

Die HPGL Ausgabe

SciGraph verfgt neben der GDOS- und Postscript-Ausgabe nun auch
ber die Mglichkeit, Grafiken im HPGL-Format auszugeben. Dieser
Exportfilter liegt momentan in der Version 1.0 vor. Die Ausgabe
wurde mit einem ROLAND DXY-1200 Plotter getestet. Da HPGL in
den verschiedensten Bereichen angewendet wird, gehen wir davon
aus, da nicht alle Wnsche befriedigt werden knnen. Wir sind
daher sehr an Anregungen und Vorschlgen interessiert.

HPGL ist eine relativ alte Grafiksprache zur Ansteuerung von
Plottern. Die Arbeitsweise dieses Ausgabegerts beruht auf dem
Prinzip von X-Y Schreibern, d.h. einen Stift entweder in 
gehobener oder gesenkter Position zu den angegebenen Koordinaten
zu fhren. Plotter mit HPGL Interpreter verfgen nebenher ber
einige weitere Funktionen, die jedoch alle auf dem eben genannten
Prinzip beruhen.

Der Plotter hat gegenber einem Matrix- bzw. einem Laserdrucker
verschiedene Vorteile.
a) Plotter ziehen eine Linie direkt von einem Punkt zum nchsten 
- so entstehen keine sogenannten "Treppchen", die gerade
bei Matrixausgabegerten mit geringer Auflsung oft sehr strend
wirken.
b) Es besteht eine einfache Mglichkeit, Farben durch Einsatz
entsprechender Stifte zu verwenden.
c) Schraffurdichten und Winkel knnen einfach definiert werden.
Da die HPGL-Datei in ASCII (lesbarer) Form vorliegt, kann eine
Grafik leicht zwischen verschiedenen Computersystemen ausgetauscht
werden. Ein Ausgabeprogramm ist ebenfalls nicht ntig, da man
diese Datei direkt ber die jeweilige Schnittstelle an den Plotter
senden kann.

Allerdings hat ein Plotter auch einige wesentliche Nachteile
gegenber Matrixdruckern.
d) HPGL verfgt nicht ber die Mglichkeit, Polygone zu fllen.
Verdeckte Flchen knnen nicht realisiert werden, da ein Plotter
naturgem nur transparent zeichnet. Aus diesen Grnden ist das
Zeichnen von dreidimensionalen Grafiken nur schlecht mglich.
e) Fllungen von Ellipsen, Ellipsenbgen und Rechtecken sind sehr
zeitaufwendig. Gefllte Marker sollten daher nur sparsam angewendet
werden.
f) Punktraster sind zwar theoretisch mglich, werden von uns jedoch
zugunsten der Lebensdauer von Plotter und Stiften nicht
implementiert.


Die Ausgabe von HPGL

Die Ausgabe kann entweder direkt auf dem Plotter oder auf Diskette
erfolgen. Bei der Direktausgabe mu im Men 'Seite [Format]' das
Ausgabegert "HPGL-Plotter" eingestellt werden. Danach kann direkt
mit der Funktion 'Drucken' ausgegeben werden.
SciGraph geht davon aus, da das Papier immer im Querformat 
eingelegt ist. Der Grund hierfr ist, da jeder Plotter im
Querformat zeichnen kann, was umgekehrt nicht gilt. Daher wird
eine Zeichnung im Hochformat immer gekippt.
Der Plotter kann sowohl an eine seriellen Schnittstelle (V24)
als auch an eine paralellen Schnittstelle (Centronics) 
angeschlossen werden. Auf ATARI Rechnern richtet sich SciGraph
nach der Einstellung im Kontrollfeld. Auf PC kann die Schnittstelle
im Men 'Seite [Format]' angegeben werden.
Die Ausgabe auf Diskette oder Harddisk erfolgt ber die Funktion
'Export'.


Die Stiftbelegung

SciGraph geht davon aus, da der Plotter ber 8 Stifte verfgt.
Die ersten 5 Stifte werden fr die Linienstrken 0.1 - 0.9mm
verwendet. Fr Linienstrke 0.3mm wrde beispielsweise Stift
Nummer 2 gewhlt. Fr Farbdarstellungen werden auf den Positionen
6 - 8 die Farben Rot, Grn und Blau erwartet.


Folgende Funktionen sind in der momentanen Version implementiert:

Graphische Grundelemente:
Rechteck, Ellipse, Ellipsenausschnitt, Ellipsenbogen, Linien,
Polygone und Texte. Bei Texten gilt die Einschrnkung, da in
der momentanen Version keine Sonderzeichen ausgegeben werden.

Textattribute
Gre, Winkel, Fett, Kursiv.
Als Strichstrke wird normalerweise 0.3mm (Pen 2) gewhlt. Fr die
Fettdarstellung wird 0.5mm (Pen 3) verwendet. Falls der Text in
Farbe ausgegeben werden soll, ist die Fettschrift nicht mglich.

Muster
Als Muster knnen Vollfarben und Schraffuren angewendet werden.
Die Einstellungen zu Rahmen und Fllung sind ebenfalls mglich.
Schmuckmuster sind nicht implementiert.

Linien
Es kann zwischen den Linienstrken 0.1 bis 0.9 gewhlt werden.
Bei den Linienendstilen wird nicht zwischen rund und eckig
unterschiedenn. Pfeile als linienendstile sind fr Linien 
und Polygone mglich, nicht aber fr Ellipsenbgen.

Farbe
Welcher Stift fr welche Farbe verwendet wird, hngt bei Mischfarben
von dem hchsten Wert im RGB Modell ab. Bei der folgenden Farbe
wird z.B. ein roter Stift verwendet: rot=80%, grn=20%, blau=40%.
Sind alle Werte gleich, handelt es sich um einen Grauwert. Fr die
Darstellung eines Grauwertes innerhalb einer Flche wird immer
Stift 2 (0.3mm) verwendet, wobei ein Grauwert ungleich schwarz mit
verschiedenen Kreuzrastern dargestellt wird. Beim Import von
HPGL-Dateien in Textverarbeitungen oder Publisher werden
Farbdefinitionen garnicht und Graurasterdefinitionen nur selten
bernommen. Auf die Darstellung von Graurastern mit verschiedenen
Strichstrken haben wir bewut verzichtet, um dem Anwender die
Mhe zu ersparen, immer alle Stifte einsetzen zu mssen.

Hamburg, den 9.9.91

Ihr SciLab-Team

