleichen Anteilen rotes Licht mit grnem Licht, so nehmen wir die Farbe
Gelb wahr. Mischen wir hnlich grnes mit blauem Licht, so erscheint die
Farbe Cyanblau. Mischen wir blaues mit orange-rotem Licht, so erscheint
Magenta-Rot. Diese Farben bezeichnen wir als Sekundrfarben des RGB-Systems.
Wenn alle drei Grundfarben zusammen in ausgewogenem Verhltnis aufleuchten,
so haben wir den Eindruck von weiem Licht. Nimmt man nun noch die Schwrze,
die Dunkelheit, das Fehlen von Licht hinzu als Farbe Schwarz, so kommen wir
zu den acht Grundfarben.

Es gibt noch eine zweite Methode, die acht Grundfarben und alle ihre
Zwischentne aus drei Grundkomponenten zu erzeugen, die fr die technische
Reproduktion von Farben von viel grerer Bedeutung ist als das RGB-System.
Dabei geht man nicht von Lichtquellen unterschiedlicher Frbung aus, sondern
von weiem Licht mit ausgeglichenen spektralen Anteilen, dem durch farbige
Filterschichten einzelne Farbanteile entzogen werden. So knnen wir dem
Licht die Farbe Rot durch eine cyanfarbende Filterschicht entziehen: Rotes
Licht wird absorbiert, grnes und blaues Licht gehen ungehindert durch und
ergeben, wie wir bereits wissen, Cyan. hnlich kann mit einer
magentafarbenen Schicht dem weien Licht die Farbe Grn entzogen werden und
mit einem gelben Filter die Farbe Blau. Cyan, Magenta und Gelb werden
deshalb auch als Primrfarben der subtraktiven Farbenmischung bezeichnet,
durch deren Kombination sich auch die anderen Grundfarben erzeugen lassen:
kombiniert man ein Cyanfilter mit einem Magentafilter so erhlt man Blau.
Eine Kombination von Magenta und Gelb ergibt Rot, eine von Gelb mit Cyan
ergibt Grn. Werden alle drei Filter in den Lichtweg eingeschaltet, so geht
im Idealfall kein Licht mehr durch und wir erhalten die Farbe Schwarz. Alle
bedeutenden technischen Farb-Reproduktionsverfahren, wie Fotografie, Film
und Druck basieren auf der subtraktiven Farbenmischung, dem CMY-System (Y
fr Yellow = Gelb).

2 Ideale und reale Farben

Alles was bisher behandelt wurde, ist zwar prinzipiell richtig, stellt aber
eine grobe Abstraktion und Vereinfachung dar. Dies betrifft sowohl die
Organisation des menschlichen Gesichtssinnes, als auch die technische
Realisation von Farben im Reproduktionsproze.

Beginnen wir mit den wahrnehmungspsychologischen Gesichtspunkten: bisher
haben wir nur die Wahrnehmung von reinen Farben an sich betrachtet. Solche
reinen Farben stellen aber nur einen geringen Ausschnitt unserer
alltglichen Wirklichkeit dar. Beispiele dafr sind das Himmelsblau des
wolkenfreien Himmels oder die Farben eines Regenbogens. In der
Wahrnehmungspsychologie bezeichnet man solche Farben als Flchenfarben. In
unserer alltglichen Umwelt sind Farben allerdings fast immer Farben von
Gegenstnden. Wir sehen nicht Farben, sondern farbige Gegenstnde. Die
Farben dieser Gegenstnde erscheinen untrennbar mit dem Objekt verbunden.
Die Wahrnehmung von farbigen Gegenstnden ist viel komplexer, als die von
reinen Farben, denn die Farbwahrnehmung eines Gegenstandes wird nicht nur
durch den Farbton, sondern wesentlich auch durch die Struktur der Oberflche
mitbestimmt.

In der Wahrnehmungspsychologie bezeichnet man solche Farbwahrnehmungen
deshalb als Oberflchenfarben. Durch die Feinstruktur von Oberflchen
entstehen wesentlich komplexere Farbwahrnehmungen, als es die von reinen
Farben sind. Dieser Unterschied ist nicht nur von akademischem Interesse,
sondern macht sich auch beim Retuschieren von Bildern bemerkbar: wenn Sie
zum Beispiel in einem gescannten Farbfoto mit dem Stift retuschieren und
dabei einen reinen Farbton auftragen, so springt Ihnen dieser reine Farbton
aus dem Bild gleichsam ins Auge; die fehlende Feinstruktur lt den reinen
Farbton als Fremdkrper erscheinen.

Die technische Reproduktion von Farben unterliegt starken Einschrnkungen
durch die realen Gegebenheiten unserer physischen Umwelt. So setzt zum
Beispiel die additive Farbenmischung des RGB-Systems Lichtquellen mit exakt
definierten Spektralbereichen voraus, die sich technisch nur annhernd
realisieren lassen. Ebensowenig lassen sich fr die subtraktive
Farbenmischung im CMY-System Filter konstruieren, die den theoretischen
Anforderungen vollstndig entsprechen. Auf unsere konkrete Aufgabe der
elektronischen Bildbearbeitung bezogen heit das: jedes
Farbeingabesystem(Scanner etc.) und jedes Farbausgabesystem weist mehr oder
weniger starke  Abweichungen von den idealen Farben auf. Dies betrifft die
Farbreinheit und den Dichteumfang einer Grundfarbe und somit den gesamten
darstellbaren Farbenraum. Im Grunde kennen Sie diese Unterschiede alle aus
der alltglichen Praxis: so weist zum Beispiel ein Farbdia wesentlich
krftigere und leuchtendere Farben und einen wesentlich hheren Dichteumfang
auf, als es zum Beispiel bei der Wiedergabe von farbigen Bildern im Druck
mglich ist. Deshalb wollen wir uns mit der Qualitt der Druckfarben noch
etwas nher beschftigen.

Im heute vorherrschenden Offsetdruck wird mit den subtraktiven Grundfarben
Gelb, Magenta und Cyan nach der sogenannten Euroskala gedruckt. Die in den
meisten Fllen zustzlich verwendete Druckfarbe Schwarz wollen wir hier
zunchst auer acht lassen. Aus diesen drei Druckfarben knnte man
theoretisch jede beliebige Farbnuance zusammenmischen. Doch hier zeigt sich
der berhmte Unterschied zwischen Theorie und Praxis: die technisch in
groen Mengen produzierbaren Druckfarben weisen in ihrem Absorptions- und
Reflexionsverhalten erhebliche Unterschiede zu den theoretisch geforderten
Werten der idealen Farben Gelb, Magenta und Cyan auf. Schauen wir uns das
einmal etwas nher an, und zwar am Beispiel der lteren DIN Norm 16509
(kalte Skala), weil wir bisher in der Literatur keine entsprechenden Werte
fr die Euroskala finden konnten: die Druckfarbe Gelb sollte theoretisch
blauviolettes Licht zu 100% absorbieren; doch sie lt 14% des blauen
Lichtes hindurch. Im grnen Spektralbereich sollte die gelbe Druckfarbe
vollkommen durchlssig sein, verschluckt aber statt dessen 14% des
einfallenden grnen Lichtes. Im orange-roten Spektralbereich sieht es etwas
besser aus; hier wird nur 3% des einfallenden Lichtes absorbiert. Die
Druckfarbe Magenta weicht noch in erheblich strkerem Mae von den idealen
Werten ab: eigentlich sollte sie Grn zu 100% absorbieren, lt aber 22% des
grnen Lichtes hindurch. Im blauen Spektralbereich sollte sie eigentlich
vollkommen durchlssig sein, schluckt aber 50% des einfallenden Lichtes. Im
roten Spektralbereich sieht es wieder besser aus; hier werden nur 9% des
einfallenden Lichtes absorbiert. Die grten Fehler weist die Druckfarbe
Cyan auf: sie sollte eigentlich den blauen und grnen Teil des Lichtes
ungehindert hindurchlassen. Stattdessen schluckt sie 45% des blauen und 68%
des grnen Lichtes. Den roten Teil des Spektrums sollte sie vollstndig
absorbieren, lt aber noch 14% des roten Lichtes hindurch. (Mit der
Euroskala verhlt es sich hnlich: Das Cyan ist hier zwar besser, aber dafr
das Magenta noch schlechter geworden.) Die Druckfarben sind deshalb keine
reinen Farben, sondern weisen mehr oder weniger starke Verschmutzungen auf,
die sich bei der subtraktiven Farbenmischung natrlich auch in allen
Sekundr- und Tertirfarben wiederspiegeln. Farbfotos lassen sich im Druck
deshalb nur annhernd farbgetreu wiedergeben, wenn man das eingescannte
Farbfoto einer starken Farbkorrektur unterzieht. Ohne eine solche
Farbkorrektur gibt es starke Farbverflschungen und auch eine
Verschwrzlichung des Bildes. Man mu sich darber klar sein, da man mit
diesen verschmutzten Farben nicht jede Farbnuance im Druck wiedergeben kann;
so sind die leuchtenden Farben eines Farbdias im Druck niemals vllig echt
zu reproduzieren. Die Kunst des Lithografen besteht nun gerade darin, trotz
der relativ schlechten Qualitt der Druckfarben eine mglichst farbgetreue
und brillante Wiedergabe von Farbfotos und farbigen Grafiken im Druck zu
erreichen.

3 Vom Dreifarbensystem zum Vierfarbensystem

Wegen der schlechten spektralen Eigenschaften der Druckfarben kann man nicht
nur reine Farbtne schlecht wiedergeben, sondern auch kein echtes Schwarz
produzieren. Druckt man alle drei Farben bereinander, so erhlt man
bestenfalls eine Art Dunkelbraun. Da nun Schwarz als vierte Druckfarbe
sowieso fast immer vorhanden ist, da man damit Text und Halbtonfotos druckt,
liegt es nahe, die Druckfarbe Schwarz auch zur Verstrkung der Tiefen in
Farbfotos zu verwenden. Man erreicht dadurch eine bessere Tiefenzeichnung
und verbessert die Graubalance, was besonders wichtig ist, da das
menschliche Auge bereits geringfgige Abweichungen in den Grautnen als sehr
strend empfindet. Erreicht man einerseits so mit der zustzlichen
Verwendung der vierten Farbe Schwarz eine Verbesserung, so handelt man sich
andererseits damit eine Menge Probleme ein. Durch die Verwendung einer
vierten Farbe in einem dreidimensionalen Farbsystem ist die Farbe in ihrer
Definition berdeterminiert; man hat theoretisch unendlich viele
Mglichkeiten, einen einzelnen Farbton zusammenzumischen. Wieviel Schwarz
soll man also wo zufgen? Wir werden uns mit dieser Frage weiter unten noch
nher beschftigen. Ein zweites Problem besteht darin, da die Farbe Schwarz
nicht transparent ist, mit ihr also keine subtraktive Farbenmischung mglich
ist. Sie darf also nur dort aufs Papier, wo sich schon die anderen drei
Farbanteile (theoretisch) berlagern. Eine solche Positioniergenauigkeit der
schwarzen Rasterpunkte ist aus technischen Grnden im Druck aber unmglich,
weshalb man eben mit gegenseitig gewinkelten Rastern arbeiten mu, wobei
sich eine 'mittlere berlagerung' ergibt. Ein drittes Problem ergibt sich im
Druck: besonders in schnell laufenden Vierfarbdruckmaschinen beeinflussen
sich die Farben gegenseitig, wenn sie nacheinander im Vollton aufs Papier
gedruckt werden. Die noch nicht ganz trockenen Farben "rupfen" sich
gegenseitig vom Papier. Man sollte deshalb niemals 400% Farbe auf eine
Stelle drucken (alle drei Buntfarben und Schwarz bereinander), sondern mu
die Flchendeckung auf etwa 280% begrenzen. Alle diese Variablen unter
Kontrolle zu bringen, macht auch einen Teil der Kunst des Lithografen aus.

4 Rasterung

Da im heute vorherrschenden Offsetdruck Farben nur als flchige Volltne
gedruckt werden knnen, mssen die Tonwert- oder Farbabstufungen durch
Rasterung reproduziert werden. Sie kennen das natrlich alles im Prinzip von
Halbtonbildern her. Bei der Wiedergabe von Farbfotos ergeben sich allerdings
einige neue Probleme. Im Idealfall wrde man fr alle drei bzw. vier Farben
(CMY + Schwarz) das gleiche Raster verwenden, also mit der gleichen
Rasterweite und dem gleichen Rasterwinkel. In der Praxis aber kann man diese
Art von Raster nicht einsetzen, da sich geringfgige Passerschwankungen
zwischen den einzelnen Farbauszgen im Druck nicht vermeiden lassen; diese
Passerschwankungen sind immerhin noch so gro, da die Rasterpunkte der
verschiedenen Auszge auseinanderdriften und somit unkontrollierbare
Farbschwankungen entstehen. Aus diesem Grund mssen die drei oder vier
Raster gegeneinander gewinkelt sein. Die Verwendung von unterschiedlichen
Rasterwinkeln und zum Teil auch unterschiedlichen Rasterweiten fr die
einzelnen Farbauszge fhrt jedoch wieder zu neuen Problemen: in
Abhngigkeit von den verwendeten Rasterwinkeln und Rasterweiten entstehen
farbige berlagerungsstrukturen, die sogenannten Moirees. Diese Moirees
lassen sich niemals vollstndig vermeiden; es gibt also keinen moireefreien
Farbdruck - jedenfalls nicht mit den autotypischen Rasterverfahren! Man kann
nur versuchen, die Moirebildung so zu optimieren, da sie nicht als strende
Bildstruktur in Erscheinung tritt. Dabei unterscheidet man zwischen den
sogenannten Grobmoires und dem Feinmoire. Das Feinmoire zeigt sich im
gnstigsten Fall als kleines Rosettenmuster, das vom Auge nicht mehr als
strend empfunden wird. Grobmoires hingegen mssen ganz zum Verschwinden
gebracht werden, das heit, sie mssen so grob gemacht werden, da sie
auerhalb des Bildes zu liegen kommen. Eine ausfhrlichere Behandlung dieses
Themas finden Sie in der einschlgigen Fachliteratur. Es bleibt aber
festzuhalten, da fr die Qualitt eines Vierfarbdrucks das verwendete
Rasterverfahren von ausschlaggebender Bedeutung ist.

In der klassischen Farblithografie wurde vorwiegend mit Rasterwinkeln von 0,
15, 45 und 75 Grad bzw. Varianten davon gearbeitet. Bei der Einfhrung
digitaler Bildverarbeitungssysteme erwiesen sich diese Rasterwinkel als
auerordentlich problematisch, weil es sich hierbei teilweise um sogenannte
'irrationale' Winkel (genauer gesagt: irrationale Tangenswerte) handelt, die
sich digital nur schwer mit der ntigen Genauigkeit reproduzieren lassen.
Zunchst wurden deshalb andere, sogenannte rationale Winkel benutzt. In den
heutigen schnellen RIPs lassen sich aber auch beliebige irrationale Winkel
verwenden.

Es ist viel Erfindungsgabe in die Entwicklung neuer Rasterverfahren fr die
digitale Bildverarbeitung gesteckt worden. Viele der entwickelten Verfahren
wurden von den Herstellern auch patentrechtlich geschtzt und knnen deshalb
in DTP-Programmen nicht verwendet werden bzw. nur mit PostScript-RIPs
belichtet werden, bei denen diese firmenspezifischen Rasterverfahren
eingebaut wurden. In der Regel ging es dabei aber immer nur um die
Kombination von geeigneten Rasterweiten und Rasterwinkeln. Und obwohl die
gnzlich anders arbeitende 'frequenzmodulierte Rasterung' in den Grundlagen
bereits seit mehr als 10 Jahren bekannt ist, hat sie erst 1992/3 Einzug in
die Praxis gehalten und beginnt nun sich mehr und mehr durchzusetzen. Da wir
uns an anderer Stelle in diesem Handbuch ausfhrlich mit den 'stochastischen
Feinkornrastern' beschftigen, knnen wir hier auf die entsprechenden
Kapitel verweisen.

5 Vom Dreifarben zum Siebenfarbendruck

5.1 Dreifarbendruck

Der Dreifarbendruck ist die einfachste Art, Farbbilder im Druck
wiederzugeben. Er ist unkompliziert und liefert vorhersagbare Ergebnisse.
Auch das Moireproblem ist hier geringer, da nur drei Raster verwendet
werden. Vor allem Bilder ohne dunkle Bildanteile lassen sich im
Dreifarbendruck recht gut wiedergeben. Dunkle Farbtne und vor allem Schwarz
lassen sich im Dreifarbendruck nur schlecht oder gar nicht reproduzieren;
auch ist die Graubalance sehr schwierig einzustellen, was sich bei
Farbfhrungsschwankungen im Druck oft durch einen Farbstich in den Grautnen
bemerkbar macht.

Whrend bei man den Dreifarbendruck bei Fotos nur ausnahmsweise anwendet,
ist er bei Vektorgrafik durchaus blich. Hier werden oft Farbtne aus
Farbtafeln ausgewhlt, die nur mit drei Farben zusammengemischt wurden.
Anhand der gedruckten Farbtafel wei man so vorher recht zuverlssig, wie
das spter im Druck aussieht.

5.2 Vierfarbendruck mit Buntaufbau

Den Hauptnachteil des Dreifarbendrucks, die fehlende Tiefenzeichnung,
versucht man beim Vierfarbendruck mit Buntaufbau durch Hinzufgen von
Schwarz in den Bildtiefen auszugleichen; es mu also ein Schwarzauszug
hergestellt werden (Vierfarbseparation). Da dieses Schwarz nur in bestimmten
dunklen Bildpartien eingesetzt wird, nennt man es auch Skelettschwarz. Beim
bereinanderdrucken von nunmehr vier Farben entstehen allerdings technische
Probleme bei der Farbannahme durch das Papier. Diesen Problemen begegnen wir
mit der sogenannten Unterfarbenreduktion; dabei werden die Buntfarben (CMY)
- vor allem in den Bildtiefen - so reduziert, da eine zustzliche
Vergrauung bzqw. Verschwrzlichung ausgeglichen wird. Die verschiedenen
Separationsmethoden unterscheiden sich im wesentlichen nur durch den
Schwarzanteil (langes, mittleres oder kurzes Schwarz) und die jeweils
dazugehrige Unterfarbenreduktion. Fr die Qualitt eines
Vierfarben-Buntaufbaus ist ein exakt ausgewogenes Verhltnis von
Skelettschwarz und Unterfarbenreduktion von mageblicher Bedeutung.

Die Vierfarbseparation mit Buntaufbau bietet eine Reihe von Vorteilen: die
bunten Farbauszge bleiben als solche im wesentlichen erhalten, da die
Buntfarben nur in den Tiefen geringfgig modifiziert werden. Das Ergebnis
ist deshalb relativ gut vorhersehbar. In den Tiefen erreichen man eine
verbesserte Zeichnung durch die Verwendung des Skelettschwarz. Als Nachteile
ergeben sich die Farbannahmeprobleme im Druck, die durch entsprechende
Unterfarbenreduktion ausgeglichen werden mssen, und auch die Graubalance
ist nicht ganz einfach einzustellen, da teils mit, teils ohne Schwarz
gedruckt wird.

5.3 Vierfarbendruck mit Unbuntaufbau 

Zum Verstndnis des Unbuntaufbaus sollte man sich den folgenden Zusammenhang
klarmachen: dort wo alle drei Farben bereinander gedruckt werden, sollte
eigentlich Schwarz entstehen. Deshalb kann der "gemeinsame Teil" aller drei
Farben( die Minimalfarbe) auch durch Schwarz ersetzt werden. Lokal gibt es
dann immer maximal zwei Buntfarben und Schwarz; dabei wird der Schwarzanteil
aus allen drei Farben herausgezogen. Das folgende Beispiel verdeutlicht
dies:

20% C + 30% M + 40% Y = 20% K (Schwarz) + 10% M + 20% Y.

Beim Vierfarbendruck mit Unbuntaufbau wird also der gesamte Schwarzanteil
eines Bildes (somit auch alle Graustufen) durch die Druckfarbe Schwarz
wiedergegeben. Die Buntfarben (CMY) werden auf den reinen Buntanteil
reduziert.

Der Unbuntaufbau bietet im Vierfarbendruck eine Menge Vorteile: Da alle
Grautne nur noch durch verschiedene Anteile von Schwarz wiedergegeben
werden, ist die Graubalance des Bildes sehr leicht stabil zu halten. Der
Druck wird unempfindlich gegen Farbfhrungsschwankungen und auch das Problem
der Farbannahme ( zuviel Farbe auf der gleichen Flche) wird krftig
reduziert. Zudem spart man Farbe und damit auch Kosten. Trotz dieser vielen
Vorteile hat sich der Unbuntaufbau bislang nur wenig durchsetzen knnen. Ein
Grund dafr ist sicher, da das Ergebnis nur sehr schwer vorhersehbar ist,
da man den Rest-Buntanteilen kaum das sptere Ergebnis ansehen kann.
Auerdem ist auch der Unbuntaufbau nicht ganz so unproblematisch, wie seine
Befrworter es darstellen. Auch hier gibt es Probleme in den Bildtiefen, da
hier aus zwei Grnden Farbe fehlt: zum einen ist das normale Druckschwarz in
Wirklichkeit dunkelgrau und kann die Tiefe des Buntaufbaus, wo Schwarz immer
ber die Buntfarben gedruckt wird und damit zustzlich verdichtet wird,
nicht erreichen; Abhilfe kann man hier schaffen durch die Verwendung des
sogenannten Unbuntschwarz, das heit, einer anderen Schwarzdruckfarbe, die
auf Pigmentbasis und nicht auf Rubasis aufgebaut ist. Der wichtigste Grund
liegt aber in der Rastertechnik mit unterschiedlichen Rasterwinkeln
begrndet: in den Tiefen verschwinden die geringen Buntanteile weitgehend,
da sie zum groen Teil vom vorherrschenden Schwarz berdeckt werden. Abhilfe
schafft hier eine Buntfarbenaddition in den Tiefen, die aber nicht ganz
einfach einzustellen ist. Auch die Farbkorrektur mu anders eingestellt
werden und vielfach drfte hier noch die ntige Erfahrung gefehlt haben.

Alle bislang bekannten Probleme des Unbuntaufbaus wurden nun durch den neuen
mathematischen Ansatz in DA'S REFERENCE.K gelst. Damit stehen alle Vorteile
des Unbuntaufbaus nun in einem einfachen und vollkommen automatischen
Verfahren zur Verfgung. Auch die Kontrolle des Ergebnisses ist heute
einfach, da wichtige Bildverarbeitungsprogramme (z. B. PHOTOSHOP und DA'S
PICTURE) solche 4C-Bilder inzwischen sehr gut auf dem Bildschirm
wiedergeben. Und es wird KEIN Unbuntschwarz bentigt, das heit, es kann mit
dem normalen Schwarz (ohne Farbwechsel!)  gearbeitet werden.

5.4 Siebenfarbendruck

Eine weitere Verbesserung der Farbqualitt im Druck lt sich nur noch durch
eine Verbesserung der Druckfarben erreichen. Es ist im Prinzip kein Problem,
'reinere' Druckfarben herzustellen, aber der Preis spielt natrlich
letztendlich eine entscheidende Rolle und Druckfarben mssen aus
Kostengrnden aus preiswert verfgbaren Pigmenten hergestellt werden.

Die Probleme der heutige Druckfarben werden vor allem in den Sekundrfarben
Rot, Grn und Blau sichtbar, bei denen sich die Verschmutzung der
Primrfarben (Cyan, Magenta und Gelb) doppelt bemerkbar macht. Ein
leuchtendes Orangerot bzw. Grn oder ein klares Blau sind damit nicht zu
reproduzieren. Dagegen ist es relativ einfach, solche Farben als einzelne
Druckfarben herzustellen. Deshalb entwickelte Harald Kppers schon vor
Jahren das Modell des Siebenfarbendruckes und in Zusammenarbeit mit den
Farbenfabriken Gebr. Schmidt die hierfr geeigneten Druckfarben, die
mittlerweile kommerziell verfgbar sind.

Die Grundidee des Siebenfarbendruckes ist sehr einfach: Statt die
Sekundrfarben Orangerot, Grn und Violettblau durch verschwrzte Mischungen
aus Cyan, Magenta und Gelb zu drucken, werden dafr eigene Farben verwendet.
Das Ergebnis berzeugt jeden, der es einmal gesehen hat, durch seine
Leuchtkraft, Farbbrillianz und seinen Farbenreichtum. Natrlich steigen die
Druckkosten, weil man drei Auszge und drei Druckvorgnge mehr braucht, aber
in allen Fllen, in denen es auf hchste Qualitt und Farbtreue ankommt
(etwa Kunstreproduktionen, aufwendige Hochglanzprospekte und alle
Waren-Kataloge, bei denen es auf exakte Farbreproduktionen ankommt -
Schmuck, Mode, Stoffe usw.), wird sich der Siebenfarbendruck mehr und mehr
durchsetzen. Mehrere groe Hersteller haben zudem entsprechende Verfahren
angekndigt.

Im Prinzip handelt es sich auch beidem Siebenfarbendruck um einen
Unbuntaufbau, wobei aber 6 Buntfarben (Cyan, Magenta, Gelb, Orangerot, Grn
und Violettblau) verwendet werden. Deshalb konnte mit DA'S REFERENCE.K 7C
auch eine sehr einfache, zuverlssige und schnelle Siebenfarbenseparation
verwirklicht werden, die keinerlei Parametrisierung erfordert und optimal
auf die Kppers-Farben abgestimmt ist. Bei Bedarf knnen natrlich auch
andere 'Farbrume' (Druckfarben) untersttzt werden.

Der Siebenfarbendruck verbraucht nochmals viel weniger bunte Farbe und hat
eine Stabilitt im Druck, von der ein Drucker heute eigentlich nur trumen
kann. Hinzu kommt, da er mit autotypischem Raster nur noch 3 Rasterweiten
braucht. Das 0-Raster entfllt und somit das gefrchtete Gelbmoiree. C,M,Y
liegen auf 15, R,G,B auf 75 und Schwarz auf 45. Es werden immer nur 2
bunte Farben plus Schwarz zusammengedruckt.

B Wichtige Voraussetzungen fr die Farbbildverarbeitung.

1. Monitor kalibrieren

1.1. Was ist wei?

Der Monitor sollte eine Farbtemperatur von um die 5000 K (Kelvin) haben. (0
K =-273.2 Grad Celsius: dies ist der absolute Nullpunkt). Das ist die Farbe
eines Krpers, der diese Temperatur besitzt. Da dies ungefhr die
Oberflchentemperatur der Sonne ist (gesehen durch die Atmosphre!),
entspricht diese Farbtemperatur dem Tageslicht. 5000 K ist auch beim
Betrachten von Dia's vorgeschrieben (Norm D50). Normalerweise haben
Farbmonitore eine Farbtemperatur um die 9000 K, also viel zu hoch (bzw. viel
zu kalt oder zu blau).

Fr die exakte Farbreproduktion am Bildschirm ist es zustzlich wichtig, da
man eine weie Flche mit im Blickwinkel hat, die auch mit 5000 K bestrahlt
wird. (Es gibt Normlichtlampen, die dieses Wei ausstrahlen). Das Gehirn
besitzt eine Art automatischen Weiabgleich (Farbinvarianz). Das heit, da
man auch dann noch die Farbe eines Gegenstandes richtig sieht, wenn das
Licht, das den Gegenstand beleuchtet, sich ndert. Jeder hat diesen Effekt
sicher schon einmal beobachtet, ohne vielleicht davon zu wissen: Wenn man in
einem abgedunkelten Raum Dia's betrachtet, so sehen diese immer farbrichtig
aus. Das kommt daher, da das Gehirn genau die gleiche Farbkorrektur
durchfhrt, wie wenn man in der freien Natur ist. Das ganze Sehfeld wird von
dem Bild ausgefllt. Wenn man aber einen Abzug von diesem Dia betrachtet, so
kann man einen Farbstich beobachten. In diesem Fall macht das Gehirn einen
Weiabgleich auf das brige Blickfeld (z.B. die Wand im Hintergrund) und man
kann den Farbstich erkennen. Was fr das berleben in der Natur notwendig
ist (die Farbinvarianz), kann sich bei der Farbreproduktion mit einem
Farbmonitor als groe Fehlerquelle auswirken. Wenn man nmlich in einem
dunklen Raum vor einem Farbmonitor sitzt und ein Bild bearbeitet, dann sieht
man den Farbstich nicht. Das ist auch der Grund, warum man normalerweise
nicht bemerkt, da ein nichtkalibrierter Monitor eigentlich blau ist
(9000K). Eine Huserwand auf dem Bild sieht dann wei aus, obschon in den
RGB-Daten eindeutig ein Blaustich vorhanden ist. Diesen Blaustich wird man
erst sehen, wenn das Bild gedruckt ist. Sitzt man nicht im Dunkeln, sondern
kommt blaustichiges Licht von drauen durch ein Fenster herein, z.B. an
einem Sommertag mit blauem Himmel, so wird man sogar die Huserwand als
leicht rotstichig sehen. Wenn man jetzt diesen vermeintlichen Rotstich
ausgleicht, dann hat man einen doppelten Fehler gemacht. Um jetzt den
Blaustich der Huserwand auf dem Monitor zu erkennen, mu die Farbinvarianz
des Gehirns fr dieses Bild ausgeschaltet werden. Dies erreicht man dadurch,
da sich im Blickfeld sowohl das Bild auf dem Monitor befindet, als auch
eine weie Flche, die die gleiche Farbtemperatur wie das Grundwei des
Monitors hat. Dadurch gleicht das Gehirn das Wei auf diese Flche an und
man kann sehen, da das Bild auf dem Monitor einen Blaustich hat.

Wie gleicht man nun einen Monitor auf 5000 Kelvin ab? Bei einigen
hochwertigen Monitoren ist ein 5000 K Abgleich optional eingebaut und steht
auf Tastendruck zur Verfgung. Bei vielen anderen Monitoren kann der
Weiabgleich ber Regler oder digitale Einsteller vorgenommen werden.
Allerdings bentigt man nun einen Vergleichstwert, um den richtigen Weiton
zu treffen. Hier kann man sich z. B. dadurch helfen, da man zunchst fr
ein geeignetes Umgebungslicht mit 5000 K Lichttemperatur sorgt. Gnstig ist
eine (nicht zu starke) Raumbeleuchtung und zustzlich eine indirekte
Beleuchtung der (weien!) Wand hinter dem Monitor mit Licht einer
Farbtemperatur von 5000 Kelvin (z. B. Leuchtstofflampen Lumilux deluxe D50
von OSRAM). Nun kann man den Monitor visuell auf dieses Wei der
Hintergrundwand abstimmen.

Der visuelle Abgleich ist allerdings NICHT einfach und so bereiten wir bei
DIGITAL ARTS gerade ein kleines Farbabgleichsinstrument vor, mit dem der
Weiabgleich zum Kinderspiel wird und das sich darber hinaus fr viele
weitere Aufgaben in der Farbreproduktion einsetzen lt (Farbvergleiche,
Druckfarbensimulation usw.).

Bietet der Monitor keine (fr den Anwender zugnglichen) Regler fr den
Weiabgleich, kann man sich mit Softwarelsungen helfen. Wie diese Lsung im
einzelnen arbeitet, hngt von der verfgbaren Software ab und kann deshalb
hier nicht ausfhrlicher diskutiert werden. (In DA'S REPRO CD kann man z. B.
das Wei in der Druckfarbensimulation einstellen.)

Soweit mglich, sollte man auch die Bildschirmrnder (Bildschirmhintergrund)
auf den gleichen Weiton einstellen. Ein schwarzer Bildschirmrand hebt das
Bild auf dem Schirm als 'Feld mit Sonderfeldbeleuchtung' hervor, zumal es ja
aus selbstleuchtenden Farben besteht und sich deshalb phnomenal immer etwas
hervorhebt. Fr eine solches 'Feld mit Sonderfeldbeleuchtung' kann der
menschliche Gesichtssinn nmlich eine zweite, andere Farbkorrektur
vornehmen, als im brigen Umfeld.

1.2. Linearisierung

Der Monitor sollte das Bild linear in der Gradation wiedergeben. Dadurch hat
man eine Garantie, da das Bild nachher beim Druck nicht zu hell oder zu
dunkel wird, wenn es vorher auf dem Bildschirm gut aussah. Grundstzlich
kann man sagen, da Farbmonitore Bilder zu dunkel wiedergeben. In geeigneten
Bildverarbeitungsprogrammen kann man dies durch eine Bildschirmgradation
ausgleichen, Zu diesem Zweck liegen ein Kalibrierungsbild und ein Paar
Gradationskurven bei: Gehen Sie folgendermaen vor, um Ihren Monitor zu
linearisieren:

a) Stellen Sie am Monitor Helligkeit und Kontrast auf angenehme Werte ein.
Diese Einstelungen sollten ab jetzt nicht mehr gendert werden, also bitte
Regler markieren oder berkleben.

b) Laden Sie eine der mitgelieferten Gradationskurven als Anfangswert.

c) Verndern Sie diese Gradationskurve so, da:

1. Die grauen Streifen unter dem Testbild eine hnliche Helligkeit haben.
(Am Besten geht man dazu einen Schritt zurck und kneift ganz leicht die
Augen zu, so da das Bild unscharf wird).

2. In jedem der Kstchen links noch ein deutlicher Verlauf zu sehen ist.

3. Ebenfalls rechts neben dem Testbild noch ein Verlauf zu sehen ist.

4. Auf dem Testbild alle Details gut zu erkennen sind. Der rote Untergrund
oben sollte deutlich sichtbar sein.

Diese Einstellungen sind nicht so kritisch, wie das hier vielleicht scheint
und mit ein wenig bung ist diese Einstellung kein Problem. Dieses Verfahren
der Linearisierung spart teure Hardware und Spezialisten und ist hinreichend
genau, um sehr gute Reproduktionsergebnisse zu erzielen.

2.  Bild fr den Druck vorbereiten

2.1. Dynamikumfang des Bildes festlegen: Schwarz- und Weipunkt bestimmen

Viele gedruckte Farbbilder sehen vergraut oder verweilicht aus. Das liegt
nicht an einer schlechten Vorlage oder einem schlechten Scanner, sondern
daran, da in diesen Bildern der Dynamikumfang nicht voll ausgeschpft wird.
Wenn ein Bild sowohl sehr dunkle Stellen als auch sehr helle Stellen
aufweist, wie z.B. ein weies Haus, das voll von der Sonne beschienen wird
und dunkle Schatten wirft, dann sollten die Schatten mglichst dunkel (mehr
als 80%) und das Haus mglichst hell gedruckt werden (weniger als 20%). Ist
dies nicht der Fall wirkt, das Bild vergraut. Das erste, was man also tun
sollte (wenn das nicht schon der Scanneroperator gemacht hat), ist, den
Schwarz- und den Weipunkt definieren. Dies macht 75% einer guten
Reproduktion aus. Fast alle Bilder brauchen eine Anpassung des Schwarz- und
Weipunktes, sonst kann auch die beste Farbseparation kein besseres Ergebnis
erreichen.

2.2. Mittlere Helligkeit bestimmen

Biegen Sie jetzt die Gradationskurve so nach unten oder oben bis das Bild
'gut' aussieht. Dabei mu die Kurve unbedingt bei voll Schwarz auf der einen
und voll Wei auf der andern Seite enden.

2.3. Eventuellen Farbstich entfernen

Durch unterschiedliches Verbiegen der drei Gradationskurven kann man einen
evtl. vorhandenen Farbstich beseitigen (oder absichtlich die Farbstimmung
des Bildes ndern).

2.4. Bild schrfen

Meistens ist es notwendig, da man das Bild mehr oder weniger nachschrft,
damit es nicht flau oder unscharf wirkt. Verwendet man hohe Scanauflsungen
und DA'S PHOTOSCREENING, kann das Schrfen in vielen Fllen entfallen bzw.
sollte nur leichter geschrft werden.

Sofern keine manuelle Retusche oder Montage erforderlich ist, ist das Bild
nun produktionsreif und kann DA'S COLOUR SYSTEM fr die weitere Bearbeitung
(Separation, Farbkorrektur, Gradationskorrektur fr die Ausgabe und evtl.
Feinkornrasterung) bergeben werden.


